Don’t Forget Zensursula
Veröffentlicht am | 23. 09. 2009 | Noch kein Kommentar
Überwachung, Vorratsdatenspeicherung und Zensur im Internet? War da was? Im Wahlkampf spielen diese Themen ein paar Tage vor der Entscheidung keine Rolle (zumindest bei den beiden großen Parteien). Kein Wunder, haben die beiden Kontrahenten doch gemeinsam in der großen Koalition die Gesetze von Ursula von der Leyen und Wolfgang Schäuble durchgebracht – gegen Widerstände der Opposition (who cares) und 130 000 Bürgern, die eine E-Petition unterschrieben haben. Erst im September demonstrierten 25 000 Menschen in Berlin gegen eine Internetgesetzgebung, die Bürgerrechte verwässert.
Wie und warum Frau von der Leyen zu ihrem Spitznamen gekommen ist, zeigt das Video von Karpfenschleuder.
(via)
Schwierigekeiten fuer Journalisten in CHina
Veröffentlicht am | 15. 09. 2008 | Noch kein Kommentar
China hat tolle Seiten: Es ist außerordentlich gastfreundlich, in einem Maße, das in Deutschland undenkbar ist; die Menschen sind freundlich und lustig.
China ist toll, solange man keine Fragen stellt. Das hat auch der Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in China erfahren, als er im rahmen der Paralympics für einen Artikel über Behinderte in China recherchierte. Bei zu großer Neugierde und falschen Fragen (außer chinesischer Sicht natürlich) versteht der Staat keinen Spaß.
So wurde aus der Reportage über Behinderte Geschichte über die Schwierigkeiten in China als Journalist zu arbeiten.
Hey, hey Wiki
Veröffentlicht am | 15. 04. 2008 | Noch kein Kommentar
Internet in China ist ja so eine Sache. Während es unglaublich viele, im wahrsten Sinne des Wortes an jeder Straßenecke, Internetcafes gibt, in denen Jugendliche mit sehr schnellen Verbindungen zocken, kann man sich als Privatperson nur einen Modemanschluss besorgen (Möglicherweise ist das nicht richtig. Allerdings ist das meine Erfahrung). Ganz zu schweigen von den tausenden professionellen Zensoren der Regierung.
Auf Flickr werden 80 Prozent der Fotos nicht angezeigt, YouTube funktionierte während der Ausschreitungen in Tibet nicht und Blogs die auf wordpress.com oder blogspot.com gehostet sind, können nicht aufgerufen werden. Wikipedia musste ich über anonymouse.org ansurfen – bisher. Denn, oh Wunder, aus irgendeinem Grund wird es nicht mehr geblockt. (Die wohl erste positive Erfahrung mit dem chinesischen Regime).
Die chinesische Sicht der Dinge
Veröffentlicht am | 13. 04. 2008 | 3 Kommentare
Olympia und China – ein heißes Thema, das in deutschen Medien und in vielen Blogs in den letzten Wochen vermehrt eine große Rolle spielt. Vor allem nach den Ausschreitungen in Tibet stellen sich die westlichen Medien die Frage, ob die Vergabe an Beijing wirklich die richtige Entscheidung war.
In China ist Olympia das alles beherrschende Thema. Im ganzen Land sind die Spiele präsent, ob auf Chipspackungen und Milchtüten, in Zeitungen und Fernsehen. Der chinesische Seelenfrieden hängt offensichtlich vom Gelingen der olympischen Spiele ab.
Durch meinen Aufenthalt in Jinghong im Süden meiner “Heimatprovinz” Yunnan hatte ich im Hotel die Möglichkeit den englischsprachigen Staatssender “CCTV International” zu sehen. Natürlich ist auch da Olympia das Thema Nummer 1, dicht gefolgt von den Unruhen in Tibet.
Die Reise von Athen nach Beijing der olympischen Fackel ist jeden Tag der Aufmacher der Nachrichtensendungen. Die jeweiligen Städte werden vorgestellt und möglichst lange jubelnde im Ausland lebende Chinesen gezeigt, die fähnchenschwingend am Straßenrand sehen. Nur manchmal, wohl aus Versehen, taucht die tibetische Fahne im Hintergrund auf. Pariser oder andere Bewohner der Route dürfen dazwischen mitteilen wie toll sie doch alles finden und wie wunderbar China im Allgemeinen ist. Unruhen wie in Paris werden nebenbei erwähnt, wie groß die Anzahl der Unruhestifter ist, bleibt unbekannt. Sie werden grundsätzlich als “Tibetians and their supporters” bezeichnet. Wertvollster Unterstützer ist IOC-Präsident Jaques Rogge, der jede Sendung mindestens einmal zitiert wird.
Noch interessanter ist der Umgang mit den Unruhen in Tibet. Für chinesische Zuschauer fanden diese nur in Lhasa statt, dass sie sogar bis in die Provinz Sichuan übergriffen, bleibt ihnen unbekannt. Stimmung in der chinesischen Bevölkerung wird gemacht, indem Mönche gezeigt werden, die unschuldige Han-Chinesen mit Steinen verprügeln oder Geschäfte anzünden. Auch die einzelnen Schicksale von Chinesen werden gezeigt: Ein blutüberströmter Polizist, der sein Augenlicht verloren hat, ein Vater, der seine 18-jährige Tochter verloren hat, zeigt unter Tränen die letzte SMS seiner Tochter, bevor sie verbrannte. Von chinesischer Polizei oder Militär ist nichts zu sehen.
Beliebt sind auch Reportagen über Tibeter, die die chinesische Regierung loben und aufzeigen wie sehr sich ihr Leben verbessert hat.
Die Reaktionen der westlichen Medien werden verteufelt und so oft wie möglich gesagt, dass sich 130 Länder der UNO – anscheinend ohne jegliche Einschränkung – hinter die chinesische Regierung gestellt haben. Natürlich, dass Tibet zu China gehört ist common sense, dessen Vorgehensweise jedoch keineswegs.
Außerdem vernachlässigen die Moderator nicht zu betonen, dass erst mit der Besetzung Chinas demokratische Strukturen und Menschenrechte nach Tibet gekommen sind. Ich kenne mich mit der Vorgeschichte Tibets nicht aus, trotzdem kann darauf nur kollektives Kopfschütteln folgen.
Es ist das erstemal, dass ich eine solche Nachrichtenmanipulation Manipulation der Bevölkerung von chinesischer Seite miterlebe. Nicht, weil es sie sonst nicht gibt – im Gegenteil. Doch ich lebe in einer kleinen Stadt an der Grenze zu Burma, wo “CTV International” nicht empfangen werden kann. Zeitungen kann ich nicht lesen. Ich bin froh darüber.
