Post-Tag-Archiv für ‘ Wirtschaft ’

14. Dezember 2011 0

Nieder mit dem Standard!

Von Katharina in Tagtäglich

Ich bin es ja schon irgendwie Leid mich darüber aufzuregen. Seit 2007 ist die Wirtschaft in der Krise. Von der Finanzen zu den Schulden bis zum Euro. In meinem Studium spielt das keine Rolle. Gäbe es die Schlagzeilen nicht, im Hörsaal bekäme ich es nicht mit. Aber es tut sich ein bisschen was: In den vergangenen beiden Wochen hörte ich von Professoren mehr Verteidigungen der neoklassischen Wirtschaftstheorie als in den drei Jahren zuvor (also zwei), im Stile von “So scheiße ist es ja gar nicht” Nach zwei Minuten weiter im Stoff (Aber immerhin!). Alternative Erklärungen gibt es aber kaum. Robin Wells, ehemalige Professorin unter anderem am MIT, fordert jetzt neue Lehrpläne für die Einstiegskurse der Volkswirtschaftslehre. Der Text “We Are Greg Mankiw… or Not?” ist auf dem Blog des INET, dem “Institute for New Economic Thinking”, erschienen. 

Ich würde allen Professoren für die Hausaufgabe aufgeben, den Text zu lesen. Und den Studierenden auch. Ein Rundumschlag ist der Text, zum Schluss mit einem Aufruf an Dozenten und Dozentinnen ihre Lehrpläne zu überarbeiten. Sie beginnt damit, dass die meisten Einführungskurse das Buch zur Makroökonomie von Greg Mankiw benutzen. Auch in meinem Regal steht es normalerweise, gestern habe ich es aber jemanden ausgeliehen. Und an genau diesen Greg Mankiw, dem Standardautoren aller Standardwerke für Standardmakroökonomie, haben haben die Studenten ein Protestbrief geschrieben, in dem unter anderem stand: “There is no justification for presenting Adam Smith’s economic theories as more fundamental or basic than, for example, Keynesian theory.”

Vier Vorschläge bringt Wells, um die Lehre in der Volkswirtschaftslehre zu reformieren:

Provide Context.   Compared to past years, instructors need to acknowledge the limits of free markets earlier in their courses. Students should understand the difference between the conceptual importance of free markets and their real world limitations. Explain that much of the current economic distress arises from markets that don’t behave competitively — the labor and financial markets.

Build Trust.  Trust is built when the instructor compensates for the one-sided nature of the relationship by treating students’ viewpoints with respect.  And this is where the art of the perceptive instructor is most likely to be needed.  For example, to the microeconomics student who protests that Keynes and Adam Smith should be given equal time, respond that the issue boils down to why some economists believe that the labor market doesn’t always clear while others believe that its does.  Then take a few minutes to discuss each side of the debate.   Yet, also make clear that valuable class time won’t be wasted on debating viewpoints that are contradicted by the data.

Address Distributional Issues.  The dramatic rise in U.S. income inequality compels us as instructors to address it.  While international trade and educational differences have clearly contributed to some of the rise, it’s clear that they are only partial explanations: they can’t explain the explosion of income gain at the top 1% of the income distribution, and particularly at the top 0.1%.  We shouldn’t extol the benefits of markets while ignoring today’s highly skewed distribution of the benefits.  While there is no single definitive explanation, there are many factors that are feasible topics in class: moral hazard and the setting of CEO compensation, the decline of countervailing forces such as unions and higher marginal tax rates at the top end, deregulation, asset bubbles and the financialization of the U.S. economy.  And then discuss: to what extent is the level of income inequality a legitimate policy target?

Finally, Adopt Some Humility.  It’s true that those of us who weren’t in the business of teaching Gaussian pricing formulas for CDO’s or touting the benefits of homeownership via sub-prime mortgages aren’t directly responsible for the economic mess we’re in.  But in the eyes of many students we are culpable to the extent that we dismiss the need for some re-think of the deference accorded to free markets in how we teach economics as applied to the real world.  Again, I want to emphasize that we make the distinction between communicating the importance of free markets as an intellectual building block and the frequent mis-use of free market concepts when it comes to making real world policy choices.  Lastly, in a world of liquidity-trap macroeconomics, soaring income inequality and an exploding Eurozone, we are going to have to admit that there are areas in which the profession just doesn’t know what the right answer is. 

Wäre es wert, den Text auf Deutsch zu übersetzen? Ich überlege, aber es ist ein Haufen Arbeit.

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28. November 2011 3

Ableiten und Null setzen: Wie Mathematik Ideologie sein kann

Von Katharina in Tagtäglich

Der Mathematiker Claus Peter Ortlieb spricht mit dem Wirtschaftsmagazin “Brandeins” darüber, wie die Mathematik von der Volkswirtschaftslehre eingenommen wird – und er das gar nicht gut findet. Ortlieb forscht zu mathematischen Modellen. Wie in allen Gesellschaftswissenschaften gibt dort aber das Problem, dass keine Experimente durchgeführt werden können. Einmal Griechenland nur zu Probe aus dem Euro schmeißen, um zu schauen, wie sich das auswirkt, ist nicht drin. “Die Zahlen beruhen nicht auf Erfahrung, sie sind eine reine Prognose und das Ergebnis von mathematischen Modellen”, so der Mathematiker.

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Sonstige Themen, des relativ langen, wahnsinnig interessanten Interviews: Wie die Mathematik in den letzten Jahrhunderten immer wichtiger wurde, warum Noten keine große Aussagekraft haben und dass konkrete Zahlen bei der Klimaerwärmung wissenschaftliche Hypothesen nicht umfassend ausdrücken.

Aber zurück zur VWL und Ortliebs Aussagen dazu.

Über die Volkswirtschaftslehre und ihr Verhältnis zur Mathematik und Naturwissenschaften:

Die herrschende Volkswirtschaftslehre ist eigentlich eine bloß noch mathematische Disziplin, sie erstellt mathematische Modelle, die man real nie nachbauen könnte und die trotzdem verwendet werden, um auf deren Grundlage Berechnungen anzustellen und komplexe ökonomische Vorgänge auf wenige Zahlen zu reduzieren. Auch dort wird versucht, das Reale mit dem Unmöglichen zu beschreiben. Im Prinzip ist das derselbe Vorgang, nur kann man die Ableitungen aus Annahmen des mathematischen Modells, das ja nichts anderes ist als ein fiktiver Idealzustand, nicht im Experiment mit der Wirklichkeit verbinden, so, wie es die Naturwissenschaften können. Schon aus diesem Grund ist es legitim zu bezweifeln, dass man in der Volkswirtschaft überhaupt Mathematik einsetzen darf. Dazu kommt, dass ökonomische Prozesse letztlich von Menschen gemacht werden und nie naturgesetzlich ablaufen. Menschen haben immer Entscheidungsfreiheit. In den Naturwissenschaften ist es möglich, von Gesetzmäßigkeiten auszugehen und Prozesse eindeutig determinierbar zu beschreiben, wenn ich ihre Bedingungen kenne. Sobald der Mensch ins Spiel kommt, ist das anders, erst recht, wenn sein Verhalten im komplexen gesellschaftlichen Raum betrachtet wird. Geschichte wird gemacht. Sie ist kein Naturprozess, der einfach so abläuft. Die neoklassische Lehre blendet das aus und kommt zu absurden Ergebnissen.

Über Märkte:

Das geschieht etwa dadurch, dass die per se anzweifelbare mathematische Methode innerhalb der Volkswirtschaftslehre auch noch falsch angewandt wird. Die neoklassische Lehre vom Markt etwa wird fälschlicherweise vom Gütermarkt auf andere Märkte übertragen. Der Gütermarkt wird über Angebot und Nachfrage beschrieben. Angebot ist eine monoton wachsende Funktion des Preises und Nachfrage eine monoton fallende Funktion des Preises. Diese beiden Linien kreuzen sich irgendwo, und da entsteht das Gleichgewicht, auf das sich der Markt einstellt. Der Anschaulichkeit halber wird das mit dem berühmten Bild eines Marktplatzes beschrieben, auf dem sich Anbieter und Nachfrager treffen und die Preise aushandeln. So fangen alle VWL-Lehrbücher an, die sich kreuzenden Linien der Funktionen aus Angebot und Nachfrage bilden das sogenannte Marshall-Kreuz, das jeder VWL-Student kennt. Und dann der Fehler: Dieses Modell wird auf Teufel komm raus auf alle möglichen Situationen angewandt, etwa den Arbeitsmarkt.

Warum die Annahmen des Gütermarktes nicht unbedingt auch für den Arbeitsmarkt gelten:

Im Niedriglohnbereich ist die Annahme einer monoton wachsenden Angebotsfunktion nicht korrekt. Wenn ich die Löhne senke, muss jemand, der davon leben will, mehr arbeiten, um auf dieselbe Summe zu kommen. Die Modellannahme geht aber davon aus, dieser Jemand würde dann weniger arbeiten, weil der Einsatz seiner Arbeitskraft für ihn nicht attraktiv ist. Das geht an der Wirklichkeit vollkommen vorbei, wird aber einfach so behauptet und als Argument gegen Tarif-oder Mindestlöhne herangezogen. Wenn diese zu hoch angesetzt würden, könne sich das Gleichgewicht nicht einstellen, und es entstehe Arbeitslosigkeit. Das ist die herrschende Auffassung der neoklassischen Volkswirtschaftslehre. Man kann Bücher von Harvard-Professoren lesen, die, bezogen auf den Arbeitsmarkt, so argumentieren, obwohl sie hundert Seiten vorher in einem anderen Modell nachgewiesen haben, dass die Annahmen keineswegs erfüllt sind.

Über Mathematik als Ideologie:

Man kann sich jedenfalls schwer vorstellen, dass jemand das aus Versehen macht, schon gar nicht, wenn es sich um ein Buch handelt, das inzwischen in der dritten Auflage erschienen ist. Die neoklassische Lehre der Volkswirtschaft geht von einer Art Harmonielehre der Märkte aus. Wenn man die Märkte sich selbst überlasse, stelle sich alles zum Besten ein. Zum Beleg dieser Meinung werden Scheinargumente benutzt, die sich der Mathematik bedienen und sie missbrauchen, um Ideologie zu transportieren. Die Mathematik eignet sich hierfür sehr gut, weil sie die Erfolgsgeschichte der exakten Naturwissenschaften auf ihrer Seite hat und in Bezug auf Exaktheit das Maß aller Dinge ist. Was mathematisch exakt berechnet wurde, kann doch nicht falsch sein. Deswegen vertrauen viele Menschen auch den Informationen, die in Gestalt von Zahlen daherkommen. Zahlen scheinen vordergründig leicht nachvollziehbar, gerade auch in wirtschaftlichen Zusammenhängen.

Warum das BIP als Maß für Wirtschaftsleistung kaum etwas aussagt:

Es ist zum Beispiel im Grunde irrsinnig, die Wirtschaftsleistung Deutschlands auf eine einzige Zahl zu bringen, das Bruttoinlandsprodukt, das dann jedes Jahr wachsen muss, damit die Welt in Ordnung ist. Die Zahl als solche ist vergleichsweise nichtssagend im Vergleich dazu, was hinter dieser Zahl an menschlichem Handeln steht.

Nochmal der Link: Die Welt lässt sich nicht berechnen. Schlauer Mann.

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14. November 2011 2

Was mit Wissenschaft (V): Fertig!

Von Katharina in Tagtäglich

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So, abgegeben. Zwar nicht um 11:11 Uhr, sondern um 13:48 Uhr. Hatte verschlafen. Passt im Großen und Ganzen schon, was ich da in das Kuvert mit Luftpolstern gesteckt habe (Das zweite, das ich im Set mitkaufen musste, werde ich wohl nie verwenden). Mit Schwächen hie und da, aber solide. Timing lief ganz gut. Die letzten drei Wochen hatte ich viel Luft, in der ich nichts getan habe, bis zum Schluss doch noch Zeitdruck aufkam und ich einfach froh war, sie abzugeben.

Jo, das noch:

ScreenClip

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19. Oktober 2011 0

Was mit Wissenschaft (IV)

Von Katharina in Tagtäglich

Über die Hälfte der 60 Tage, die ich für meine Bachelorarbeit Zeit habe, sind um. Knapp drei Wochen habe ich noch, um den Text zu produzieren. Anfang dieser Woche hatte ich einen Termin für eine Zwischenpräsentation beim Professor. Lief ganz gut. Ich habe erzählt, was ich so gelesen habe und die kurz zusammengeschusterte Gliederung passt grundsätzlich. Natürlich hatte er Sachen auszusetzen und zwei, drei Mal hab ich echt Müll gelabert, aber das finde ich nicht schlimm, solange es richtig in der Arbeit steht. Immerhin hat mir mal jemand gesagt, dass ich schon ungefähr die richtige Richtung eingeschlagen habe. Seitdem bin ich so bestärkt, dass ich erstmal nichts mache. Schließlich bin ich erkältet und das ist eine wunderbare Ausrede, um im Bett zu liegen und “The Big Bang Theory” zu gucken, anstatt zu schreiben.

Am kommenden Wochenende will ich aber Seiten runterhauen, denn ich gehe davon aus, dass das ganze Gefriemel am Schluss (Zitate, Literaturverzeichnis und was man da nicht so alles braucht) noch ziemlich viel Zeit schlucken wird.

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16. Oktober 2011 0

GES 2011: Concluding Remarks

Von Katharina in Politisches

Folgender Beitrag entstand während des Global Economic Symposiums, das am 4. und 5. Oktober 2011 in Kiel stattfand. Alle Artikel sind auf economicinsights.eu zu finden.

Between the coast, the main train station and a run-down parking garage, the GES 2011 was a great event. Here are some concluding remarks:

A recurring claim: New mechanisms

One statement that appeared in all panels was that old mechanisms for governments interacting with each other on a global level don’t work anymore. They were designed in an other time after the Second World War: The Bretton-Woods-System and its executive institutions, the International Monetary Fund (IMF) and the World Bank took care about the financial systems and the economic development of what used to be called Third World Countries.

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16. Oktober 2011 0

India in the 21st century: An interview with Arun Maira

Von Katharina in Politisches

Folgender Beitrag entstand während des Global Economic Symposiums, das am 4. und 5. Oktober 2011 in Kiel stattfand. Alle Artikel sind auf economicinsights.eu zu finden.

  • Arun Maira is an elegant man with grey hair, strong tractions and a smile that makes him look like a boy. He seems pretty vital for a 67 old man. Living in Dehli, India,  he serves there as a member of the economic planning commission. He had studied physics before working for Tata Group for 25-years. Later he was with the Boston Consulting Group. He publishes articles and books.
  • The Planning Commission of India is a governmental institution, that givesdirections for economic development in five-year plans. Until 1990s the policies were rather restrictive, following socialist ideas. Since then, economic policy has changed and the economy opened up. The latest,eleventh five-year plan is for 2007 to 2012.
  • In an interview in the wine cellar of the hotel Atlantic Arun Maira talks about India’s economic situation, the need of participation in a democracy and an a better system in the “new normal”.
India’s economy was liberalized in the early 1990s. Why is there still a planning commission?

Arun Maira: Because there was one. When things change it takes a while. Two years ago, when the new government came, they asked the question you are asking. And the answer was: No, we should not have a Plannig Commission. The challenges in India are a lot of change for the country. For doing the right thing you need to have a kind of radar. The planning commission need cannot say the people what to do or not to do like 50 years ago, but you can give them very good insight and information. This required to be fulfilled by somebody and the best organization available is the Planning Commission. (weiterlesen…)

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16. Oktober 2011 0

“Hardcore Macro Session”: Balancing the Imbalances

Von Katharina in Politisches

Folgender Beitrag entstand während des Global Economic Symposiums, das am 4. und 5. Oktober 2011 in Kiel stattfand. Alle Artikel sind auf economicinsights.eu zu finden.

The recession after the financial crisis is officially over and the economies are recovering, but there remains the danger of a double-dip recession. In order to build a more sustainable economy in the future, one issue to tackle are global imbalances. In a “hardcore macro session” a panel discussed about “Avoiding Currency Wars and Ensuring Balanced Global Recovery”.

The panel agreed upon the basic problems: Huge imbalances make the world economy even more fragile, excessive reserve accumulation worsens the problem and currency wars are counterproductive. And of course, there has to be a fiscal consolidation of the United States and European countries in the medium and long term. (weiterlesen…)

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2. Oktober 2011 0

Strukturierte Prokrastination: Die Theorie und ihre Anwendung

Von Katharina in Unterwegs

Der folgende Artikel entsteht aus akuter Prokrastination. 

Prokrastination ist auch so eine Modeerscheinung, inzwischen schon ein wenig länger im Geschäft und wird langsam von Burn-out verdrängt. Prokrastination ihrerseits verwies zum Beispiel die Generation Praktikum in den Hintergrund. Texte und Videos dazu sind ein wunderbares Mittel um dieser Tätigkeit zu fröhnen. Ein besonders kluger Text dazu ist von dem amerikanischen Philosophie-Professor John Perry. “Structured Procrastination” heißt der Text, auf den mich der Lautschrift Franz (so ist er in meinem Kopf gespeichert) in den Kommentaren zu einem Video über P. hinwies. 

Dort erklärt er, was er mit dem strukturierten Aufschieben meint, und dass nicht ganz so unlogisch ist, wie es klingt:

“The key idea is that procrastinating does not mean doing absolutely nothing. Procrastinators seldom do absolutely nothing; they do marginally useful things, like gardening or sharpening pencils or making a diagram of how they will reorganize their files when they get around to it. Why does the procrastinator do these things? Because they are a way of not doing something more important. If all the procrastinator had left to do was to sharpen some pencils, no force on earth could get him do it. However, the procrastinator can be motivated to do difficult, timely and important tasks, as long as these tasks are a way of not doing something more important.”

Die Harvard University hat Professor Perry deshalb mit dem lg Nobelpreis ausgezeichnet. Was es mit diesem “lg” auf sich hat, hab ich zwar noch immer nicht verstanden, aber der Preis ist eine Parodie auf das Original und will in erster Linie zum Lachen bringen. Die Liste in 7 verschiedenen Kategorien (10) seit 10 Jahren ist inzwischen schon ganz schön lang. Der Preis ist so Hipster, dass die Seite in uncoolem 1999 HTML-Design ist, das sagen will: “Uns gabs schon, da kanntet ihr noch nicht mal die AOL-CDs.” (Hipster-Bashing ist ja noch immer amüsant, auch wenns langsam abflaut.)

Also. Perry bringts auf den Punkt: Prokrastination heißt pnicht untätig sein (Wollte sowas wie ne Alliteration bilden, aber mir ist nichts eingefallen).

Denn schließlich habe ich, seitdem ich angefangen habe diesen Beitrag zu schreiben ein Video von Robert Misik angefangen, Konversation über verschiedene Kanäle geführt, mir Artikel, die ich morgen im Zug nach Kiel lesen will, gespeichert und/oder runtergeladen, Fotos von einer Geburtstagsfeier angesehen, gearbeitet und hie und da eine Minute sinnlos rumgeklickt.

Und warum das ganze? Deshalb: Das Global Economic Symposium, eine zweitägige Konferenz in Kiel steht an. Ich werde dort über die Veranstaltungen schreiben und habe drei Interview-Termine mit Männern. Das Zeug wird auf dem niegelnagelneuen Blog namens Economic Insights veröffentlicht. Die von fünf anderen jungen Leuten auch. Wenn ihr auf den Blog geht, werdet ihr auf einen “Ok”-Knopf stoßen, damit die Seite und euer Facebook-Profil vernetzt werden können. Die Datenschutzbehörde von Schleswig-Holstein hat das vor kurzem durchgesetzt. 

Und Ich habe meinen Professor aus den Vereinigten Staaten angeschrieben, meine erste Adresse bei Indien. Der hat mich an einen Freund in Neu Dehli verwiesen. Jetzt hab ich Anregungen für das Interview Arun Maira, dem Chef der Planungskommisson für die indische Wirtschaft. In der Zeit zwischen der Unabhängigkeit 1947 und 1991 hat die Behörde die Pläne für die Wirtschaft konstruiert, heute hat sie nur mehr beratenden Charakter, aber sicherlich noch immer Einfluss.

Der Zweite ist Wolfgang Kleinwächter, Professor für irgendetwas mit Internet. Er ist der Kopf einer Bewegung, die eine Magna Carta, also einen Grundrechtskatalog, für das Internet will. Die Gegner sind dabei das ICANN. Die kümmern sich um Domains, sitzen in Kalifornien und damit ein quasi-amerikanisches Unternehmen. Ich hab noch nicht ganz heraus, ob sie privatwirtschaftlich agieren oder dem Staat gehören.

Andrew Burns ist der Dritte im Bunde. Er ist von der Weltbank und ist einer der Chefautoren des “Global Economic Prospect”, einer Untersuchung über die makroökonomischen Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf low und middle-income countries.

Die einzelnen Veranstaltungen weiß ich nicht auswendig und nachzuschauen wäre mir gerade zu anstrengend, aber was mit Internet Governance, Makroökonomie und idenitiy und migration. Dazu noch zwei, drei Sachen.  

Jetzt also erstmal Wikipedia-Einträge als PDFs speichern und Tagesschau gucken. Danach fällt mir sicherlich noch einiges ein. Packen, mir das Ladegerät für den Akku meiner Camera ausleihen, weil ich meins nicht finden kann, wird wohl zu Hause irgendwo rumliegen, und dann den Jauch.

Ich sollte langsam mal auf Englisch switchen.

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