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Amerikanische Verhaeltnisse? Bekommen wir dann besseren HipHop?

Veröffentlicht am | 09. 02. 2008 | Noch kein Kommentar

Wenn da so viel vom Ficken die Rede ist…Liebe Eltern, die 13-jaehrige Gymnasiastin aus Freiburg bekommt so wenigstens vermittelt, dass Sex eine Strafe und Homosexualitaet verwerflich ist. Und das ist ja immerhin schon mal mehr als saemtliche Wertedebatten der Union je erreichen konnten.

Peter Richter bei Polylux ueber deutschen phatten, crassen Gangsta-HipHop aus Deutschland. Da muss er aber aufpassen, dass Bushido ihn nicht disst und Sido zurieckflamt… oder wie das heisst.

Das ganze Video:


Poly Kolumne gangstarap @ www.polylog.tv/videothek

Playboy-Häschen in Endloswiederholung

Veröffentlicht am | 05. 08. 2007 | Noch kein Kommentar

Früher konnte der Zuschauer die Musiksender MTV und Viva klar unterscheiden: Viva war quietschbunt, MTV düsterer. Und heute? Dauerwerbesendungen, Comic-Serien und Reality-Soaps über Prominente auf beiden Sendern. Unterschiede? Gibts nicht mehr. Musikfernsehen auch nicht mehr, weil kaum mehr Musik gespielt wird.

Musik wird immer unwichtiger. Die Viva-Mitarbeiter (sofern denn noch welche vorhanden sind) haben das auch bemerkt und sogleich reagiert: Vor ein paar Wochen stand Viva unter dem Thema “Musikwoche”. Ist das der erste Schritt zu Besserung durch Selbsterkenntnis, Ironie oder einfach nur Dummheit?

Denn die Ursache für das Dilemma ist eindeutig: MTV und Viva fehlt journalistische Arbeit. Praktikanten reichen für die redaktionelle Arbeit leicht, weil sie ja nur daraus besteht Kassetten mit halbnackten Frauen in die Rekorder schieben. Die Musiksender bombardieren die Zuschauer mit E- und F-Prominenten, die uninteressante/skandalöse/dumme Statements über A-,B-C- und D-Prominente vom Stapel lassen (vorzugsweise zum Thema Sex/sexuelle Orientierung/Schönheitsoperationen).

Wie schön war es doch noch vor ein paar Jahren! Natürlich gab es auch damals Sendungen, bei denen ich mich am liebsten zu Boden geworfen und drei “Gegrüßet seist du Maria” gebetet hätte um den Herrgott in seinem Zorn zu besänftigen. Doch schimmerten auch Perlen im Musikwirrwarr: Viva 2 (leider nur in der Endphase bewusst wahrgenommen), Unter Ulmen, Kuttner. Es gab tatsächlich Sendungen, die sich mit Popkultur auseinandersetzten.

Wieso gibt es heute diese Ausnahmen nicht mehr? Warum ist die Musiksenderlandschaft ein einziges Tal der Tränen? Ganz einfach: Kompetente Berichterstattung braucht kompetente Journalisten. Und diese kosten Geld, das die Chefs nicht ausgeben wollen. Denn warum Kohle ausgeben, wenn auch Reality-Soaps über die Hugh Heffners Playboy-Häschen in knappen Bikinis auch in der Endloswiederholung genug notgeile Typen finden, die die Quote einigermaßen stabil halten. Und damit die Werbeeinnahmen.

Womit wir beim Pudels Kern angelangt sind. Privatsender finanzieren sich durch Werbung, die Handyklingeltöne und komische Frösche dominieren. Dadurch werden ganz klar Kinder angesprochen, denn welcher halbwegs vernünftig denkende Mensch schließt ein Jamba-Abo ab? Und damit die (Prä)pubertäre Zuschauerschaft auch weiterhin ihr Taschengeld für sinnlosen Quatsch aus dem Fenster wirft, muss sie zwischen den Werbepausen einigermaßen bei Laune gehalten werden. Das geht am besten mit denselben Liedern, die im Moment als Handyklingeltöne total angesagt sind. Oder aber mit Serien, die sicher nichts mit Musik zu tun haben (und weibliche sekundäre Geschlechtsteile zeigen) – denn die hört man ja schließlich in den Reklamepausen schon genug.

Popkultur und Musik wurden so zunehmend verdrängt. Und unsereins bleibt nur eins: Glotze aus und ab ins Internet!

Pippi & Co.: Meine Kindheit war schwedisch

Veröffentlicht am | 23. 07. 2007 | 16 Kommentare

Die Milchjunkies veranstalten eine Blogparade zum Thema TV-Erinnerungen. Na, hab ich mir gedacht, da mach ich ja glatt mal mit…

milch tvMeine Kindheit war schwedisch. Nein, ich bin nicht in diesem wunderschönen skandinavischen Land aufgewachsen noch verbrachte ich meine ersten Jahre hinter schwedischen Gardinen. Stattdessen waren Pippi, Michel und Wicki meine Lieblinge aus der Glotze. (Zugegeben, ob Wicki wirklich Schwede war, weiß ich nicht.)

Meine Mutter war sehr darauf bedacht, dass ihre Kinder nur altersgerechte Sendungen sehen können. Bis mein Bruder und ich etwa zehn Jahre waren, sahen wir kaum fern und dann nur ZDF tivi (kika-Vorläufer). Statt Turtles und Beverly Hills 90210 gab es bei uns Büllerbü und Karlson vom Dach.

Ich wage zu behaupten jede Geschichte von Astrid Lindgren, die jemals verfilmt wurde, zu kennen. Von ihr stammen auch meine absoluten Favoriten: Pippi und Michel.

Ich kenne Pippi Langstrumpf und ihre Freunde Annika und Tommi. Ich war dabei, als sie Pippis Vater Efraim Langstrumpf seinem Gefängnis im Tacka-Tucka-Land befreiten und hatte Fernweh, wenn die drei Freunde auf dem Rücken des Kleinen Onkel und mit Herrn Nilsson auf der Schulter durch die schwedische Landschaft reiten. Ich lachte, als sie sowohl die beiden Polizisten Kling und Klang als auch die Gauner Donner-Karlsson und Blom immer wieder austrickste.

Doch noch lieber als die Pippi mochte ich Michel aus Lönneberga. Vielleicht, weil es ein Kinderfoto von meinem Papa gibt auf dem er dem Michel aufs Haar ähnlich sieht. Der Michel ist einfach ein Lausejunge aus einem Dorf in Schweden. Und ein armer Junge, wenn er nach seinen Streichen immer wieder in den Schuppen gesperrt wurde. Aber eigentlich wollte er ja niemanden schaden, sondern einfach Spaß haben oder jemanden helfen. Doch mit seiner Bauernschläue konnte er sich meist doch aus seiner misslichen Lage befreien und seinem Vater ein Schnippchen schlagen. Es ist einfach süß, wenn er seine kleine Schwester Klein-Ida zu Unfug überredet und mit Knecht Alfred über Magd Lina (und die Frauen im Allgemeinen) schimpft als hätte er schon drei Ehen und vier Scheidungen hinter sich.

Doch eigentlich ist der Michel keine TV-Erinnerung. Denn vor zwei Jahren hab ich mir den Michel auf DVD gekauft und schau ihn mir und seine Streiche immer noch gerne an.

“Summer of love” bei arte

Veröffentlicht am | 02. 07. 2007 | Noch kein Kommentar

Dieser Sommer steht bei arte ganz im Zeichen der Hippie-Bewegung. Über Wochen hinweg werden Zuschauern Filme, Dokumentationen und Konzerte geboten.

Hier kann das ganze Programm angesehen werden. Auf den ersten Blick habe ich schon einige Sachen gefunden, die ich unbedingt sehen möchte:

  • Die Reifeprüfung
  • High sein, frei sein, überall dabei sein
  • Gimme Shelter
  • Das Kind, die Kommune und der Guru
  • Flower Power Ost – Die Blumenkinder des Sozialismus
  • Summer of Love

Wie es aussieht, wird mein Fernsehkonsum wohl wieder drastisch zunehmen…

Interessant ist auch, dass arte eine interaktive Chronik anbieten will. Doch wir müssen uns wohl noch etwas gedulden, obwohl sie bereits seit gestern offiziell online sein sollte.

Schleichwerbung bei “Gülcans Traumhochzeit”?

Veröffentlicht am | 19. 06. 2007 | 2 Kommentare

Neue Nahrung für weibliche Singles, die sich nach einem Prinzen sehnen: Gülcans Traumhochzeit mit Bäcker Kamps Sprößling Sebastian.

Nach einer Abszess-Behandlung im Krankenhaus besuchte der zukünftige Ehemann einen Kumpel, Chef eine PR-Agentur. Dieser betreut die Einführung eines, wie sich Kamps neutral ausdrückte, “Energydrinks”.

Damit auch der grenzdebilste Zuschauer bemerkt um welches aufputschende Getränk es sich handelt, drinken die beiden jungen Herren “Rushh“. Darüberhinaus ist der Raum über und über mit Rushh-Werbeplakaten gepflastert.

Betreibt ProSieben Schleichwerbung?

Nachtrag: Ich habe kurz Rushh gegoogelt: Mit großen Werbeaktionen wird versucht Rushh bekannt zu machen. Ein Energydrink für Prominente soll Rushh werden, indem man Autorennen für C- und D-Promis veranstaltet und “Deutschlands schärfste Partyluder” sucht, die sogenannten “Rushh Devils”.

Entpolitisierung von Symbolen

Veröffentlicht am | 19. 06. 2007 | 1 Kommentar

Sitze ich in einem beliebigen Café und beobachte dabei speziell die Mädchen kann man oft folgende Kombination beobachten: Hautenge Jeans, Chucks, Kreolen und ein Palästinensertuch. Ich bezweifle sehr, dass sie die politische Bedeutung des Tuches für den palästinensischen Freiheitskampf kennen. Ich bezweifle sehr, dass sie mit ihren Chucks ihre politisch linke Grundeinstellung ausdrücken wollen.

Was sind die Folgen? Birgt diese Entwicklung hin zum modischen Stück eine Chance um die Ziele breitenwirksam zu artikulieren? Oder werden die Symbole völlig entpolitisiert und verlieren über kurz oder lang ihre politische Bedeutung?

Interessanter Bericht dazu bei polylog.tv


polylog G8 Chic mode

@ www.polylog.tv/videothek

Big Brother: Die Köpfe rollen

Veröffentlicht am | 12. 06. 2007 | Noch kein Kommentar

Bei meinen Ausflügen in die tiefsten Tiefen des schlechten Fernsehens hab ich mir bereits angewöhnt, mich von keiner Geschmacklosigkeit mehr überraschen zu lassen. Bei Big Brother werden Persönlichkeitsrechte freiwillig abgegeben, ohne Widerstand dämliche und teilweise auch demütigende Dinge zu tun. Doch gestern wurden die Grenzen des guten Geschmacks eindeutig überschritten.

Montag ist die wöchentliche Abendshow und um der Sendung wenigstens etwas Pepp zu geben, war alles im Zeichen von Ritterspielen: Kostüme für die Bewohner, etwas reiten und Fanfaren. So schön, so gewohnt langweilig.

Die Zuschauer nominierten und die Bewohner mussten entscheiden, wer den Container verlassen muss. Passend zum Themenabend Mittelalter mussten die Bewohner, in Leinensäcke gekleidet, knien und gegen einen Mitbewohner entscheiden. Kaum entschieden wird eine Puppe, auf dessen Gesicht ein Foto des Ausgetoßenen gepinnt ist, zu einem Holzblock gezerrt und der Kopf von einem furchterregenden Kerl mit einem Hackbeil abgeschlagen. Die Köpfe rollten.

Natürlich ist mir klar, dass in jeder Nachrichtensendung brutalere Bilder aus Palästina oder dem Irak. Dennoch geht diese martialische Inszenierung zu weit. Ein paar Bewohnern stand die Betroffenheit im Gesicht, doch der Große Bruder hat indoktriniert, keine Widerworte zu geben, denn sonst werden die Zigarettenrationen gekürzt.

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Leichen im Fernsehkeller

Veröffentlicht am | 28. 05. 2007 | Noch kein Kommentar

Ich habe Leichen im Keller. Und fast jeden Tag kommt eine neue hinzu. Ich spreche von Big Brother. Ja genau, von dem Fernsehformat, das vor fünf Jahren total angesagt hat und im Jahr 2007 keine nasse Socke mehr hinter dem Sofa mehr hervorlockt. Außer mich. Fast jeden Tag gebe ich mich den aufregenden Erlebnissen von Leon, Knubbel und Co. hin, die in einem häßlichen Container bei Köln eingesperrt sind. Ich beobachte ihre sinnlosen Streitereien um Zigaretten und den Abwasch, schüttle den Kopf bei Eddy egoistischen Verhalten und freue mich über das Liebesglück von Sonja und Basti.

Ich gebe es ja zu, es ist einfach stinklangweilig. Es passiert nichts. Die Bewohner (Expertenjargon) liegen den ganzen langen Tag im Garten (schönes Wetter) oder auf der Couch (schlechtes Wetter). Wie auch bei einer guten Soap kann man ruhig ein paar Wochen pausieren, problemlos können die neuen Folgen ohne Verständnisschwierigkeiten verfolgt werden. Eddy und Kathrin fetzen sich im März um das Gleiche wie im Mai.

Interessiere ich mich deshalb auch für Blogs? Bin ich Wahrheit nur ein elender Spanner?

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