Post-Tag-Archiv für ‘ USA ’

4. November 2008 0

USA: Zwei Jahre Wahlkampf

Von katha in Medien, Politisches

Die New York Times bietet eine wunderbare Einstimmung auf die heutige Wahlnacht: Ein Überblick über den Wahlkampf. Ein wirklich sehenswertes Stück Onlinejournalimus.

Was ist das? Eine Audioslideshow mit wirklich exzellenten Fotos aus dem Wahlkampf. Dazu gibt es Videoeinspielungen mit Statements sowohl von den Kandidaten als auch von Wählern.

So sieht die Zukunft des Journalismus aus! Qualitativ hochwertige Beiträge, anstatt endlosen Bilderstrecken und lieblos gemachten Videos, wie wir es Deutschland noch immer gewohnt sind. So machen auch Printmedien im Internet Spaß.

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15. September 2008 2

Waehle Republikaner – oder auch nicht

Von katha in Politisches

Ich liebe Ironie und deshalb liebe ich diesen Wahlspot der US-Demokraten. Dummheiten der Republikaner werden einem da mal wieder richtig vor Augen geführt. Doch ich bezweifle, ob ironische Botschaften in Wahlkämpfen besonders gut ankommen. Bei Ironie besteht immer die Gefahr, dass er falsch verstanden wird. Und das ist im Wahlkampf übel. Doch ich vertraue hier einfach auf die Intelligenz der Amerikaner, schließlich machen sie auch wunderbare ironische Fernsehserien. Ok, der Vergleich hinkt etwas, aber die Serien finden sie (und natürlich auch ich) klasse.

Also, schaut euch mal an, warum die Amerikaner McCain wählen sollen – oder lieber doch nicht!

(via)

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27. Februar 2008 0

Informationen über den Irakkrieg

Von katha in Medien, Politisches

Der Irakkrieg bestimmt die Medien seit vier Jahren wie kein anderes Thema. Kaum ein Tag vergeht ohne Berichte über Selbstmordattenate oder neueste Berichte über die verheerende politische Lage zwischen Eufrat und Tigris. Die Präsidentschaftsvorwahlen in den USA heizen das Thema zusätzlich an, geht es doch auch die Zukunft Iraks: Obama will den sofortigen Abzug der Truppen, Mc Cain als Vietnamveteran sieht nur militärische Härte als Möglichkeit, Clintons Meinung ist irgendwo dazwischen anzusiedeln, Tendenz zu Mc Cain.

Doch neben diesen Informationen, die tagtäglich auf uns einprasseln, hat kaum jemand einen Überblick über die politischen Lager. Al-Sadr, Schiiten, Sunniten oder “Grüne Zone” – natürlich kennt jeder die Begriffe, der regelmäßig Zeitung liest. Doch was bedeuten sie? Welche politischen Lager neben der Religionszugehörigkeit gibt es? Und spielt die Trennung zwischen den Muslimen wirklich eine so große Rolle, wie überall zu lesen ist?

Aufschluss über die politische Situation gibt ein Artikel auf Hintergrund.de. Er berichtet ausführlich über den Irak unter amerikanischer Besatzung. Dabei werden verschiedenste Studien ausgewertet und ein Rundumschlag über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gemacht.

Die Bush-Administration habe im Irak keinen Fehler ausgelassen, so eine häufig geäußerte Kritik, gerade so, als hätten sie eine Checkliste abgearbeitet. Wäre das Hauptziel ein stabiler, demokratischer Irak gewesen, so wäre das sicher richtig. Stabilität hatte für die dominierenden Kräfte in Washington jedoch nie Priorität. Sie versuchten genau das umzusetzen, was sie sich vorgenommen hatten – ohne die geringste Rücksicht auf die Iraker.

Es ging schließlich nicht nur um die Absetzung des Regimes von Saddam Hussein. Ziel war vor allem die dauerhafte Ausschaltung des Iraks als Regionalmacht und zweitens die Etablierung einer massiven permanenten militärischen Präsenz – als Ausgangsbasis für die Umgestaltung bzw. Unterwerfung der gesamten Region. An dritter Stelle stand schließlich die Umwandlung des Iraks in ein radikal neoliberales Modell und der direkte Zugriff US-amerikanischer Konzerne aufs irakische Öl. (Unterpunkt: Weichen von Washington früh gestellt)

Neben diesen Punkten, die kritischen Beobachtern bewusst sind, beschäftigt sich der zweite Teil mit den Widerstandsgruppen und Freiheitskämpfern, ihrer Organisation und Stärke. Dabei kommt der Autor zu einem Schluss, der so direkt kaum in Zeitungen zu lesen ist. Ich zumindest hatte bisher den eindruck Sadr sei ein militanter Islamit, der die Scharia einführen will.

Keine bedeutende Widerstandsgruppe strebt einen islamischen Staat an, auch nicht die Bewegung des schiitischen Klerikers und Besatzungsgegners Muktada al Sadr. Die einzigen Organisationen, die eine islamistische Gesellschaft anstreben, sind die schiitischen Regierungsparteien SCIRI und al-Dawa, sowie die Al-Kaida-nahen Gruppen, die Ende 2006 einen »Islamischen Staat Iraks« proklamierten. (Unterpunkt: Gegenkräfte, Bewaffneter Widerstand)

Am Schluss wagt der Autor einen Ausblick in die Zukunft, einen Ausblick auf die weitere Strategie Amerikas. Nach dem Vorbild Israels wollen sie mit Mauern, Zäunen und Barrikaden die Städte unter Kontrolle halten.

Wer viel Zeit hat und Lust sich ausführlich über den Irak jenseits von ard, Süeddeutsche und Spiegel zu informieren, dem sei dieser Artikel wärmestens empfohlen.

(via).

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30. Juli 2007 1

Solange das Erdöl fließt…

Von katha in Politisches

Sarkozys Geschäfte mit dem lybischen Diktator Gaddafi haben eine alte Diskussion wiederauflammen lassen: Wie sollen Demokratien mit Ländern umgehen, die es mit den Menschenrechten und der Rechtsstaatlichkeit nicht so eng sehen, umgehen?

Wie war es in der Vergangenheit? Schon immer haben Länder andere ausgenützt. Rom hatte seine Provinzen, im Imperialismus hatte jeder, der etwas auf sich hielt, eine Kolonie. Und im Kalten Krieg versuchten die beiden Blöcke ihr Einflussgebiet zu behalten oder, noch besser, zu vergrößern.

Die Amerikaner und die Sowjets teilten den Globus unter sich in gut und böse auf (Wer ist gut? Wer böse? Ansichtssache). Staat für Staat musste sich für eine Seite entscheiden. Die Wankelmütigen auf beiden Seiten mussten mit militärischen Konsequenzen rechnen.

Und heute?

Deutschland baggert Turkmenistan wegen seines Erdgases an. Der Präsident des zentralasiatischen Landes nennt sich “Turkmenbaschi” (Vater der Turkmenen) und fördert den Kult um seine Person so gut es geht. Das geht natürlich nur, wenn Abstriche in der Meinungsfreiheit gemacht werden.

Schröder bezeichnete Putin einst als “lupenreinen Demokraten”. Ich hoffe, er ist intelligent genug, das nicht wirklich zu glauben, sondern nur die Geschäfte um Ressourcen nicht zu gefährden. Denn schließlich kann über ein paar ermordete Journalisten und Oppositionelle hinwegblicken, solange das Öl fließt.

Mehr zum Thema findet sich bei spiegelfechter. Der Artikel “Sarkozys neuer Hurensohn” und die nachfolgende Diskussion sind sehr lesenwert und informativ.

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