Post-Tag-Archiv für ‘ Uni ’

24. Januar 2012 0

Was ich in letzter Zeit so gemacht habe

Von Katharina in Medien

Manchmal gibt es tatsächlich Dinge, in die ich wahnsinnig gerne Enthusiasmus und Motivation hineinstecke – und nicht mal über den Aufwand oder sonstiges schimpfe (!). Dieses Zauberdings ist die Lautschrift, das Studierendenmagazin der Uni Regensburg. Meine Mitstreiter und ich haben in den vergangenen Monaten wesentlich mehr Zeit hineingesteckt als in die regulären Univeranstaltungen, schließlich waren da drei Perfektionisten auf einem Haufen. Und das ist dabei herausgekommen: Die Lautschrift, Ausgabe 12, zum Thema “Hysterie”.

Weil wir ja so wahnsinnig professionell sind, haben wir natürlich auch einen Pressetext:

Ob Weltuntergang oder Krise, EHEC oder Schweinegrippe, Anmeldefristen oder Flexnow – die Hysterie ist allgegenwärtig. Sie ist zum Treiber unserer Gesellschaft, Politik und Gefühlswelt geworden. Für die Studierenden-Zeitschrift der Uni Regensburg, Lautschrift, war das Grund genug, dieses Phänomen genauer unter die Lupe zu nehmen und zum Titelthema der neuen Lautschrift-Ausgabe zu machen.

Acht Autoren beschäftigen sich in ihren Beiträgen mit der »Dauerhysterisierung« der Gesellschaft, der Krankheitserreger-Hysterie, der Hysterie vor dem prophezeiten Weltuntergang 2012, der »Torschlusspanik« bei Studenten, der Job-Hysterie bei Lehramtsanwärtern, der Hysterie vor Abschlussprüfungen und, last but not least, mit der Bürokratie-Hysterie an der Uni Regensburg.

Wie gewohnt finden sich auch Themen über Uni, Gesellschaft, Kunst und Politik im Heft. Wie lässt sich ein Studium mit einem Kind bewältigen? Wer steckt eigentlich hinter den gelben Tonnen in den Cafeten? Wie schafft man es von einer Schokowaffelwerbung-Persiflage zu ProSieben? Die Antworten auf all diese Fragen könnt ihr ab dem 16. Januar in der neuen Ausgabe der Lautschrift nachlesen.

Die Antwort auf eine Frage sei schon einmal vorweg genommen: Wie schafft man es nun eigentlich, mit der Hysterie zu leben? Man muss sich daran gewöhnen. Und wem das Warten auf die Apokalypse zu lang wird, der kann sich nun die Wintersemester-Ausgabe der Lautschrift holen: diese Woche Dienstag bis Donnerstag mittags vor der Mensa, überall auf dem Campus oder direkt vor dem AStA-Zimmer. Werdet hysterisch und holt sie euch!

Ach ja, eine nigelnagelneue Webseite hat die Lautschrift auch.

Und hier ist das gute Ding. Richtig toll ist sie natürlich nur in gedruckt, aber diese Flash-Version erzeugt zumindest Magazin-Feeling.

Viel Spaß dabei! Kritik? Anmerkungen? – Nur her damit!

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14. Dezember 2011 0

Nieder mit dem Standard!

Von Katharina in Tagtäglich

Ich bin es ja schon irgendwie Leid mich darüber aufzuregen. Seit 2007 ist die Wirtschaft in der Krise. Von der Finanzen zu den Schulden bis zum Euro. In meinem Studium spielt das keine Rolle. Gäbe es die Schlagzeilen nicht, im Hörsaal bekäme ich es nicht mit. Aber es tut sich ein bisschen was: In den vergangenen beiden Wochen hörte ich von Professoren mehr Verteidigungen der neoklassischen Wirtschaftstheorie als in den drei Jahren zuvor (also zwei), im Stile von “So scheiße ist es ja gar nicht” Nach zwei Minuten weiter im Stoff (Aber immerhin!). Alternative Erklärungen gibt es aber kaum. Robin Wells, ehemalige Professorin unter anderem am MIT, fordert jetzt neue Lehrpläne für die Einstiegskurse der Volkswirtschaftslehre. Der Text “We Are Greg Mankiw… or Not?” ist auf dem Blog des INET, dem “Institute for New Economic Thinking”, erschienen. 

Ich würde allen Professoren für die Hausaufgabe aufgeben, den Text zu lesen. Und den Studierenden auch. Ein Rundumschlag ist der Text, zum Schluss mit einem Aufruf an Dozenten und Dozentinnen ihre Lehrpläne zu überarbeiten. Sie beginnt damit, dass die meisten Einführungskurse das Buch zur Makroökonomie von Greg Mankiw benutzen. Auch in meinem Regal steht es normalerweise, gestern habe ich es aber jemanden ausgeliehen. Und an genau diesen Greg Mankiw, dem Standardautoren aller Standardwerke für Standardmakroökonomie, haben haben die Studenten ein Protestbrief geschrieben, in dem unter anderem stand: “There is no justification for presenting Adam Smith’s economic theories as more fundamental or basic than, for example, Keynesian theory.”

Vier Vorschläge bringt Wells, um die Lehre in der Volkswirtschaftslehre zu reformieren:

Provide Context.   Compared to past years, instructors need to acknowledge the limits of free markets earlier in their courses. Students should understand the difference between the conceptual importance of free markets and their real world limitations. Explain that much of the current economic distress arises from markets that don’t behave competitively — the labor and financial markets.

Build Trust.  Trust is built when the instructor compensates for the one-sided nature of the relationship by treating students’ viewpoints with respect.  And this is where the art of the perceptive instructor is most likely to be needed.  For example, to the microeconomics student who protests that Keynes and Adam Smith should be given equal time, respond that the issue boils down to why some economists believe that the labor market doesn’t always clear while others believe that its does.  Then take a few minutes to discuss each side of the debate.   Yet, also make clear that valuable class time won’t be wasted on debating viewpoints that are contradicted by the data.

Address Distributional Issues.  The dramatic rise in U.S. income inequality compels us as instructors to address it.  While international trade and educational differences have clearly contributed to some of the rise, it’s clear that they are only partial explanations: they can’t explain the explosion of income gain at the top 1% of the income distribution, and particularly at the top 0.1%.  We shouldn’t extol the benefits of markets while ignoring today’s highly skewed distribution of the benefits.  While there is no single definitive explanation, there are many factors that are feasible topics in class: moral hazard and the setting of CEO compensation, the decline of countervailing forces such as unions and higher marginal tax rates at the top end, deregulation, asset bubbles and the financialization of the U.S. economy.  And then discuss: to what extent is the level of income inequality a legitimate policy target?

Finally, Adopt Some Humility.  It’s true that those of us who weren’t in the business of teaching Gaussian pricing formulas for CDO’s or touting the benefits of homeownership via sub-prime mortgages aren’t directly responsible for the economic mess we’re in.  But in the eyes of many students we are culpable to the extent that we dismiss the need for some re-think of the deference accorded to free markets in how we teach economics as applied to the real world.  Again, I want to emphasize that we make the distinction between communicating the importance of free markets as an intellectual building block and the frequent mis-use of free market concepts when it comes to making real world policy choices.  Lastly, in a world of liquidity-trap macroeconomics, soaring income inequality and an exploding Eurozone, we are going to have to admit that there are areas in which the profession just doesn’t know what the right answer is. 

Wäre es wert, den Text auf Deutsch zu übersetzen? Ich überlege, aber es ist ein Haufen Arbeit.

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28. November 2011 3

Ableiten und Null setzen: Wie Mathematik Ideologie sein kann

Von Katharina in Tagtäglich

Der Mathematiker Claus Peter Ortlieb spricht mit dem Wirtschaftsmagazin “Brandeins” darüber, wie die Mathematik von der Volkswirtschaftslehre eingenommen wird – und er das gar nicht gut findet. Ortlieb forscht zu mathematischen Modellen. Wie in allen Gesellschaftswissenschaften gibt dort aber das Problem, dass keine Experimente durchgeführt werden können. Einmal Griechenland nur zu Probe aus dem Euro schmeißen, um zu schauen, wie sich das auswirkt, ist nicht drin. “Die Zahlen beruhen nicht auf Erfahrung, sie sind eine reine Prognose und das Ergebnis von mathematischen Modellen”, so der Mathematiker.

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Sonstige Themen, des relativ langen, wahnsinnig interessanten Interviews: Wie die Mathematik in den letzten Jahrhunderten immer wichtiger wurde, warum Noten keine große Aussagekraft haben und dass konkrete Zahlen bei der Klimaerwärmung wissenschaftliche Hypothesen nicht umfassend ausdrücken.

Aber zurück zur VWL und Ortliebs Aussagen dazu.

Über die Volkswirtschaftslehre und ihr Verhältnis zur Mathematik und Naturwissenschaften:

Die herrschende Volkswirtschaftslehre ist eigentlich eine bloß noch mathematische Disziplin, sie erstellt mathematische Modelle, die man real nie nachbauen könnte und die trotzdem verwendet werden, um auf deren Grundlage Berechnungen anzustellen und komplexe ökonomische Vorgänge auf wenige Zahlen zu reduzieren. Auch dort wird versucht, das Reale mit dem Unmöglichen zu beschreiben. Im Prinzip ist das derselbe Vorgang, nur kann man die Ableitungen aus Annahmen des mathematischen Modells, das ja nichts anderes ist als ein fiktiver Idealzustand, nicht im Experiment mit der Wirklichkeit verbinden, so, wie es die Naturwissenschaften können. Schon aus diesem Grund ist es legitim zu bezweifeln, dass man in der Volkswirtschaft überhaupt Mathematik einsetzen darf. Dazu kommt, dass ökonomische Prozesse letztlich von Menschen gemacht werden und nie naturgesetzlich ablaufen. Menschen haben immer Entscheidungsfreiheit. In den Naturwissenschaften ist es möglich, von Gesetzmäßigkeiten auszugehen und Prozesse eindeutig determinierbar zu beschreiben, wenn ich ihre Bedingungen kenne. Sobald der Mensch ins Spiel kommt, ist das anders, erst recht, wenn sein Verhalten im komplexen gesellschaftlichen Raum betrachtet wird. Geschichte wird gemacht. Sie ist kein Naturprozess, der einfach so abläuft. Die neoklassische Lehre blendet das aus und kommt zu absurden Ergebnissen.

Über Märkte:

Das geschieht etwa dadurch, dass die per se anzweifelbare mathematische Methode innerhalb der Volkswirtschaftslehre auch noch falsch angewandt wird. Die neoklassische Lehre vom Markt etwa wird fälschlicherweise vom Gütermarkt auf andere Märkte übertragen. Der Gütermarkt wird über Angebot und Nachfrage beschrieben. Angebot ist eine monoton wachsende Funktion des Preises und Nachfrage eine monoton fallende Funktion des Preises. Diese beiden Linien kreuzen sich irgendwo, und da entsteht das Gleichgewicht, auf das sich der Markt einstellt. Der Anschaulichkeit halber wird das mit dem berühmten Bild eines Marktplatzes beschrieben, auf dem sich Anbieter und Nachfrager treffen und die Preise aushandeln. So fangen alle VWL-Lehrbücher an, die sich kreuzenden Linien der Funktionen aus Angebot und Nachfrage bilden das sogenannte Marshall-Kreuz, das jeder VWL-Student kennt. Und dann der Fehler: Dieses Modell wird auf Teufel komm raus auf alle möglichen Situationen angewandt, etwa den Arbeitsmarkt.

Warum die Annahmen des Gütermarktes nicht unbedingt auch für den Arbeitsmarkt gelten:

Im Niedriglohnbereich ist die Annahme einer monoton wachsenden Angebotsfunktion nicht korrekt. Wenn ich die Löhne senke, muss jemand, der davon leben will, mehr arbeiten, um auf dieselbe Summe zu kommen. Die Modellannahme geht aber davon aus, dieser Jemand würde dann weniger arbeiten, weil der Einsatz seiner Arbeitskraft für ihn nicht attraktiv ist. Das geht an der Wirklichkeit vollkommen vorbei, wird aber einfach so behauptet und als Argument gegen Tarif-oder Mindestlöhne herangezogen. Wenn diese zu hoch angesetzt würden, könne sich das Gleichgewicht nicht einstellen, und es entstehe Arbeitslosigkeit. Das ist die herrschende Auffassung der neoklassischen Volkswirtschaftslehre. Man kann Bücher von Harvard-Professoren lesen, die, bezogen auf den Arbeitsmarkt, so argumentieren, obwohl sie hundert Seiten vorher in einem anderen Modell nachgewiesen haben, dass die Annahmen keineswegs erfüllt sind.

Über Mathematik als Ideologie:

Man kann sich jedenfalls schwer vorstellen, dass jemand das aus Versehen macht, schon gar nicht, wenn es sich um ein Buch handelt, das inzwischen in der dritten Auflage erschienen ist. Die neoklassische Lehre der Volkswirtschaft geht von einer Art Harmonielehre der Märkte aus. Wenn man die Märkte sich selbst überlasse, stelle sich alles zum Besten ein. Zum Beleg dieser Meinung werden Scheinargumente benutzt, die sich der Mathematik bedienen und sie missbrauchen, um Ideologie zu transportieren. Die Mathematik eignet sich hierfür sehr gut, weil sie die Erfolgsgeschichte der exakten Naturwissenschaften auf ihrer Seite hat und in Bezug auf Exaktheit das Maß aller Dinge ist. Was mathematisch exakt berechnet wurde, kann doch nicht falsch sein. Deswegen vertrauen viele Menschen auch den Informationen, die in Gestalt von Zahlen daherkommen. Zahlen scheinen vordergründig leicht nachvollziehbar, gerade auch in wirtschaftlichen Zusammenhängen.

Warum das BIP als Maß für Wirtschaftsleistung kaum etwas aussagt:

Es ist zum Beispiel im Grunde irrsinnig, die Wirtschaftsleistung Deutschlands auf eine einzige Zahl zu bringen, das Bruttoinlandsprodukt, das dann jedes Jahr wachsen muss, damit die Welt in Ordnung ist. Die Zahl als solche ist vergleichsweise nichtssagend im Vergleich dazu, was hinter dieser Zahl an menschlichem Handeln steht.

Nochmal der Link: Die Welt lässt sich nicht berechnen. Schlauer Mann.

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16. November 2011 2

Zur Vollversammlung der Uni Regensburg

Von Katharina in Tagtäglich

Vor wenigen Minuten ist die Vollversammlung der Studierenden an der Uni Regensburg zu Ende gegangen. Das wichtigste Resultat nach drei-stündiger Diskussion: Die Verwaltung der Uni Regensburg wird sofort besetzt. Nach einer halben Stunde kam die Revision. Die Versammlung war nicht beschlussfähig. Und das ist auch gut so. Falsche Nachricht: Die Verwaltung ist doch besetzt.

Denn: Eine Besetzung soll das allerletzte Mittel des Protests sein. Hier ist es aber gerade umgekehrt: Bevor irgendwelche anderen Mittel zu Rande gezogen werden, wird besetzt. Genau das war auch schon der Fehler bei der Besetzung des H2 vor ziemlich genau zwei Jahren: Es gab keine KONKRETEN Forderungen und Ziele. Das hat die Studierendenschaft eher gegen die Besatzer aufgebracht.

Klar, kann man da sagen: Die Occupy-Bewegung hat auch keine klaren Forderungen, aber trotzdem Gewicht. Ja, das haben sie, aber deshalb, weil sich viele Menschen mobilisieren lassen. Das kann von der Uni Regensburg nicht behauptet werden (Was ich von der Besetzung mitnehmen konnte: Ein gratis Auftritt des Kabarattisten Josef Hader).

Der Beschluss zur erneuten Besetzung war in meinen Augen undemokratisch. Abgesehen davon, dass erschreckend wenige zu der Vollversammlung erschienen sind (ich schätze, dass zu Beginn die Plätze des Audimax’ zu etwa 2/3 besetzt waren), sind zusätzlich in den folgenden zwei Stunden immer mehr Leute abgehauen, sodass zum Schluss vielleicht 100, vielleicht auch 200 Studierende darüber abgestimmt haben, ob die Uni besetzt werden soll. (Ich habe dagegen gestimmt).

Egal, ob man die erneute Besetzung für sinnvoll hält: Das Desinteresse der Studenten und Studentinnen an der Uni an Mitbestimmung ist erschreckend! Wie erwähnt, war der Audimax nicht annähernd voll besetzt und das bei über 20.000 eingeschriebenen Leuten. Und ich wage zu behaupten, dass der Großteil Dinge am Unisystem auszusetzen hat: Seien es die Studienbeiträge, das Bachelor-Master-System, die fehlende Grundfinanzierung durch die Landesregierung in München, die überfüllten Hörsäle oder auch nur die fehlenden Parkplätze und vollgestopften Busse des RVV.

Und dann kommt der Vorwurf auf: “Die labern doch nur und bringen eh nichts zu Rande”. Das liegt aber daran, dass die Studierenden keine Macht haben. Bayern ist das einzige der 16 Bundesländer, in denen die Studenten und Studentinnen kein Mitbestimmungsrecht haben – und zwar schon fast 40 Jahren. 1973 hat die Landesregierung die Parlamente, Asta usw. abgeschafft und zwar mit “um den terroristischen Sumpf trocken zu legen.” Das ist natürlich ein Witz!

Meiner Einschätzung nach, kann das aber nur durch einen Weg verbessert werden. Ihr müsst zu den Hochschulwahlen gehen! Würde ich in der Staatskanzlei oder dem Kultusministerium sitzen und dann sehen, dass die Wahlbeteiligungen Jahr für Jahr unter 20 Prozent liegen, dann würd ich mir auch denken: Die haben doch keinen Bock darauf. Dass das natürlich auch daran liegt, dass sich jeder der Machtlosigkeit der Gremien bewusst ist, ist ein Teufelskreis.

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14. November 2011 2

Was mit Wissenschaft (V): Fertig!

Von Katharina in Tagtäglich

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So, abgegeben. Zwar nicht um 11:11 Uhr, sondern um 13:48 Uhr. Hatte verschlafen. Passt im Großen und Ganzen schon, was ich da in das Kuvert mit Luftpolstern gesteckt habe (Das zweite, das ich im Set mitkaufen musste, werde ich wohl nie verwenden). Mit Schwächen hie und da, aber solide. Timing lief ganz gut. Die letzten drei Wochen hatte ich viel Luft, in der ich nichts getan habe, bis zum Schluss doch noch Zeitdruck aufkam und ich einfach froh war, sie abzugeben.

Jo, das noch:

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19. Oktober 2011 0

Was mit Wissenschaft (IV)

Von Katharina in Tagtäglich

Über die Hälfte der 60 Tage, die ich für meine Bachelorarbeit Zeit habe, sind um. Knapp drei Wochen habe ich noch, um den Text zu produzieren. Anfang dieser Woche hatte ich einen Termin für eine Zwischenpräsentation beim Professor. Lief ganz gut. Ich habe erzählt, was ich so gelesen habe und die kurz zusammengeschusterte Gliederung passt grundsätzlich. Natürlich hatte er Sachen auszusetzen und zwei, drei Mal hab ich echt Müll gelabert, aber das finde ich nicht schlimm, solange es richtig in der Arbeit steht. Immerhin hat mir mal jemand gesagt, dass ich schon ungefähr die richtige Richtung eingeschlagen habe. Seitdem bin ich so bestärkt, dass ich erstmal nichts mache. Schließlich bin ich erkältet und das ist eine wunderbare Ausrede, um im Bett zu liegen und “The Big Bang Theory” zu gucken, anstatt zu schreiben.

Am kommenden Wochenende will ich aber Seiten runterhauen, denn ich gehe davon aus, dass das ganze Gefriemel am Schluss (Zitate, Literaturverzeichnis und was man da nicht so alles braucht) noch ziemlich viel Zeit schlucken wird.

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30. September 2011 0

Was mit Wissenschaft (III)

Von Katharina in Tagtäglich

So, erster Tiefpunkt erreicht. Inzwischen hab ich relativ gelesen, vieles verstanden, doch ich sehe noch keinen roten Faden – und das nervt mich. Nächste Woche bin ich in Kiel, die Woche drauf muss ich dann meinen Zwischenbericht abliefern. Das kann ja lustig werden. Ich hoffe auf den Druck Ende nächster Woche, der mit ein paar Geistesblitze beschert.

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26. September 2011 0

Was mit Wissenschaft (II)

Von Katharina in Tagtäglich

Am 11.11.2011 muss ich meine Bachelorarbeit beim Prüfungsamt einreichen. Ehrensache, dass ich das um 11:11 Uhr erledigen will. Wie viele Tage ich noch genau habe, um die 30 Seiten Text zu schreiben, will ich nicht wissen. Aber es sind seit dem Startsignal schon genug vergangen, als dass ich wieder schreiben sollte, wenn ich das mit dem über die Bachelorarbeit blogge wirklich durchziehen möchte.

Mein Thema ist der Handel, und zwar die Gründe dafür. Eine Theorie geht so: Es gibt zwei Länder, Land A hat im Vergleich zu Land B mehr Kapital, Land B dafür mehr Arbeit relativ zu Land A. Unter bestimmten Annahmen spezialisiert sich Land A auf kapitalintensive Güter und stellt deshalb mehr von diesem kapitalintensivem Gut mehr her, als die Konsumenten, die Unternehmen und der Staat aus A kaufen. Der Rest exportiert es deshalb in Land B, das sich wiederum auf Produkte konzentriert, die relativ viel Arbeit benötigen. Die Herstellung übersteigt wieder den Konsum und B verkauft deshalb das arbeitsintensive Gut nach A. A, das kapitalintensive Land, exportiert also das kapitalintensive Gut und importiert das Gut, das relativ mehr Arbeit braucht, von dem A ja nicht so viel hat. Für B gilt es umgekehrt analog.

Was ich bisher gemacht habe:

  • Die zwei Einstiegslektüren gelesen. Beide Paper untersuchen mit statistischen Tests, ob das Heckscher-Ohlin-Vanek-Modell Außenhandel richtig vorhersagt, indem die Schätzergebnisse für den Faktorinhalt mit erhobenen Daten für den Faktorinhalt vergleicht. Also im Grunde: Sind die Modellergebnisse in der Wirklichkeit beobachtbar und statistisch robust?
  • Vier andere Paper und die Unterlagen aus der Vorlesung durchgearbeitet.
  • Das Notizbuch, das ich mir extra für diesen Zweck zugelegt habe, ist schon fast voll gekritzelt:

Inzwischen ergibt sich ein Bild. Ich habe alles bisherige im Groben verstanden. Das mathematische Konstrukt, das die Zusammenhänge zwischen verschieden ausgestatteten Staaten modelliert, muss ich aber noch fertig nachrechnen. Das soll dann auch einen gewissen Anteil an der Arbeit haben. Es heißt nämlich Professoren stehen auf Formeln und auch mein Betreuer hat mir nahegelegt, ganz hinter die Mathematik zu steigen. Mag ich nicht so gern, aber ist machbar. Ich kann mir vorstellen, dass das auch dankbar ist. Die Schwierigkeit ist dabei nicht das Schreiben, sondern das Dahintersteigen vorher. Ich glaube, ich stehe so bei 60 Prozent.

Aber einen wirklichen Dreh hab ich noch nicht. Sollte er in zwei Wochen noch nicht da sein, prognostiziere ich, dass ich panisch werde.

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