Post-Tag-Archiv für ‘ Politisches ’

21. August 2011 0

Lesenswertes: Regeln, Systeme und (keine) Ideologien

Von Katharina in Lesenswertes, Politisches

Freifahrt – Da das Internet ja an allem Schuld ist, kann es als Sündenbock mittlerweile für so ziemlich alles gebraucht werden. Politiker schlagen deshalb immer wieder, zum Teil groteske Regulierungen vor, die die Netzaktivisten jedes Mal erbost von sich weisen: “Und trotzdem darf dies alles kein Grund sein, Augen und Ohren davor zu schließen, dass Veränderungen auch vor dem Netz nicht Halt machen werden”, schreibt Johnny Häusler auf Spreeblick in seinem Text.

Ich bin davon überzeugt, dass es im Netz neben den glitzernden Hauptstraßen auch immer die dunkleren Seitengassen, die nur halb legalen Rotlicht-Viertel, die Indie-Läden und die Drogendealer geben wird – wie in jeder Stadt auch. Man wird immer finden, was man will, wenn man weiß, wo man suchen muss. Ich mache mir keinerlei Sorgen darum, dass das Netz zu einem klinisch sauberen Ort werden könnte, der keinen Platz mehr für Spinner und Absurditäten lässt, für Abgedrehtes und Absonderliches und für das, was nun wirklich nur drei echt ziemlich schräge Leute interessiert. Das Netz besteht schließlich aus Menschen. Die machen das schon.

Ich bin aber auch ziemlich sicher: Das anarchistische Internet ist tot. Und es wurde nicht allein von regulierungswütigen Politikern oder Wirtschaftbossen getötet, sondern vielleicht auch von der Realität seiner verschiedenen Entwicklungen, von der Tatsache, dass es schon lange kein elitärer Klub mehr ist, sondern ganz einfach eine Erweiterung des öffentlichen Raums. Und für einen solchen kann das Hoffen auf Selbstregulierung kaum genügen.

Wenn die unten nicht mehr wollen – Mal wieder ein Text, der sagt, dass Begriffe wie “links” und “rechts” ausgedient haben. Wir stehen nun, so Arno Widmann im Tagesspiegel, nach dem Ende des Kommunismus, der Finanzkrise usw. an einem Wendepunkt, an dem sich ein Systemwechseln ereignen wird. Elementare Dinge eines politisches Systems wie die Frage der Partizipation und Wirtschaftsform sollen sich erheblich ändern. Wichtig dabei: Wie kann mit möglichst geringem Schaden geschehen?

Es geht nicht darum, Einstürze, Bankrotts also, zu verhindern. Es geht darum, sie möglichst früh, also möglichst kostengünstig passieren zu lassen. Das ist sicher keine linke Idee. Das ist aber auch keine rechte Idee. Das ist vernünftig. Es ist das Vernünftige, das schwer zu tun ist. Besonders in einem Land, das Jahrzehnte lang marode Industrien durchgefüttert, ganze Landstriche miternährt hat, ein Land also, das sich in Ost und West daran gewöhnt hatte, dass es irgendwie schon funktionieren wird.

Shoplifters of the World Unite – Slavoj Žižek  schreibt über die Ausschreitungen in London. Dass es keine politischen Forderungen gab, sieht er in einer Linie darin, dass nach dem Zusammenbruch des Kommunismus eine ideologielose Zeit begann:

The fact that the rioters have no programme is therefore itself a fact to be interpreted: it tells us a great deal about our ideological-political predicament and about the kind of society we inhabit, a society which celebrates choice but in which the only available alternative to enforced democratic consensus is a blind acting out. Opposition to the system can no longer articulate itself in the form of a realistic alternative, or even as a utopian project, but can only take the shape of a meaningless outburst. What is the point of our celebrated freedom of choice when the only choice is between playing by the rules and (self-)destructive violence?

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15. August 2011 0

Punkt.

Von Katharina in Politisches

Manchmal kann ich nur in allen Punkten zustimmen. Zum Beispiel dem Wirtschaftsjournalisten Mark Schieritz, der Grundsätzliches über das Wirtschaftssystem schreibt:

Nur um das klarzustellen: Ich bin der Meinung, dass der Kapitalismus das am wenigsten schlechte System ist. Aber er wird politisch nur überleben, wenn er Teilhabe erlaubt und ökonomisch, wenn er ausreichend Kaufkraft generiert. Und das bedeutet neben vielen anderen Dingen eben auch: Den Reichen nehmen und den Armen geben. Anders geht es nicht. Punkt.

Und dann zitiert er noch einen klugen Satz von John Mayard Keynes. Um den zu lesen, bitte: Tax and Spend.

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3. August 2011 0

Fast Forward, No Future

Von Katharina in Politisches

Die Nahrungsmittelpreise steigen wieder. Und der Grund dafür sind nicht nur schlechte Ernten oder dass beispielsweise Mais für die Biospritherstellung genutzt wird. Das Video einer NGO zeigt, wie Geschäfte in und außerhalb von Rohstoffbörsen den Preis beeinflussen – und dabei Spekulanten immer mehr an Gewicht gewinnen. Das liegt unter anderem daran, dass nach dem Platzen der Immobilienblase Finanzdienstleister ein neues Betätigungsfeld gesucht (und gefunden) haben.

via @lantzschi

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1. August 2011 0

Whole!?

Von Katharina in Politisches, Tagtäglich

Holismus ist die Ganzheitslehre. „Die Welt mehr als die Summe seiner Teile“, sagte Aristoteles.

Die dazugehörige These besagt, dass es ganz egal ist, wieviele Daten man sammelt: Es wird immer mehrere Theorien geben, die sie gleich gut erklären können. Die Fachleute sagen dazu, dass die Daten unterdeteminiert sind. Gesellschaftliche Entwicklungen könnten so zum Beispiel nicht auf individuelles Handeln zurückgeführt werden.

Holismus bei Wikipedia

Ein paar Links zu dem Attentaten in Norwegen:

Wahn und Sinn: Anders Breivig ist in den Augen des Journalisten Nils Minkmar nicht geisteskrank, denn er wusste genau, was er tat und tun wollte: Sozialdemokraten töten.

Wahnsinn ist, wie der Verrat, eine Frage des Datums. Ein Einzelkämpfer, der eine Bombe bastelt, zündet und noch am selben Tag einen Massenmord an Sozialdemokraten begeht, hätte mit Geldprämien, höchsten Ehren und einem Sektempfang in Berlin rechnen können – gerade mal ein Menschenleben ist das her. Waren die Angehörigen der Einsatzgruppen und der SS alle geisteskrank, die Operation Barbarossa ein kollektiver Amoklauf? Die Kategorien der forensischen Psychiatrie helfen nicht weiter: Dies ist eine Tat, die wir im Lichte der Geschichte des 20. Jahrhunderts betrachten müssen, denn wir kennen Breivik schon lange. Wir hatten ihn bloß vergessen.

Anders Breivik wusste genau, was er tat. Wir sind es, die nichts wussten, die vergessen haben: was politischer Terror von rechts ist, wie so was aussieht, wie die vorgehen. (…) Anders Breivik hat mit seinem politischen Attentat unser Gedächtnis aufgefrischt. Er ist der erste Open-source-Naziterrorist 2.0, und er wird keineswegs der letzte sein.

Das bedeutet nicht, den nächsten Anschlag passiv abzuwarten, es ruft dazu auf, die Debatten nicht kosmisch werden zu lassen. Die Fragen von Immigration und vom Kampf der Kulturen konkret zu halten, faktenbasiert und im Dialog mit den anderen. Rasse, Religion und Kultur nicht als Synonyme zu verwenden, sondern zu differenzieren, über einzelne Schritte und sachliche Fragen zu reden und keine Panik zu machen.

Gutmenschen: Respekt, Freiheit, Gleichberechtigung – dieses verdammte Gutmenschentum immer. Das wär ja noch das Höchste Schönste. Aber utopisch. Michalis Pantelouris schreibt: 

Dass das Gegenteil des Vorwurfs richtig ist, dass nämlich eine Gesellschaft, die auf der permanenten Abwehr des Schlechten basiert nicht funktioniert, hat in letzter Zeit wohl niemand besser in Worte gefasst als Norwegens Premierminister Jens Stoltenberg.

Der einzelnste Einzeltäter aller Zeiten: “Die Argumente des Mörders sind schon richtig. Aber das dem Moden hätte halt nicht sein sollen”. Robert Misik zerlegt die Argumentation von rechtsextremen Sympathisanten, speziell auch in Österreich, aber auch ganz allgemein. Leider kann ich das Video nicht einbinden. (Die Musik zu Beginn ist nervig.)

Den Bechdel-Test besteht dieser Eintrag nicht.

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23. Juli 2011 4

Unser Star für Oslo

Von Katharina in Politisches

Die Attentate in Oslo und auf der Insel war das erste Ereignis, bei dem Twitter meine erste Anlaufstelle war. So war ich scheinbar in Echtzeit an den Geschehnissen und der Aufklärung dabei, zumindest passiv. Aktiv bei der Verbreitung von Informationen dabei war und ist noch immer @hakantee. Von ihm kam der erste Tweet den ich las, dass es offenbar eine Explosion in der Osloer Innenstadt gab. Den ganzen Tag verteilte er Links. Es verfestigte sich der Verdacht auf eine Bombe. Augenzeugen, Zeitungen und norwegische Behörden meldeten sich zu Wort. Bis zum späten Nachmittag am Freitag stand fest, dass zwei Bomben explodiert sind, das Gebäude, in der die Regierung arbeitet und auch der Premierminister sein Büro hat, angegriffen wurde. Von Opfern hörte ich aber nur wenig.

Die Frage nach dem “Warum?” taucht natürlich sofort auf. Was soll das? Klar, islamistische Terroristen! Schließlich ist Norwegen im Libyenkrieg involviert, Gaddafi soll ja letztens auch den Europäern gedroht haben und überhaupt wären für so Terroristen im Nahen und Mittleren Osten die ganzen nordischen Länder sowieso eins. Da kann’s dann wegen Karikaturen in einer dänischen Zeitung vor zwei, drei Jahren dann auch schon mal leicht auch im Nachbarland knallen. Was ja einfach ein sehr dummes Argument ist. Schließlich ist Al-Kaida mit seiner internationalen Struktur und weltumspannenden Netzwerk ein Paradebeispiel für “eine globale Wertzerstörungskette”, wie der “New York Times”- Kolumnist Thomas Friedman schreibt.

Zurück nach Nordeuropa. Plötzlich in der Timeline: Schießerei in einem Jugendlager. Keine weiteren Infos. 20 tote Jugendliche. Hat das was mit den Explosionen in Oslo zu tun? Wär ja schon ein krasser Zufall, wenn nicht, oder? Was genaues weiß man nicht. Von norwegischer Regierungsseite kam lange nichts. In den Medien tauchen die Köpfe der Terrorexperten auf, von denen seit dem 11. September jede Redaktion einen in der Telefonliste hat.

Über Nacht hatte sich dann viel getan: Die Polizei hat einen Tatverdächtigen festgenommen. Ein norwegischer Mann, der sich dem christlich-rechten Extremismus zurechnen lässt. Antislamisch, antifeministisch, antisozial, soweit man das schon beurteilen kann. Ein Irrer jedenfalls, der über 80 Kinder und Jugendliche in einem Sommerlager ermordete. Er hatte sich mit einer Polizeiuniform Zugang beschafft. Überlebende berichten aber auch von einem zweiten Schützen, nach dem die Ermittler am Sonntagnachmittag fahndeten. Anders Behring B. hält sich an die Regeln der Internetgesellschaft und hat noch vor ein paar Tagen eine Facebook-Seite angelegt, Freunde hatte er keine. Im Gegensatz zu den Attentätern in den letzten Jahren, egal ob Islamisten oder Amokläufer, hat sich B. aber nicht selbst das Leben genommen.

Der Politologe David C. Rapoport, der schreibt, dass Terrorismus in Wellen existiert, die über die Gesellschaften hinwegrollen. 15 bis 30 Jahre dauerten in der Vergangenheit diese Aufbäumungen , die alle gleich verlaufen: Erst der Aufbau, dann die Reifung und zuletzt die Zerschlagung.Vier solcher Wellen hat der Rapoport ab dem späten 19. Jahrhundert ausgemacht: Die anarchistische Bewegung, danach die nationalistische (der Mord an dem österreichischen Thronfolger Ferdinand, der zum Auslöser des 1. Weltkrieges wurde), die Linksradikalen (RAF) und im neuen Jahrtausend Islamisten, die sich aber schon in der Zerschlagungsphase befänden. Kommt jetzt die neue Generation? Terror von rechts?

ScreenClip

Und dann ist auch noch Amy Winehouse gestorben. Wie es sich für ein Kaliber wie sie gehört, mit 27.

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10. Juli 2011 0

Lesenswertes: Die sowjetische Revolution von 1991

Von Katharina in Lesenswertes

Everything You Think You Know About the Collapse of the Soviet Union Is Wrong – Das Ende der Sowjetunion im Sommer 1991 kam überraschend, auch trotz der Unruhen in Polen, der Wiedervereinigung und generell dem Fall des Eisernen Vorhangs in Europa. Wirtschaftlich war nichts außergewöhnlich (schlecht), auch demografisch nicht und Dissidenten waren entweder tot, in Lagern oder im Exil. Das Magazin Foreign Policy zeigt, dass entscheidend für die Revolution von 1991 die Ideen und Vorstellungen über den Staat waren (und damit auch seine Glaubwürdigkeit), sowohl innerhalb der Führungsriege im Kreml als auch unter der Bevölkerung. Zentral war die Rolle von Michael Gorbatschow, der einen moralischeren Staat bauen wollte:

Indeed, the expectations that greeted the coming to power of Gorbachev were so strong, and growing, that they shaped his actual policy. Suddenly, ideas themselves became a material, structural factor in the unfolding revolution.

(…) the actual deterioration of the Soviet economy became consequential only after and because of a fundamental shift in how the regime’s performance was perceived and evaluated.

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8. Juli 2011 0

Was in Zukunft vielleicht nicht mehr gibt.

Von Katharina in Politisches

Ich steh ja auf die Zukunft. Warum entwickeln wir uns weiter? Warum entstehen bestimmte Werte, haben gesellschaftlichen Konsens und verschwinden dann wieder? Zum Beispiel: Rollenverteilung zwischen Mann und Frau; Todesstrafe als adäquates Mittel eines Staates; Totalitarismus usw.

mspro hat sich überlegt, welche Dinge, die im Heute ganz selbstverständlich erscheinen, es denn in der Zukunft nicht mehr geben wird und im Rückblick auch als irgendwie lächerlich und falsch erscheinen.

Seine Liste:

  • Medienregulierung
  • Depublikation (im Grund ist das die Löschung von Daten)
  • Lohnarbeit
  • Regiert werden

Genauere Erläuterungen gibt es zu jedem der vier Punkte unter “Archäologie des Heute – das Denken der Zukunft denken”.

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30. Juni 2011 1

So sieht die Zukunft aus! (Vielleicht).

Von Katharina in Lesenswertes

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„Wie wir leben werden“ ist ein ehrgeiziges Buch. Es geht schließlich über die Zukunft.

Matthias Horx, der Gründer des Think-Tanks Zukunftsinstitut, schreibt aber nicht 250 Seiten Zukunftsvision, vielleicht 15 bis 20 Prozent befassen sich wirklich mit konkreteren Ideen vom Leben in ein paar Jahrzehnten. Viel mehr wabern seine Vorstellungen über den einzelnen Kapiteln, die mit Begriffen wie Geburt, Familie, Wohlstand, Kriege und Katastrophen bis zum Tod überschrieben sind. Die verschiedensten Lebensbereiche betreffen jede Person.

Zu Beginn war ich nicht besonders überzeugt, bis ich das Buch nicht mehr mit dem Gedanken ein Zukunftsbuch zu lesen in die Hand genommen habe, sondern kleine Essays über verschiedene Themen. Gefallen haben mir  vor allem die Teile, in denen historische Entwicklungen aufzeigt und es dann schafft den Bogen logisch über die Gegenwart in die Zukunft zu schlagen.

So schreibt Horx über Zukunftsideen Anfang des 20. Jahrhunderts. Die technologische Revolution, die besonders die Kommunikation beeinflusst hat, konnten sich anscheinend Menschen ganz gut vorstellen. Was auch daran liegt, dass gerade Technologie besonders linear entsteht, schreibt Horx. Auf der anderen Seite trieften die Texte von Horx’ Vorgängern vor hundert Jahren vor Rassismus und Überlegenheitsgeschichten.

Unvollständige Zusammenfassungen von ein paar Themengebieten (Interessanterweise, sind die meisten meiner Notizen Historisches).

Wohlstand

  • Warum konsumieren wie wild und lassen uns auf den Konsumterror ein? Drei Gründe zählt Horx auf:
  1. Wir sind einfach Jäger und Sammler
  2. Der Kauf eines iPhones bringt ein soziales Upgrade mit sich (zumindest so lange, bis es fast alle haben).
  3. Konsum verändert die Rollenstrukturen in einer Gesellschaft: Nicht mehr der Stand ist entscheidend für Privilegien.
  • Horx geht von sogenannten postmateriellen Ökonomiekreisläufen aus. Güter werden weniger gekauft als “angeboten”, was durch das englische Wort “provide” besser ausgedrückt wird, und so zum Beispiel vom Kunden nur noch für die benötigte Zeit gemietet.
  • In einer Wissensgesellschaft, die viele Arbeiten aussourct, wird sich eine Unterschicht, die nur schwer zurechtkommt, kaum vermeiden lassen.

Krieg und Katastrophen

Globale Auseinandersetzungen sollen nicht mehr so strukturiert ablaufen: Fronten an der Grenze zwischen zwei Ländern gehören der Vergangenheit an und territoriale Eroberung deshalb nicht mehr das Ziel eines Krieges. Stattdessen sollen Netzwerke der Zerstörung, die wie Verbrecher agieren, sollen dann Netzwerken des Wissens gegenüberstehen. Horx ist Realist genug nicht auf ewigen Frieden zu hoffen, aber Optimist genug, sich einen dominanten Frieden vorstellen zu können.

Politik

  • Links vs. Rechts haben in ausgedient und sind Schuld daran, dass eine Lieblingsbeschäftigung von allen ist, auf Politiker zu schimpfen: „Das was wir „Politikverdrossenheit“ nennen, ist nichts anderes als das logische Resultat dieses bipolaren Versagens. Linke wie Rechte stehen wie Ochsen vorm Berg der Zukunft. Sie scharren mit den Hufen, muhen und sehnen sich lautstark und polemisch nach einer vergangenen Zeit. Sie appellieren, drohen, heben die Zeigefinger früher oder später gegen den Bürger“
  • Eine existenzielle Frage für globale Zukunft lautet: Wer bestraft in Zukunft diejenigen, die den Nichtbestrafer nicht bestrafen? Denn sobald sich komplexere Gesellschaften entwickeln, also alles, was über 20, 30 Personen hinausgeht braucht irgendeine Form von neutralen Institutionen. Entscheidend für das Zusammenleben ist es dann nämlich, dass nicht nur eine Strafe gibt, wenn gegen Regeln verstoßen wird, sondern auch, wenn es jemanden gleichgültig, ob jemand anderer Regeln ignoriert.
  • Schweinegrippe, EHEC und so soll’s auch weitergehen: Eine Gefahr geht in Zukunft von Hysterischen Epidemien aus, die Angst und Panik in Gesellschaft schüren.

Natürlich muss es nicht so geschehen, aber warum denn auch nicht?

Zum Buch: Matthias Horx, Wie wir leben werden, Campus

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