Post-Tag-Archiv für ‘ Regensburg ’

11. Juli 2010 0

Der Regensburg-Effekt

Von Katharina in Politisches

Ein Regensburger Blogger schrieb über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Die Diözese Regensburg ging juristisch gegen die Aussage vor. Eine Auseinandersetzung um Wahrheit, Meinungsfreiheit und Barbara Streisand.

Das Bistum Regensburg war in den letzten Monaten weit öfter in den Schlagzeilen als es ihm wohl lieb war. Missbrauchsfälle bei den Domspatzen wurden publik; im Zuge der Berichterstattung darüber hielt Bischof Gerhard Ludwig Müller die Gläubigen an, die «Reife des Glaubens zu haben, nicht auf all diese Schalmeien wie 1941 hereinzufallen” und gilt seitdem als der Bischof mit dem Nazi-Vergleich.

Der erste in einer Reihe von Skandalen war der Fall eines Pfarrers in Riekofen, der sich an einem Ministranten vergangen hat. Erst im Zuge des Verfahrens wurde öffentlich, dass der Pfarrer bereits zu einer zwölfmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung wegen Kindesmissbrauchs in seiner alten Gemeinde verurteilt worden war.

Eine Viertelmillion oder zwei Jahre Haft

Der Regensburger Stefan Aigner betreibt das Blog regensburg-digital.de. Er berichtet dort vor allem über Lokalpolitik. »Im März 2010 habe ich geschrieben, dass ich es als grotesk befunden habe, dass die katholische Kirche selbst Missbrauchsfälle aufklären soll, und habe das mit mehreren Beispielen begründet«, erzählt Aigner. Eines führte die Diözese Regensburg auf den Plan: Es ging um genau diesen Pfarrer aus Riekofen bei Regensburg, der 2008 wegen 22-fachen sexuellen Missbrauchs zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Nachdem er sich 1999 in Viechtach während einer Osterfeier an zwei Brüdern vergriff, während ihre Schwester die Tat beobachtete, unterschrieb die Familie der Kinder eine Stillschweigeerklärung. Der Priester zahlte 6.500 Mark Schmerzensgeld an die Familie. Schon eineinhalb Jahre später arbeitete der Priester wieder mit Jugendlichen.

Die Streitfrage ist, ob es einen Zusammenhang zwischen der Schmerzensgeldzahlung und dem damaligen Stillschweigen der Familie gibt. »Dazu habe ich in meinem Kommentar eine Einschätzung getroffen, die ich so öffentlich nicht mehr äußern darf«, sagt Stefan Aigner. Im nächsten Satz schrieb er, dass das Bistum einen solchen Zusammenhang dementiert.

Die Diözese mahnte ihn ab, das heißt sie forderte Aigner auf, solche Aussagen in Zukunft zu unterlassen. Aigner machte daraufhin einen Kompromissvorschlag und veränderte seine Aussage, um sie deutlicher als Meinungsäußerung kenntlich zu machen. Das Bistum ignorierte das und erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen beide Formulierungen. Bei einer Strafandrohung von 250.000 Euro oder ersatzweise zwei Jahren Haft ist es Aigner untersagt, seine Sicht zum Verhalten der Kirche öffentlich zu sagen. Aigner findet das absurd: »Diese Einschätzung ist so oder so ähnlich auch beim Spiegel, der Süddeutschen Zeitung, der Bild-Zeitung oder der taz zu finden.«

Aigner legte keine Widerspruch gegen die Unterlassungserklärung ein: »Wir wollen gleich ins Hauptsacheverfahren gehen. Hier kann man Zeugen laden und hat bessere Möglichkeiten, seinen Standpunkt darzulegen.« Falls er verliert, will er in die zweite Instanz gehen. »Mein Anwalt und ich scheuen uns auch nicht, bis zum Bundesgerichtshof zu gehen«, sagt er entschlossen, »denn in meinen Augen ist das Vorgehen ein skandalöser Angriff auf die grundgesetzlich garantierte Meinungs- und Pressefreiheit.«

Der Prozess wird in etwa einem halben Jahr stattfinden. Regensburg- digital.de wird durch Anzeigen auf der Website und den »Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.« finanziert. Um den Prozess finanziell stemmen zu können, hat Aigner auf seiner Seite zu Spenden aufgerufen. Mittlerweile konnte er auf diesem Weg etwa 10.000 Euro sammeln. Dem Medienmagazin ZAPP sagte Aigner: »Es wird ja wohl noch erlaubt sein auf Grund gewisser Tatsachen eine Einschätzung treffen zu dürfen. Die muss der Diözese Regensburg ja nicht gefallen. Die kann ja gerne dagegen argumentieren. Aber ich kann die sagen, auch öffentlich.«

Wo hört die Meinungsfreiheit auf?

Ein Richter muss nun entscheiden, ob Stefan Aigner schreiben darf, dass »die Geldzahlung nicht nur in den Augen unserer Redaktion einen Beigeschmack einer Schweigegeldzahlung hat« oder ob das Ordinariat ihm das verbieten darf. Das ist auch eine grundsätzliche Entscheidung: Wo hört Meinungsfreiheit auf und beginnen die persönlichen Rechte eines jeden?

Natürlich darf ein Autor im überall zugänglichen Internet nicht einfach schreiben, was er will. Das Grundgesetz definiert, wo die Meinungsfreiheit ihre Grenzen hat. In Artikel 5 steht: »Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.« Und genau diese persönliche Ehre des Priesters sieht das Bistum Regensburg verletzt. »Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter des Bistums Regensburg verfolgten niemals die Absicht, die Familie des Opfers zu hindern, die Straftat gesetzlich verfolgen zu lassen. Das Gegenteil ist richtig. Sie arbeiten eng mit den Behörden zusammen«, so schreibt das Bistum in der Stellungnahme »Was ist Wahrheit (Johannes 18,38)«.

Für das Bistum steht fest: »Aigner verbreitet eine glatte und bösartige Unwahrheit und bricht damit Recht.« Den Vorwurf, unwahre Behauptungen aufzustellen, macht die Diözese aber nicht nur Aigner, sondern einer ganzen Reihe von anderen deutschen Medien. Immer wieder habe man auf Tatsachen hingewiesen, je- doch ohne Erfolg: »Also entschied das Bistum, den juristischen Weg zu gehen.«

Unter anderem der Spiegel und das Handelsblatt berichteten in den letzten fünf Jahren, wie der pädophile Pfarrer Peter K. nach dem Missbrauch 1999 in Viechtach und seiner Strafe, die zu dreijähriger Bewährungszeit ausgesetzt worden war, schon nach nur eineinhalb Jahren wieder in der Jugendarbeit eingesetzt werden konnte, ohne dass die Gemeindemitglieder in seiner neuen Gemeinde Riekofen davon wussten. »Weder der Spiegel noch andere Medien belegten auch nur ansatzweise einen Zusammenhang zwischen geleisteten Zahlungen und der behaupteten und falschen Vertuschungsabsicht. Dokumente wurden niemals aufgezeigt«, steht in der Stellungnahme der Diözese.

Aigner stützte sich auf einen Artikel im Spiegel aus dem Jahr 2007 mit der Überschrift »Schweigen gegen Geld«, der sich auf Verträge zwischen der Diözese und der Familie beruft. Im Februar 2010 griff das Magazin die Geschichte in ihrer Titelgeschichte »Die Scheinheiligen – Die katholische Kirche und der Sex« wieder auf. Daraufhin erwirkte das Bistum Regensburg eine einstweilige Verfügung gegen das Nachrichtenmagazin, das wie Aigner ins Hauptsacheverfahren geht. Gegen den ursprünglichen Artikel aus dem Jahr 2007, der weiterhin abrufbar ist, geht die Diözese aber nicht vor. ´

Der Medienjournalist Stefan Niggemeier griff diese Entwicklungen in seinem Blog auf, veröffentlichte die Stellen, wegen denen Aigner abgemahnt wurde, im Original – und wurde abgemahnt. »Die Diözese Regensburg geht nicht mehr nur gegen Artikel über ihr Verhalten im Zusammenhang mit dem Kindesmissbrauch eines Pfarrers vor elf Jahren vor. Sie geht auch gegen Artikel vor, die darüber berichten, wie sie gegen diese Artikel vorgeht«, so Niggemeier daraufhin. Er unterschrieb die Unterlassungserklärung nicht. Für ihn heißt das, dass es der Kirche nicht um eine Aufklärung der Ereignisse von 1999 gehe. »Es geht ihr offenkundig darum, das Thema insgesamt aus der Öffentlichkeit herauszuklagen.«

Dafür spricht die Wahl des Gerichts. Aigner betreibt die Seite zwar in Regensburg, aber da er im Internet publiziert, hat er fliegenden Gerichtsstand. In diesem Fall kann sich der Kläger den Gerichtsort aussuchen. Das Bistum Regensburg nutzte das für sich, indem es sich an das Landgericht Hamburg wandte. Die dortige Pressekammer ist umstritten, weil sie fast immer zugunsten der Persönlichkeitsrechte und gegen die Meinungs- und Pressefreiheit entscheidet.

Die mediale Aufmerksamkeit nimmt zu, nicht ab

Bischof Gerhard Ludwig Müller vermutet hinter den Medienberichten – erst über Fall des Pfarrers von Riekofen, jetzt über das juristische Vorgehen – eine gezielte Kampagne. Er predigte: »Es geht darum, heute die Glaubwürdigkeit der Kirche zu erschüttern.« Die Gefahr dabei ist für den Bischof als oberster Repräsentant der katholischen Kirche im Bistum Regensburg, dass es ihm wie der amerikanischen Sängerin Barbara Streisand ergeht. Sie verklagte 2003 eine Website und einen Fotografen auf 50 Millionen Dollar. Denn unter 12.000 Fotos von der kalifornischen Küste war auch eine Luftaufnahme ihres Hauses. Für sie war das eine Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte. Populär wurde das Bild allerdings erst während des Prozesses. Diesen Rückschlageffekt von Zensurversuchen wird »Streisand-Effekt« genannt.

In Regensburg heißt das: Das vermehrte mediale Interesse, das erst seit der Abmahnung und einstweiligen Verfügung entstanden ist, könnte für die Kirche den Effekt haben, den sie eigentlich verhindern wollte: Die Streitfrage bekommt mehr Aufmerksamkeit.

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Der Artikel erschien in der Lautschrift zum Thema “Freiheit”, Ausgabe 9, Sommersemester 2010

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11. Juli 2010 0

EIn Preis für die Katholische Kirche

Von Katharina in Medien

Der katholischen Kirche ist Gewinnerin der “Verschlossenen Auster”. Den Negativ-Preis verleiht das “Netzwerk Recherche”: “Er steht als mahnendes Symbol für mangelnde Offenheit und Behinderung der Pressefreiheit von Personen oder Organisationen gegenüber den Medien.” Die Laudatio von Herbiert Prantl gibt’s bei der Süddeutschen. 

Die Amtskirche hat aber geglaubt und glaubt zum Teil immer noch, ihr gebühre ein schonender Sonderstatus, sie sei unantastbar, weil sie so alt, erhaben und wertvoll sei. Anders herum wird ein Schuh daraus. Wer, wie es die Kirche tut und immer getan hat, sich die Rolle der Hüterin der öffentlichen Moral zuschreibt, wer, wie es die Kirche tut und immer getan hat, gern darauf verweist, dass er über ein gereiftes Orientierungswissen und über besondere Problemlösungskompetenz verfüge, der muss sich schon genau anschauen lassen, wenn es um die Unmoral in den eigenen Reihen geht, und der muss sich fragen lassen, wie es denn um die Qualität dieses Orientierungswissens bestellt ist und wo die Problemlösungskompetenz bleibt.

(…)

Es gibt eine Kirche, deren Selbstmitleid größer ist als das Mitleid mit den Opfern. Es gibt eine Kirche, die glaubt, sie habe lediglich ein Problem mit angeblich missliebigen Medien. Dieser Kirche widme ich diesen Negativ-Preis, die "Verschlossene Auster". Ich widme ihn, pars pro toto, dem Bischof meiner Heimatdiözese Regensburg, dem Bischof Gerhard Ludwig Müller. In diesem Bistum Regensburg liegt Wackersorf, der Ort, an dem einst eine Wiederaufbereitungsanlage gebaut und mit aller Macht und Staatsgewalt gegen den Willen der Bevölkerung durchgesetzt werden sollte. Was Wackersdorf für die CSU war, ist Bischof Müller für die katholische Kirche: ein Fiasko.

Kirche kann ihr gesellschaftliches Gewicht nicht mit Geld, Geschichte und Steuermitteln erhalten oder zeugen. Es entsteht von selber durch Glaubwürdigkeit, und es verfällt mit Unglaubwürdigkeit. Die Kirche braucht das, was die Mediziner "restitutio in integrum" nennen, die vollständige Ausheilung. Mit der Forderung nach Öffnung und Demokratisierung hat Papst Johannes Paul II. einst den Ostblock gesprengt. Diese Forderung "liegt jetzt auf den Stufen des Petersdoms" (so Jobst Paul im DISS-Journal 19/2010). Damals, im Ostblock, hieß das Neue "Glasnost" und "Perestrojka". Heute, in der katholischen Kirche, heißt es, unter anderem, Aufhebung des Pflicht-Zölibats und Frauen-Ordination. Glaubwürdig wird die Kirche nur dann, wenn sie den Ursachen für die sexuelle Gewalt und deren jahrzehntelange Vertuschung auf den Grund geht. Sie muss dazu die verstörten und empörten Fragen der Menschen hören.

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28. März 2010 1

Die Links zum Sonntag

Von Katharina in Politisches

Heute mit: Zwei Toten und chinesischer Feierei.

Willkür vs. Rechtsstaat Vor fast einem Jahr wurde in Regensburg Tennessee Eisenberg mit zwölf (!) Schüssen von der Polizei erschossen. Aufgrund einseitiger Ermittlung legte die Familie des Toten Beschwerde beim Oberlandesgericht Nürnberg ein, das das Verfahren vor wenigen Tagen einstellte. “Die Verteidigung einzelner Beamter wiegt also selbst für ein Oberlandesgericht stärker als die objektive Aufklärung dieses Falles”, schreibt dorager und fasst die Ungereimtheiten und Ermittlungsergebnisse zusammen.

“Das war 100 Prozent in Ordnung” Vor wenigen Wochen ermordeten Angehörige des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad einen Hamas-Terroristen in Dubai. Das Interview mit einem israelischen Schriftsteller Yishai Sarid zeigt die israelische Position zu dem Mord. Auch lesenswert: Die Kommentare, die die Argumentation Sarids auseinandernehmen um den Konflikt zwischen Israel und Palästina.

Ein Mord wird in Israel leichter akzeptiert als in Europa?
Das war kein Mord. Technisch vielleicht schon, aber im Krieg spricht man nicht von Mord. Viele demokratische Länder, auch europäische, führen heute Krieg und töten Menschen. Niemand nennt das Mord.

Israel befindet sich also im Krieg?
Natürlich. Es ist seit seinem Entstehen in einem permanenten Kriegszustand. Auch wenn nicht ständig gekämpft wird, besteht doch eine ununterbrochene Bedrohung seiner Existenz. Ich bin ein Linker, ich schreibe ein Buch über die Grausamkeiten der israelischen Geheimdienste, aber trotzdem würde ich deren Arbeit wegen der existenziellen Bedrohungslage Israels nie in Zweifel ziehen. Denn die Tatsache, dass es viele Nationen und Organisationen in dieser Gegend und anderswo gibt, die uns hier nicht haben wollen, steht leider ausser Frage.

Mit der Begründung, es gehe um Leben oder Tod Israels, lässt sich alles entschuldigen?
Mahmud al-Mabhuh, der in Dubai liquidiert wurde, war zwar kein besonders grosser Fisch, aber Teil der Terrormaschine und als solcher eine direkte Bedrohung Israels. Man kann darüber diskutieren, ob das Attentat sonderlich geschickt ausgeführt wurde, ob man dafür so viele Agenten aufs Spiel setzen musste. Aber die Tat selbst ist in meinen Augen hundertprozentig in Ordnung.

Zhang Xiao / They: “Zhang Xiao fotografische Sammlung ‘They’ gibt überraschende Einblicke in die chinesische Altagskultur mit einem Schwerpunkt auf Festen jeglicher Art. Zu sehen ist ein erstaunliches Nebeneinander von Fortschritt und Tradition und – mit europäischem Auge gesehen – von Vertrautheit und Fremdheit”, schreibt das Abseits Magazin.

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14. Februar 2010 0

Lautschrift: Ein Heft über Regensburg

Von Katharina in Medien

Die neue Ausgabe der Lautschrift ist verteilt. In einem Heft über Regensburg haben wir uns mit verschiedensten Themen rund um die Stadt und ihre Verbindung zur Uni beschäftigt. Ein Auszug aus dem Editorial:

In einem Heft über Regensburg will die Redaktion verschiedene Seiten der Stadt und ihre Verbindung zur Universität zeigen. Oberbürgermeister Hans Schaidinger spricht darin in einem Interview über das Verhältnis der Stadt Regensburg zur Universität. Unsere Redakteure nehmen euch mit zu besonderen Orten und stellen euch außergewöhnliche Bewohner der Stadt vor. Wir haben Fakten der Stadtgeschichte und Regensburger Institutionen zusammengetragen. Und wer sich besonders gut auskennt, kann sich am Bilderrätsel versuchen.

Der Bildungsstreik war in den letzten Monaten das am meisten und heftigste diskutierte Thema unter den Studierenden. Der H2 wurde besetzt, es gab Demonstrationen in der Stadt und die Verhältnisse an den Universitäten waren plötzlich prominent in den Medien vertreten. Doch was halten die Regensburger Studenten und Studentinnen von der Besetzung einer ihrer Hörsäle? Unterstützen sie die Forderungen oder sehen sie die Aktionen eher kritisch? Zwei Redakteurinnen haben Fragebögen in der Uni verteilt, um genau das herauszufinden.

Die Lautschrift#8 “Ein Heft über Regensburg” zum Download: Lautschrift 8 (3,38 mb).

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26. September 2009 0

Steinmeier als Headliner

Von katha in Politisches

Ein lauer Herbstabend mit Festivalfeeling. Ich sitze mit einem Bier in der Hand auf den Stufen vor dem Dom in Regensburg und starre auf eine Großbildleinwand. Vor mir eine Menschenmenge. Rund 6000 Menschen sind gekommen, um zwei Tage vor der Wahl Frank-Walter Steinmeier reden zu hören.

Irgendwann schreit bei einem Festival irgendwer “Heeeelgaaaa”. Bei der politischen Veranstaltungen gibt es das Gegröle jetzt auch. Denn auch die Piratenpartei war anwesend und machte mit “Yeah”-Rufen auf sich aufmerksam, dem Insider der Internet-affinen Szene. Für die Mehrheit erschienen die Piraten mit ihrem Geschrei allerdings wie besonders enthusiastische Anhänger der SPD – gerade auch, weil sie in unmittelbarer Nähe zu den Jusos standen.

Inhaltlich ist das Ziel ist nicht ein Kanzler Steinmeier, sondern die Verhinderung von Schwarz-Gelb und eine Stärkung von Sozialdemokratie. Die politischen Themen sind allen bekannt, der den Bundestagswahlkampf auch nur am Rande verfolgt hat: Mindestlohn, Atomausstieg, soziale Gerechtigkeit. Dazu kam die bayerische Spezifikation: “Die Methode Seehofers darf nicht belohnt werden.” Wer in Bayern SPD wählt, ist Protestwähler.

Steinmeier hat seine Aufgabe als Wahlkämpfer gut gemeistert. Zwei Tage vor der Wahl machte es sich deutlich bemerkbar, dass er solche Auftritte schon zu genüge absolviert hat und sich eine gewisse Routine eingestellt hat. Aber es fehlt etwas, wirkliche Leidenschaft für Wahlkampfreden hat er nicht. 

Dazu Miriam Meckel:

Die SPD inszenierte die Wahlkampf als Castingshow. “Heute hier in Regensburg: Der Sieger des Fernsehduells. Wählen sie am Sonntag Frank-Walter Steinmeier!” (Aber die Bauchbinde mit seiner Nummer fehlte). 

Politik ist auch Gefühlssache. Wer eine gute Zeit hatte, denkt positiv über die SPD und macht am Sonntag leichter seine Kreuze bei den Sozialdemokraten. Ich glaube, eine gute Stimmung und kurzweilige Abendunterhaltung, das hat die SPD geschafft.

Doch es fehlte mir etwas beim Politikfestival: Essen. Ich hatte Appetit auf eine Bratwurst.

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29. Oktober 2008 3

2. Regensburger Bloggertreffen

Von katha in Tagtäglich

Am 13. November findet das 2. Regensburger Bloggertreffen im "Chaplin" am Ostentor statt. Zugegeben, viel schreibe ich in letzter Zeit nicht. Denn studieren, Haushalt schmeissen und Party machen zollen ihren Tribut. Doch am 13. November bin ich mit Sicherheit dabei! Ich freue mich sehr darauf euch kennen zu lernen!

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15. September 2008 13

Umgezogen nach Regensburg

Von katha in Tagtäglich

Letztes Wochenende bin ich umgezogen. Anstatt in einer kleinen Stadt im Bayerischen Wald lebe ich nun im wunderschönen Regensburg. Mit meinem Freund habe ich mir eine kleine, schnukelige Wohnung eingerichtet.

Jetzt heißt es erstmal das Nachtleben richtig zu genießen, irgendwann mit dem Studium zu beginnen und mich in Regensburg richtig einzuleben. Darauf freu ich mich schon sehr. Einziger Wehmutstropfen Wermutstropfen ist der nahende kalte Winter.

Jetzt steht von meiner Seite zumindest einem Bloggertreffen in Regensburg nicht mehr entgegen. Wie sieht es bei euch aus?

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