Post-Tag-Archiv für ‘ Wirtschaft ’

30. September 2011 0

China vs. Indien

Von Katharina in Politisches

Wenn China und Indien verglichen werden, liegt fast immer China vorn: Das schnellere Wirtschaftswachstum, die bessere Infrastruktur, die Effizienz. Deshalb taucht die Frage auf, ob vielleicht die Demokratie in Indien das Land daran hindert es China nachzutun.

Damit beschäftigt sich ein weiterer interessanter Vortrag bei der TED Conference (btw: <3): Does democracy stifle economic growth? Huang macht unter anderem klar: Der große Vorteil Chinas war Humankapital. (Mit der Ein-Kind-Politik kann aber erwartet werden, dass sich die demografische Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten die wirtschaftliche Entwicklung eher hindern wird.) Da kommt meiner Meinung nach der große Vorteil Indiens ins Spiel: Denn dort ist genau das Gegenteil der Fall, denn die Bevölkerung ist jung. Aber ungebildet, wie Huang in seinem Vortrag auch erzählt.  

Huangs Fazit: In China müssen politische Reformen durchgezogen werden, damit das Wachstum aufrecht erhalten werden kann, Indien muss in öffentliche Versorgung investieren.

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26. September 2011 0

Was mit Wissenschaft (II)

Von Katharina in Tagtäglich

Am 11.11.2011 muss ich meine Bachelorarbeit beim Prüfungsamt einreichen. Ehrensache, dass ich das um 11:11 Uhr erledigen will. Wie viele Tage ich noch genau habe, um die 30 Seiten Text zu schreiben, will ich nicht wissen. Aber es sind seit dem Startsignal schon genug vergangen, als dass ich wieder schreiben sollte, wenn ich das mit dem über die Bachelorarbeit blogge wirklich durchziehen möchte.

Mein Thema ist der Handel, und zwar die Gründe dafür. Eine Theorie geht so: Es gibt zwei Länder, Land A hat im Vergleich zu Land B mehr Kapital, Land B dafür mehr Arbeit relativ zu Land A. Unter bestimmten Annahmen spezialisiert sich Land A auf kapitalintensive Güter und stellt deshalb mehr von diesem kapitalintensivem Gut mehr her, als die Konsumenten, die Unternehmen und der Staat aus A kaufen. Der Rest exportiert es deshalb in Land B, das sich wiederum auf Produkte konzentriert, die relativ viel Arbeit benötigen. Die Herstellung übersteigt wieder den Konsum und B verkauft deshalb das arbeitsintensive Gut nach A. A, das kapitalintensive Land, exportiert also das kapitalintensive Gut und importiert das Gut, das relativ mehr Arbeit braucht, von dem A ja nicht so viel hat. Für B gilt es umgekehrt analog.

Was ich bisher gemacht habe:

  • Die zwei Einstiegslektüren gelesen. Beide Paper untersuchen mit statistischen Tests, ob das Heckscher-Ohlin-Vanek-Modell Außenhandel richtig vorhersagt, indem die Schätzergebnisse für den Faktorinhalt mit erhobenen Daten für den Faktorinhalt vergleicht. Also im Grunde: Sind die Modellergebnisse in der Wirklichkeit beobachtbar und statistisch robust?
  • Vier andere Paper und die Unterlagen aus der Vorlesung durchgearbeitet.
  • Das Notizbuch, das ich mir extra für diesen Zweck zugelegt habe, ist schon fast voll gekritzelt:

Inzwischen ergibt sich ein Bild. Ich habe alles bisherige im Groben verstanden. Das mathematische Konstrukt, das die Zusammenhänge zwischen verschieden ausgestatteten Staaten modelliert, muss ich aber noch fertig nachrechnen. Das soll dann auch einen gewissen Anteil an der Arbeit haben. Es heißt nämlich Professoren stehen auf Formeln und auch mein Betreuer hat mir nahegelegt, ganz hinter die Mathematik zu steigen. Mag ich nicht so gern, aber ist machbar. Ich kann mir vorstellen, dass das auch dankbar ist. Die Schwierigkeit ist dabei nicht das Schreiben, sondern das Dahintersteigen vorher. Ich glaube, ich stehe so bei 60 Prozent.

Aber einen wirklichen Dreh hab ich noch nicht. Sollte er in zwei Wochen noch nicht da sein, prognostiziere ich, dass ich panisch werde.

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8. September 2011 3

Die Brückentechnologie des Wachstums

Von Katharina in Politisches

Alle reden davon, die “Märkte” stabilisieren zu müssen. Die “Schulden” abzubauen und manchmal, wenn noch Zeit ist, wie in der Sommerpause zum Beispiel, die “Rente” zu sichern. Doch irgendwie reicht bei allen großen Projekten der Horizont nicht über eine handvoll Jahre im höchsten Fall hinaus. Allerorten fallen Leute Doch irgendwie fehlt es konkreten Ideen. Was klar ist: Es braucht Wachstum. Sonst geht alles weiter bergab. Die Staaten können das alles nicht alleine finanzieren. Wie könnte es gehen?

Der Chefökonom der Weltbank, der Taiwanese Justin Yifun Lin, schlägt etwas ziemlich altmodisches vor: Infrastruktur. Die guten, alten Straßen und Brücken. Da gäb’s in den Vereinigten Staaten genauso was zu tun wie in Kenia. Die Nachfrage nach besseren Straßen, Wasser- und Stromnetzen und Leitungen ist also da, aber das Angebot fehlt. Niemand will den Job machen. Der Staat kann nicht, die Staatsschulden drücken, und die Privatwirtschaft will nicht und kann’s vielleicht auch nicht alleine.

Im Magazin “Foreign Policy” erläutert Justin Yifan Lin, der im übrigen eine sehr interessante Biographie hat (Taiwanese, der nach China flüchtet, dort marxistische Wirtschaftstheorie studiert, später an die Universität in Chicago geht und heute Chefökonom der Weltbank ist), in “Bridges to Somewhere”, wie er sich Wachstum durch Infrastruktur vorstellt. Das Zauberwort lautet “Public-private partnerships” – kurz: PPP! Vorteile hätte das für Industrieländer ebenso wie für sich Schwellen- und Entwicklungsländer:

Investitionen in Infrastruktur sind entscheidend für die Schaffung von Wachstum und mehr Arbeitsplätze – vielleicht entscheidender als jemals zuvor. Für Industrieländer könnte es der schnellste Weg aus der Krise sein. Für Entwicklungsländer ist es ein mächtiger Katalysator, um ihre Volkswirtschaften zu transformieren, die Unternehmen können ungehindert ohne Stromengpässe arbeiten, frei kommunizieren, ihre Märkte erweitern und, schlussendlich, die technologische Leiter hinaufklettern. Der Bedarf ist klar. Das Geld ist verfügbar.

Investing in infrastructure is critical for generating growth and creating jobs — perhaps now more than ever. For advanced economies, it may be the fastest way out of their slump. For developing countries, it is a powerful vehicle for transforming their economies, enabling their businesses to work unimpeded without electricity shortages, communicate freely, expand their markets, and, ultimately, climb up the technological ladder. The need is clear. The money is available.

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Lin ist damit nicht alleine: Eine “Infrastructure Bank” soll auch Barack Obama im Kopf haben. Europa versucht es mit dem “Europe 2020 Project Bond Initiative”, ob der wirklich bin ich mir nicht so sicher. Wenn es um konkrete Startzeiten geht, beinhaltet der Text der EU für meinen Geschmack zu viele Konjunktive. Der Baubranche könnte so wieder auf die Beine geholfen werden, die Arbeitslosigkeit verringert und Wachstum generiert werden.

Aber es geht vor allem auch darum, wie Brücken, Straßen, Strom-, Wasser- und Kommunikationsnetze in den Erdteilen außerhalb Nordamerikas, Europas, Australiens und ein paar Peripherieländern wirken.

In “Foreign Policy” steht, ich zitiere:

1,4 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu Strom, etwa 880 Millionen Mänschen Menschen leben ohne sauberes Trinkwasser, und 2,6 Milliarden ohne Zugang zu einfachen sanitären Einrichtungen; Ungefähr 1 Milliarden Leute auf dem Land leben nach Schätzungen so abgelegen, dass sie keinen Zugang zu Straßen haben, die bei jedem Wetter befahrbar sind im Umkreis von zwei Kilometern (Übersetzen ist echt anstrengend.)  In der Subsahara (ohne Süd-Afrika) ist der pro_kopf_Stromkonsum im Durchschnitt nur 124 Kilowatt-Stunden im Jahr, kaum genug Strom für eine Glühlampe pro Person, die sechs Stunden am Tag brennt.

1.4 billion people have no access to electricity, about 880 million people still live without safe drinking water, and 2.6 billion are without access to basic sanitation; About 1 billion rural dwellers worldwide are estimated to have no access to all-weather roads within two kilometers (about the length of a 25- to 30-minute walk). Per capita electricity consumption in sub-Saharan Africa (excluding South Africa) averages only 124 kilowatt-hours a year, hardly enough to power one light bulb per person for six hours a day.

Aber wenn keine Straßen, auf denen man gscheid fahren kann da sind, und der Strom grad mal für ein paar Glühlampen pro Tag reicht (bei mir brennen gerade zwei) und kein Wasser aus dem Hahn kommt, ist ja klar, dass da die Wirtschaft nicht wachsen und Unternehmertum sich nicht entfalten kann.

Die asiatischen Erfolgsländer in den letzten Jahrzehnten China, Japan und Südkorea geben schon seit Jahrzehnten mindestens neun Prozent ihres BIPs (Bruttoninlandsprodukts) für Infrastruktur aus. (Ich erinnere mich an die Bravo Gameszeitung, über koreanische PC-Spiele-Meisterschaften, als ich zu Hause am 166 MgHz-Computer mit Windows 95 saß.)

Kurzum: Justin Yifu Lin plädiert, dafür, dass die Privatwirtschaft aus den Industrieländern in Entwicklungs- und Schwellenländern investiert. PPP eben. Aber jaja, schöne Pläne gibt’s ja viele, aber wie soll das jetzt wirklich finanziert werden?

Neben mehr Effizienz, sollen die bisherigen Quellen (Entwicklungshilfe zum Beispiel) mit neuen Finanzierungsquellen kombiniert werden. Zum Beispiel durch den Privatsektor. Genau diese vermehrten privaten Investitionen würden die Lücke schließen, die bisher immer noch besteht, und Geschäfte nicht stattfinden können.

So wie ein Vertrag darüber, dass ein deutsches oder chinesischen Unternehmen eine Straße in Angola baut oder sie zumindest finanziert. Nachdem das Ding dann steht oder geteert oder wie auch immer fertiggestellt ist, bekommt der Investor seine Rendite. Denn eingeplant ist dann meist auch sowas wie eine Gebühr für das Teilstück der Autobahn, die dann an den Investor gehen. Solche Sachen gibt es durchaus schon, aber konzentriert auf die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) und die Türkei. 

Aber es darf nicht vergessen, dass eine solche Geldanlage auch riskant ist. Die Einnahmen fallen vielleicht doch nicht so hoch aus wie erwartet, denn vielleicht können sich die Leute den Superhighway durch Afrika auch gar nicht leisten, oder die Wechselkurse steigen oder fallen plötzlich. Und erstmal muss ‘ne Stange Geld in die Hand genommen werden, damit Glasfaserkabel verlegt werden können. Von heute auf morgen geht das auch nicht, da kann sich auch leicht mal was verzögern, in der Zeit darf der Investor also nicht pleite gehen.

Richtig einfach ist das auch nicht, da braucht es auch Know-How dazu, Humankapital. Wie auch finanzielles Kapital, das durch die privaten Investoren, in die entsprechenden Länder erst durch die PPPs importiert werden muss, weil es nicht in ausreichendem Maße vorhanden sein kann, so kann das auch mit ausgebildeten Männern und Frauen sein. Aber das sind ja auch genau die Lücken, in die entwickelte Ökonomien mit ihren Angeboten einspringen können: Anschubfinanzierung, Maschinen, Pläne.

Zur Sicherheit gibt es öffentliche Garantien. (Wie die genau aussehen, weiß ich nicht), aber, so Justin Yifun Lin in “Foreign Policy” seien nur solche Risiken versichert, die das Projekt direkt betreffen. Die Weltbank, so erzählt ihr Chefökonom, biete deshalb eine Versicherung gegen/für politische Risiken an: Krieg, Unruhen unter der Bevölkerung oder den Devisenmärkten, solche Sachen."Aber mehr bleibt zu tun”, glaubt Justin Yifun Lin.

Denn insgesamt fließt immer noch zu wenig Kapital für Infrastruktur in sich entwickelnde Staaten. Deshalb hat die Weltbank einen eigenen Fonds gründet, der Gelder von anderen Fonds, wie eben genannte Sovereign Wealth Funds, aber auch Pensionsfonds, sammelt und mehr Geld für infrastrukturelle Maßnahmen in Schwellen- und Entwicklungsländer zur Verfügung stellt.

In Sovereign Wealth Funds sieht Lin eine Möglichkeit Geld zu beschaffen. Warum Lin gerade diese so prominent heraushebt, verstehe ich nicht. Denn auf Deutsch heißt diese Form des Geld investierens Staatsfonds und sind – ganz genau – Knete vom Staat. Und Justin Yifan Lin will ja eigentlich vor allem den Privatsektor zum Investieren verleiten.

Andererseits wäre das ja auch eine Methode indirekt Nachfragepolitik zu betreiben. Denn haben nicht auch die amerikanische Notenbank und die Europäische Zentralbank mit ihren aufgekauften Wertpapieren nicht auch genügend Geld zur Verfügung? Gibt es bedeutsame europäische oder US-Staatsfonds? Wikipedia sagt nicht. Warum ist das so? 

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31. August 2011 6

Was mit Wissenschaft (I)

Von Katharina in Tagtäglich

Bachelorarbeit steht an. Ab morgen geht es los. Das heißt: Ab morgen fang ich an, auch wenn ich noch keine Bestätigung habe, aber ich kann mich noch ein bisschen an das Thema erinnern. Doch der 1. September ist der Stichtag in meinem Kopf und daran will ich mich halten. Mein Semester unterliegt nämlich einem straffen Zeitplan. Das letzte Sommersemester bin ich mit angezogener Handbremse gefahren, war zum einen recht angenehm, zum anderen auch notwendig war. Die Konsequenz ist (um in der Metapher zu verbleiben), dass ich im kommenden Semester links rechts überholen muss. Aber das Coole: Ich habe zum ersten Mal nur Vorlesungen, die ich richtig geil finde, im Vorlesungsverzeichnis zumindest.

Zu meinem ausgeklügelten Plan gehört es auch die Bachelorarbeit nicht am Schluss des Studiums zu schreiben, sondern vor meinem letzten Semester. Mein Professor hat mir sehr deutlich zu verstehen geben, dass er die Idee bescheuert finde, schließlich habe ich noch nie zuvor wissenschaftlich gearbeitet. Ist mir aber egal: Der Zeitplan! Mein Zeitplan!

Der torschtl hat zu seiner Bachelorarbeit gebloggt. Ich fand das ganz angenehm zu lesen und ich kann mir vorstellen, wenn man sich so seinen Fortschritt etwas vor Augen führt, könnte unter wohlwollenden Umständen das Frustpotenzial gesenkt werden (oder erhöht? Ich check das grad nicht: Also wenn die Latte, also der Frust, höher hängt, dann passt ja mehr drunter rein. Ergo: Ich kann beschissener laufen ohne dass ich gleich frustriert bin. Oder aber ich senke die Latte, was heißt, dass sie einfach niedriger ist. Hilfe, anyone?)

Was ich jetzt schon weiß:

  • Ich werde VIEEEEEEL twittern oder bloggen. Aber des is ja ned des schlechteste.
  • Ich werde am Schluss Word hassen. Ich weiß, alle empfehlen LaTeX (das leider “Latech” ausgesprochen wird, was ich sehr schade finde), aber ich hör nicht drauf. Bisher hat noch jemand Tage damit verbracht mit Fußnoten zu kämpfen
  • Ich hab keine Ahnung wie man zitiert, also das, was man in die Fußnoten schreibt. Aber so schwer kann das ja nicht sein.

Ja, mehr weiß ich grad nicht zum Thema. Ach doch: Ich hab mir ein Notizbuch gekauft. Habe mich gegen Evernote als zentraler Gedächtnisersatz entschieden, denn mit Grafiken und Formeln wird das blöd. Also klassisch per Hand.

Mein Thema ist übrigens irgendwas mit Faktorausstattungen beim Heckscher-Ohlin-Modell. Was ganz cool ist, weil es einfach ein ganz zentrales Grundmodell im Außenhandel ist.

Gut, also dann mal anfangen. Vielleicht mit ‘ner Vorlage in Word.

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25. August 2011 3

Fett!

Von Katharina in Tagtäglich

Es war am  Sonntag vor meiner letzten Klausur des Semesters, als ich mich aufmachte den Galgenberg in Regensburg zu erklimmen, um alte Klausuren der Ökonometrie für vier Cent pro Seite aus dem Drucker zu lassen. Als ich die kühlen, weil fensterlosen Gänge der Universität Regensburg entlang ging, Stöpsel im Ohr und in Gedanken versunken, arbeitete der Teil des Hirns, der mich meistens davor bewahrt zu stolpern oder gegen Türen zu laufen, zuverlässig und bemerkte auf der rechten Seite beachtenswertes. Ich hielt also einen kaum merklichen Moment inne, dann ging ich drei Schritte rückwärts. Vor dem Raum der Fachschaft Wirtschaft, die ich übrigens noch immer bewundere, dass sie sich die Domain fachschaft-wirtschaft.de gesichert haben, hing ein Plakat mit der Aufschrift: “Blogger/innen gesucht”. Und zwar für das Global Economic Symposium in Kiel, einer Konferenz, bei der globale Wirtschaftsfragen diskutiert werden sollen. Das Überthema lautet in diesem Jahr “New Forces of Global Governance”, unter das ja ne ganze Menge fallen kann. Die Teilnehmer kommen aus der Geschäftswelt, Politik, Wissenschaft und den Medien. Hört sich alles schon ganz geil an. Wirtschaft und Bloggen, das braucht man mir nicht zweimal zu sagen.

Aus akuten Prokrastinationsgründen und wegen meiner Vorliebe für Reality-TV mit Anteilen von Ekel- und Mutproben bewarb ich mich noch am selben Tag bei der “Challenge”. Die alten Klausuren mussten da noch ein bisschen warten. Heute kam die Zusage. Was ich genau machen soll, weiß ich noch nicht wirklich: Bloggen, ein- oder zweimal am Tag, auf Englisch. Die Veranstaltungen sind laut Wikipedia off-the.record, also nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, was komisch ist. Aber dazu soll es bald Infos geben. Soweit kann ich nur sagen: Fett!

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21. August 2011 0

Lesenswertes: Regeln, Systeme und (keine) Ideologien

Von Katharina in Lesenswertes, Politisches

Freifahrt – Da das Internet ja an allem Schuld ist, kann es als Sündenbock mittlerweile für so ziemlich alles gebraucht werden. Politiker schlagen deshalb immer wieder, zum Teil groteske Regulierungen vor, die die Netzaktivisten jedes Mal erbost von sich weisen: “Und trotzdem darf dies alles kein Grund sein, Augen und Ohren davor zu schließen, dass Veränderungen auch vor dem Netz nicht Halt machen werden”, schreibt Johnny Häusler auf Spreeblick in seinem Text.

Ich bin davon überzeugt, dass es im Netz neben den glitzernden Hauptstraßen auch immer die dunkleren Seitengassen, die nur halb legalen Rotlicht-Viertel, die Indie-Läden und die Drogendealer geben wird – wie in jeder Stadt auch. Man wird immer finden, was man will, wenn man weiß, wo man suchen muss. Ich mache mir keinerlei Sorgen darum, dass das Netz zu einem klinisch sauberen Ort werden könnte, der keinen Platz mehr für Spinner und Absurditäten lässt, für Abgedrehtes und Absonderliches und für das, was nun wirklich nur drei echt ziemlich schräge Leute interessiert. Das Netz besteht schließlich aus Menschen. Die machen das schon.

Ich bin aber auch ziemlich sicher: Das anarchistische Internet ist tot. Und es wurde nicht allein von regulierungswütigen Politikern oder Wirtschaftbossen getötet, sondern vielleicht auch von der Realität seiner verschiedenen Entwicklungen, von der Tatsache, dass es schon lange kein elitärer Klub mehr ist, sondern ganz einfach eine Erweiterung des öffentlichen Raums. Und für einen solchen kann das Hoffen auf Selbstregulierung kaum genügen.

Wenn die unten nicht mehr wollen – Mal wieder ein Text, der sagt, dass Begriffe wie “links” und “rechts” ausgedient haben. Wir stehen nun, so Arno Widmann im Tagesspiegel, nach dem Ende des Kommunismus, der Finanzkrise usw. an einem Wendepunkt, an dem sich ein Systemwechseln ereignen wird. Elementare Dinge eines politisches Systems wie die Frage der Partizipation und Wirtschaftsform sollen sich erheblich ändern. Wichtig dabei: Wie kann mit möglichst geringem Schaden geschehen?

Es geht nicht darum, Einstürze, Bankrotts also, zu verhindern. Es geht darum, sie möglichst früh, also möglichst kostengünstig passieren zu lassen. Das ist sicher keine linke Idee. Das ist aber auch keine rechte Idee. Das ist vernünftig. Es ist das Vernünftige, das schwer zu tun ist. Besonders in einem Land, das Jahrzehnte lang marode Industrien durchgefüttert, ganze Landstriche miternährt hat, ein Land also, das sich in Ost und West daran gewöhnt hatte, dass es irgendwie schon funktionieren wird.

Shoplifters of the World Unite – Slavoj Žižek  schreibt über die Ausschreitungen in London. Dass es keine politischen Forderungen gab, sieht er in einer Linie darin, dass nach dem Zusammenbruch des Kommunismus eine ideologielose Zeit begann:

The fact that the rioters have no programme is therefore itself a fact to be interpreted: it tells us a great deal about our ideological-political predicament and about the kind of society we inhabit, a society which celebrates choice but in which the only available alternative to enforced democratic consensus is a blind acting out. Opposition to the system can no longer articulate itself in the form of a realistic alternative, or even as a utopian project, but can only take the shape of a meaningless outburst. What is the point of our celebrated freedom of choice when the only choice is between playing by the rules and (self-)destructive violence?

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15. August 2011 0

Punkt.

Von Katharina in Politisches

Manchmal kann ich nur in allen Punkten zustimmen. Zum Beispiel dem Wirtschaftsjournalisten Mark Schieritz, der Grundsätzliches über das Wirtschaftssystem schreibt:

Nur um das klarzustellen: Ich bin der Meinung, dass der Kapitalismus das am wenigsten schlechte System ist. Aber er wird politisch nur überleben, wenn er Teilhabe erlaubt und ökonomisch, wenn er ausreichend Kaufkraft generiert. Und das bedeutet neben vielen anderen Dingen eben auch: Den Reichen nehmen und den Armen geben. Anders geht es nicht. Punkt.

Und dann zitiert er noch einen klugen Satz von John Mayard Keynes. Um den zu lesen, bitte: Tax and Spend.

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3. August 2011 0

Fast Forward, No Future

Von Katharina in Politisches

Die Nahrungsmittelpreise steigen wieder. Und der Grund dafür sind nicht nur schlechte Ernten oder dass beispielsweise Mais für die Biospritherstellung genutzt wird. Das Video einer NGO zeigt, wie Geschäfte in und außerhalb von Rohstoffbörsen den Preis beeinflussen – und dabei Spekulanten immer mehr an Gewicht gewinnen. Das liegt unter anderem daran, dass nach dem Platzen der Immobilienblase Finanzdienstleister ein neues Betätigungsfeld gesucht (und gefunden) haben.

via @lantzschi

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