Post-Tag-Archiv für ‘ Medien ’

16. Juni 2009 0

“Es gibt keine absolute Pressefreiheit”

Von katha in Politisches
Foto: Vitali Petlevoy www.to4ka-treff.de Medien und Politik bedingen einander. Doch wer hält die Zügel in der Hand? Dietmar Bartsch, Bundestagsabgeordneter und Geschäftsführer der Partei DIE LINKE steht To4ka-Treff Rede und Antwort.

 

 

Herr Bartsch, wer bestimmt die politische Agenda? Die Medien oder die Politik?
Dietmar Bartsch: Man kann das nicht so sagen, dass die eine Seite bestimmt und die andere nicht. Aber es ist so, dass in der Politik sehr stark in Richtung Medien geschaut wird, da es für die Politik zwei Maßstäbe gibt: zum einen sind das die Zahlen, die am Wahlabend aufleuchten, die Wahlergebnisse. Der andere Maßstab ist die Entwicklung von Mitgliederzahlen. Beide Maßstäbe werden natürlich zu einem großen Teil über die Medien transportiert. Aber es gibt auch den umgekehrten Aspekt. Medien haben Auflage mit den bekannten Politikern, mit Geschichten. Das ist eine gegenseitige Abhängigkeit. Allerdings ist es so, dass Politik, je näher Wahlzeiten kommen, sich in größere Abhängigkeit von Medien begibt.

Der Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister beschreibt ins seinem neuesten Buch den Wandel von einer linksliberal geprägten Presse in der alten BRD zu einer “Nervösen Zone” in der Berliner Republik, wo eine konservative Elitenverflechtung zwischen Medien und Politik entstanden ist, ein Klüngel, das nur seine eigenen Interessen vertritt. Was halten Sie davon?
Ich glaube, dass das eine zu grobe Verkürzung ist. Dass es so war, dass die halbe Bundesrepublik medienmäßig etwas linksliberaler geprägt war, hat faktisch damit zu tun, dass die Konservativen jahrzehntelang die Macht hatten. Dadurch ist über viele Jahre ein Automatismus entstanden, dass in der Öffentlichkeit sich eine widersprüchliche Meinung dazu bildete. Die großen Meinungsmacher wie der “Stern” oder “Der Spiegel” sind ja gegründet worden, um Widerstand zum Establishment nach 1945 zu bilden. Die rot-grüne Politik in der Berliner Republik ist natürlich in besonderer Weise von den Konservativen und Liberalen kritisiert worden, und damit auch durch die Medien.

Können sie ein Beispiel nennen?
In Deutschland gibt es vier große Verlage im Printbereich, die natürlich die Politik mitbestimmen. Letztlich glaube ich, dass teilweise auch die Macht der Medien überschätzt wird. Insgesamt würde ich aber sagen, dass Deutschland von der Hegemonie her kulturell wie politisch eher konservativ geprägt ist. Das wird auch manifest in der Medienlandschaft der Berliner Republik, denn die klassischen linksliberalen Blätter haben keine Konjunktur, das muss man ganz klar sagen.

Foto: Vitali Petlevoy, Copyright: to4ka-treffUnserem Verständnis nach bestimmt in Russland der Eigentümer eminent die politische Ausrichtung der Zeitung. Gilt das auch für Deutschland?
In Deutschland ist das doch ein bisschen anders als in Russland. In Deutschland gibt es die direkte Einflussnahme auch, aber viel subtiler. Erstens ist die Pressefreiheit im Grundgesetz garantiert. Und das steht nicht nur auf dem Papier. Fakt ist, dass Zeitungen, die parteieigen sind oder einer Partei nahe stehen, es immer sehr schwierig haben, völlig egal zu welcher Partei sie gehören. Das “Neue Deutschland” war bis 1989 eine reine Parteizeitung. Ab 1990 wurde der Versuch gemacht, sich zu emanzipieren und eine eigenständige Zeitung, die nicht in völliger Abhängigkeit von der Partei ist, zu bilden. Die Abhängigkeit was den Inhalt betrifft, ist viel geringer als bei anderen. Wenn sie zum Beispiel mit der “Welt” vergleicht. Da ist es schon so, dass wenn Friede Springer etwas nicht passt, wird da auch mal eingegriffen. Formal ist es so, dass die LINKE über Tochtergesellschaften mit 50 Prozent an “Neues Deutschland” beteiligt ist. Trotzdem ist der direkte Einfluss ziemlich gering.

Aber der Herausgeber ist Lothar Bisky.
Der Herausgeber ist Bisky, das ist wahr. Das hängt aber auch damit zusammen, dass 50 Prozent der Beteiligungen jetzt an ein Unternehmen gegangen sind, was wirklich nicht mit der Partei verbunden ist. Das “Neue Deutschland” wäre aber auch nicht lebensfähig, wenn es nicht die Nähe zur Partei hätte. Aber ich habe von direktem Einfluss gesprochen. Es ist ein Unterschied, inwieweit irgendein Gremium der Partei eingreift und beeinflusst. Das findet so nicht statt. Wenn dann ist es eher in einer anderen Form. Die Unzufriedenheit über die Zeitung ist meist in der Partei selbst am größten. Das ist aber bei anderen ähnlich.

Muss ein Journalist objektiv sein?
Das wird jeder unterschreiben und jeder Journalist wird das von sich sagen. Trotzdem habe ich die Erfahrung gemacht: Journalisten haben immer eine objektive Schere im Kopf. Da, wo man seine monatliche Überweisung bekommt, wird man nicht unbedingt das schreiben, was das Haus nicht will und was die Leserinnen und Leser nicht wollen. Es gibt ja keine völlige Freiheit. Das ist im Übrigen in der Politik genauso. Kein Politiker ist völlig frei.

“Der Kunde ist König”. Gilt das auch für den Zeitungsmarkt?
Die Zeitungen müssen verkauft werden. Ein großer deutscher Verleger hat mal zu mir gesagt: “Was interessieren mich meine Leser, mich interessieren meine Käufer.” Und da ist natürlich was dran. Alle Publikationen und alle Sender haben sich im Laufe der Zeit ein bestimmtes Profil zugelegt. Wenn das “Neue Deutschland” plötzlich ein konservatives Blatt wäre, würden die Leser alle sagen: “Schönen Dank. Für das Geld kann ich mir etwas anderes leisten”. Das ist heute natürlich ein enormer Wettbewerb in Deutschland. Da geht es um Quoten und um Werbeeinnahmen. Es würde niemand einen bösen Artikel über Opel schreiben, weil Opel gibt Anzeigen auf, und Anzeigen sind 50 Prozent der Einnahmen. Die Parteien nutzen für den Wahlkampf verstärkt das Internet.

Plant auch die LINKE eine besondere Offensive?
Ja, das plant die LINKE nicht nur, da haben wir schon begonnen. Wir geben im Bereich Internet für die Europa- und Bundestagswahlen relativ viel Geld aus. Das hat natürlich sehr stark damit zu tun, dass es in den USA von Barack Obama einen Wahlkampf gegeben hat, der extrem Internet-geprägt war. Das Internet wird nicht wahlentscheidend sein, entscheidend sind weiterhin andere Faktoren. Die Leute, die Aktivist sind, “linksaktiv” heißt das bei uns, werden exklusiv mit Informationen ausgestattet. Das ist neu, das ist Aktivierungswahlkampf, der völlig losgelöst von den anderen Medien läuft. Das Internet wird in diesem Wahlkampf eine deutlich größere Rolle spielen, als in den bisherigen.

Foto: Vitali Petlevoy, Copyright: to4ka-treff Wir waren auf der Seite der “Jungen Welt”, einer linken Tageszeitung. Dort steht iPod-Werbung neben Kapitalismuskritik. Wie passt das zusammen?
Wir leben in der Marktwirtschaft und man kann mit Ideologie wenig kaufen. Das ist völlig normal, dass man sich darin bedient. Es muss aber Grenzen geben. Die Frage ist, wo der Lobbyismus aufhört. Ein klassischer Fall stand gerade in den Zeitungen: CSU, SPD und FDP und bekommen alle von BMW ihre Autos gestellt. DIE LINKE nicht. Das finde ich auch in Ordnung. Wenn man die Interessen der abhängig Beschäftigten, der Arbeitslosen, der Rentnerinnern und Rentner wahrnehmen will, dann kann man sich nicht in die Abhängigkeit der Konzerne begeben. Sonst muss man bei einer anderen Partei sein. Ich bin da nicht so verbissen und sage: “Es gibt überhaupt keine Werbung.” Aber das ist immer ein schmaler Grat. Denn wer sich nicht mit anderen Meinungen auseinander setzen kann und wegen einer Anzeige seine Meinung verändert, bin ich sowieso skeptisch.

Gibt es eine linke Medienpolitik?
Klar gibt es eine linke Medienpolitik. Dazu gehört zum Beispiel Gebühren für öffentlich-rechtliches Fernsehen und Rundfunk, wo wir als Linke sagen, dass der Kritik enorme Wichtigkeit zukommt. Wie wird öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Fernsehen kontrolliert? Ich bin der Erste von den Linken, der im ZDF-Fernsehrat ist, der bestimmte Funktionen hat wie die Bestimmung des Intendanten und Programmaufsicht usw. Ein Kritikpunkt von uns ist, dass die öffentlich-rechtlichen Sender sehr stark in den Händen der politischen Parteien sind. Die dritten Programme sind faktisch alle abhängig von den Landesregierungen. Ich plädiere dafür, dass es im Medienbereich ein hohes Maß an Freiheit geben sollte. Freiheit kann aber nie allein eine Freiheit des Geldes sein. Meinungsfreiheit muss im Medienbereich egal welcher Couleur realisierbar sein.

 

Erschienen bei: Tot4ka-Treff.de im Rahmen des Workshops “Die Wahrsager. Medien, Politik, Lobbyismus”. Ich habe das Interview mit Fabian Burkhardt geführt.

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21. April 2009 10

Mein Herz für Blogs

Von katha in Medien

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Der große Hype um Blogs ist vorbei, hip ist jetzt Twitter. Kaum eines der großen Medien kam in den letzten Wochen und Monaten ohne einen Bericht über das Gezwitschere aus. Doch nicht nur in Zeitungen und Zeitschriften nahm das Interesse an Blogs ab, auch in der Blogosphäre scheint die Euphorie der letzten beiden Jahren vorbei zu sein. Mehrere Blogger, die ich regelmäßig lese, schreiben immer weniger und/oder haben ihren Schwerpunkt auf Twitter verlegt. Ich nehme mich da nicht aus, auch ich veröffentliche hier immer weniger Dinge. Kurze Links oder kurze Gedanken poste ich nur mehr über Twitter. Diese Beiträge werden einmal pro Woche hier integriert.

Vielleicht ist es auch so, dass sich viele schon seit längerer Zeit in Blogs informieren und ihre festen Adressen ansteuern. Bei mir hab ich bemerkt, dass ich nicht mehr so intensiv nach neuen Blogs suche, sondern die meisten meiner RSS-Feed seit langer Zeit im Reader habe.

Deshalb ist es an der Zeit, dass ich neuen Input bekomme. Dazu ist die Aktion “Ein Herz für Blogs” genau richtig. Einer ganzen Reihen von tollen Blogs bin ich heute begegnet. Und vielleicht gefallen auch einigen von euch meine Tipps.

Isarstadt: Ein Blog über München. Ich las es vor ein einem Jahr schon einmal, dann kamen irgendwann keine Postings mehr und ich warf es aus dem Feedreader. Vor kurzem hab ich es wieder entdeckt und es berichtet noch immer witzig und kreativ aus meiner Landeshauptstadt – garantiert ohne Partytermine. Die Autoren erzählen kleine Geschichten von der Isar – auch (oder gerade) für Nicht-Münchner interessant.

Malte Welding: Sein Abgang hat eine große Lücke bei Spreeblick hinterlassen, dem lange Zeit wohl wichtigstem Blog über Popkultur überhaupt. Jetzt gibt’s auf seiner persönlichen Seite Links und Geschichten mit hohem literarischen Anspruch.

Buchstaben in Bewegung: Der Jurastudent Simon schreibt über Politik und Pop, Recht und Medien. Und das gut recherchiert und in leichtem Ton.

Chinablog.ch: Lu Hai Rui, ein Schweizer Journalist, schickt ein Stück China über die Glasfaberkabeln in alle Welt. Fotos und Anekdoten aus seinem Alltag in Shanghai.

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18. Februar 2009 0

Deutschland auf der Couch

Von Katharina in Kulturelles

“Wenn einer 60 wird, den 20. Hochzeitstag feiert und trotzdem das brüchige Selbstbewusstsein eines Teenagers hat – er wäre ein klarer Fall für die Psychocouch. Was aber, wenn die Beschreibung nicht auf einen Einzelnen zutrifft, sondern auf ein ganzes Volk?”

Der Schweizer Journalist Sascha Buchbinder legt die Deutschen auf die Couch und untersucht sie und ihre Minderwertigkeitskomplexe. Denn diese Komplexe sind es, die Patriotismus unmöglich machen. Natürlich spielt das dritte Reich in diesem Zusammenhang eine große Rolle, doch Buchbinder hat noch mehr Beispiele aus 2000 Jahren deutscher Geschichte parat.

Das größte Problem der Deutsche ist aus Sicht des Autors, dass es nur eines gibt, worauf die Deutschen wirklich stolz sind: Die Wirtschaft, der ungeheure Aufstieg nach dem 2. Weltkrieg, die D-Mark – im Kern: die soziale Marktwirtschaft. So schreibt der Buchbinder:

“Die Hungrigen, die Fensterkitt frassen, gelangten zu Wohlstand, zum Toast Hawaii, fanden zur Überflussgesellschaft der weiss gedeckten Tische mit Schälchen voll Himalaja-Salz. Erhards Programm kurbelte die Wirtschaft an, war die Initialzündung für das sogenannte Wirtschaftswunder. Zugleich wurde der Sozialstaat immer üppiger ausgebaut. «Wohlstand für alle!» lautet das Versprechen, das sich vor den Kriegsruinen leuchtend abhob. Deutschland machte Schluss mit der Droge Nationalismus, dem die Gesellschaft so fatal verfallen war und begnügte sich mit dem Stolz auf seine wirtschaftliche Tüchtigkeit.”

Ob und wieviel von Buchbinders Theorien wirklich stimmt, ist wohl Ansichtssache. Im jeden Falle, ist die seine Analyse unterhaltsam und ironisch geschrieben und hat zumindest einen wahren Kern.

Veröffentlicht wurde der Text im “Das Magazin”, der wöchentlichen Beilage des «Tages-Anzeigers», der «Basler Zeitung», der «Berner Zeitung» und des «Solothurner Tagblatts». Ich kenne weder die drei Städte, noch ihre Zeitungen, dennoch habe ich “Das Magazin” zu schätzen gelernt. Zum einen ist es sehr Internet-affin: Die Website hat die Optik eines Blogs und das Internet als Diskussionsthema findet oft ins Heft. Zum anderen habe ich schon oft wirklich tolle Reportagen (hier oder hier) gelesen. Ich muss zugeben, dass bisher mich vor allem übersetzte Geschichten aus ausländischen Zeitschriften überzeugt haben, wie die des Hochstaplers Frédéric Bourdin.

By the way: “Das Magazin” ist echt ein bescheuerter Name. Ok, Süddeutsche Magazin, ZEIT Magazin etc. sind auch nicht unbedingt viel besser. Doch immerhin haben sie noch ein Alleinstellungsmerkmal und ich muss den Namen nicht ständig in Anführungszeichen schreiben.

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10. Dezember 2008 0

Xitele Bu Hao

Von katha in China

"Xitele Xitele", schrieen sie oft, sprangen auf und rissen ihren rechten Arm hoch. Oftmals wiederholte sich diese Szene, wenn ich sagte, woher ich kam. "Xitele bu hao", antwortete ich dann. " Hitler nicht gut." Warum er nicht gut war? Leider konnte ich das mit meinem sehr begrenzten Wortschatz nicht beantworten. Nicht nur mir ging es so. Auch Christian Y. Schmidt erzählt in seinem Buch "Allein unter 1,3 Milliarden" davon und überlegt sich (hier in einem Auszug), wie dieser Unkenntnis in China entgegen gewirkt werden könnte:

Könnte da das Goethe-Institut nicht mal was machen? Zum Beispiel eine Milliarde Flugblätter drucken lassen, auf denen man den Chinesen in einfachen Worten erklärt, dass dieser Herr Xitele nicht nur ein großer Verbrecher war, sondern im Zweiten Weltkrieg auch ein großer Freund und Bundesgenosse der Chinesen metzelnden Japaner? Das wäre sicher sinnvoller, als immer nur Juli Zeh oder DJ Fix und Foxi nach Peking einfliegen zu lassen.

In den Medien spielt Deutschland vor allem auf dem Sportkanal eine Rolle. Fussball aus Europa ist sehr populär, Fussballspiele mit deutscher Beteiligung sah ich so oft wie zu Hause in Deutschland. Die Schweiz und Österreich wurden vor der EM vorgestellt. Ein chinesisch sprechender Österreicher reiste nach Wien, zeigte den Prater und Schloss Schönbrunn. Gelegentlich lachte mich Angela Merkel an, meist an der Seite von George W. Bush. Bekannt waren auch Bierkrüge und Ballack. Und Siemens. Nur einmal war in meinen neun Monaten Deutschland wichtiges Thema: Als die deutsche Regierung, die chinesische Politik in Tibet kritisierte.

Wie das Bild Deutschlands in den chinesischen Medien ist, kann ich nicht mehr sagen als: Überwiegend positiv. Aber Mark Siemons weiß es. Er schreibt die "Pekinger Bekanntmachungen". Er übersetzt, was die Pekinger Hauptstadtzeitung über Deutschland in Zeiten der Finanzkrise schreibt. Sie berichtet von Methoden, wie die Deutschen mit der Krise arrangieren: „Die Kunden drängen sich vor Ein-Euro-Läden".

Noch ist der Blog ganz frisch. Erst Anfang Dezmber veröffentlichte Siemons die ersten Beträge. Bis jetzt habe ich den Eindruck, als ob da ein neuer, qualitativ hochwertiges Blog über China im Aufbau ist.

Wechseln wir zum Abschluss mal kurz die Seite: Wieviel wissen wir schon über China? Irgendein Kaiser von China; Schwarzpulver erfunden; Mao; Fälschungen; kleine, geschminkte Mädchen, die bei Olympia Goldmedaillen gewinnen.

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7. Dezember 2008 0

Ein Bayer in Brooklyn

Von katha in Kulturelles, Mukke

Brooklyn, das kreative Zentrum New Yorks. Brooklyn, wo die kreativsten Köpfe, trendigsten Designer und mutigsten Musiker wohnen. Von dort berichtet "Ein Bayer in Brooklyn" für den Jugendsender des bayerischen Rundfunk on3radio.

 

 

 

 

 

Mal tifft er sich mit den Organisatoren sogenannter DIY-Parties ("Do it yourself"-Parties). Ohne Altersbegrenzung können dort alle feiern – allerdings illegal. Er besucht den Sänger Miles Benjamin Anthony Robinson zu Hause in seiner WG und filmt ihn beim musizieren in Bett. Oder er besucht das Denkmal Brooklyns, den Vergnügnspark Coney Island mit seinem ganz eigenem Charme ein Jahr vor seiner Schließung.  Immer wieder tauchen Deutsche in den Filmen auf, Musiker oder Kreative, die in Brooklyn erfolgreich in ihrem Metier arbeiten. Kurz: Begegnungen mit Kunst und Künstlern.

Der Bayer in Brooklyn ist Matthias Röckl (15+1 Fragen bei Stylespion). Der ehermalige Moderator des legendären BR-Senders Zündfunk lebt jetzt in New York und berichtet von dort alle zwei Wochen per Video aus dem Big Apple.

Der Videoblog ist empfehlenswert. Interessante Menschen mit interessanten Tätigkeiten an interessanten Plätzen – "Ein Bayer in Brooklyn" ist einfach – prima.

Viel Spaß mit der Folge:

Ein Neu-New-Yorker gegen den Web 2.0-Kommerz

(Bild: br-online.de)

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29. Oktober 2008 5

Lesenswertes: Klatsch und Medien

Von katha in Kulturelles, Lesenswertes
  • Klatsch me if you can: Lindsey Lohan ist lesbisch, Jennifer Anistion schon wieder Single und Angelina Jolie die Übermutter des neuen Jahrtausends. Diese Informationen und v.a. die dazugehörigen Bilder sind das tägliche Brot im Boulevardjournalismus. Der Journalist Thorsten Dewi berichtet von seinen Erfahrungen mit der Yellow-Press.

In den Redaktionen sitzen keine Texter mehr, denn es gibt keine Geschichten zu erzählen. Es gibt nur noch Kontexter (…) Ein Bild muss im Heft verankert werden, es muss der Anschein erweckt werden, als habe es dort etwas zu sagen. Hat die junge Mutter eine Zigarette in der Hand? „Was tut sie sich an – und ihrem Kind?“. Ist der Ehemann nicht im Bild? „Böse Gerüchte – ist die große Liebe schon gestorben?“. Quillt der Hintern nicht mehr aus der Jeans? „Schock-Bilder! Hungert sie sich zu Tode?“.

 

  • Hans-Werner Sinn, Stefan Niggemeier oder Sybille Weischenberg? Was sind das für Leute, die uns in den Medien als Experten vorgestellt werden? Sind sie wirklich kompetent und ihre Medienpräsenz legitim? Lukas schreibt auf coffeeandtv über Experten.

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8. August 2008 0

Chinesen, die unbekannten Wesen

Von katha in China, Medien

In jeder Fernsehsendung, in alles Tageszeitungen: Berichte und Reportagen über Peking, Olympia und die Repressionen des kommunistischen Regime. Alles interessant, alles wissenswert und informativ. Doch die Chinesen an sich werden dabei oft vergessen.

Bei allen olympischen Spielen ist es eine wichtige Aufgabe der Medien den Menschen in aller Welt das Gastgeberland und seine Einwohner vorzustellen. 2000 standen die Aborigines in Australien im Fokus, 2002 in Salt Lake City die Mormonen. In Athen 2004 und Turin 2006 war die kulturelle und gesellschaftliche Bildung für uns Europäer nicht so wichtig. Schließlich sind uns die italienische und griechische Welt doch einigermaßen vertraut.

Doch genau das ist in China nicht der Fall. Unbekannte Lebenswelten, asiatische Verhaltensweisen. Kein Europäer fügt sich da problemlos ein. Olympia ist also ein prima Rahmen für diese Berichterstattung. Denn je wichtiger China als Wirtschaftsmacht wird, desto mehr wächst unbewusst die Angst vor “dem Chinesen”, uns – den westlichen Industrieländern – den Rang abzulaufen.

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Viele befürchten von der asiatischen Supermacht überrollt zu werden und China durch seine Wirtschaftskraft und sein Humankapital in den nächsten Jahrzehnten zum dominierenden Faktor in der Welt wird. Möglicherweise wird das so kommen, vorhersagen kann das niemand. Was aber verhindert werden kann, ist die Angst vor der unbekannten Kultur, dem fremden Alltag hinter dem Himalayagebirge. Und das ist die Aufgaben der Medien.

Individuen trotz Kollektivgedanken

Doch oft bin ich nicht glücklich mit den Berichten aus dem Reich der Mitte. Möglichweise ist es ein fataler Trugschluss meinerseits: Doch oft habe ich das Gefühl, bei Medienberichten als auch bei Gesprächen, es handle sich bei Chinesen einfach um riesige Massen von Menschen. 1,3 Milliarden gleicher schwazhaariger Menschen mit Schlitzaugen und gelber Haut. Trotz aller Kollektivgedanken der kommunistischen Ideologie sind sie trotzdem Induviduen. Sie haben helle und dunkle Haut; sie lachen und weinen; sie lieben und hassen sich. Das mag vielleicht lächerlich klingen, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass das nicht allen klar ist!

Nur wenig wird berichtet über Chinesen, ihren Alltag und Einstellungen. Wie leben Chinesen? Was ist ihnen besonders wichtig?

Natürlich ist es anmassend, mich als Expertin der chinesischen Gesellschaft hinzustellen. Weder habe ich wissenschaftliche Beweise noch einen Überblick über ganz China. Ganz davon abgesehen, dass es sinnlos ist Millionen von Menschen bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben. Dennoch traue ich mich behaupten, den “Menschenschlag” in Yunnan, einer südwestchineschischen Provinz zu kennen. Ich habe dort neun Monate verbracht. Im Radius von 150 Kilometern waren mein Freund und ich die einzigen “Laowai”, Ausländer. Nur sehr vereinzelt kamen Reisende in das abgelegene Gebiet an der burmesischen Grenze. Es gibt dort kein Brot, kein McDonalds und Ausländer sind eine echte Seltenheit.

Der kleinste gemeinsame Nenner

In den folgenden Wochen will ich in loser Reihenfolge von bestimmten Eigenheiten, Besonderheiten und Verhaltensweisen in China erzählen. Vorneweg: Meine Berichte sind allesamt subjektiv und sind der kleinste gemeinsame Nenner. 1,3 Milliarden Menschen – 1,3 Milliarden Persönlichkeiten. Dennoch habe ich vor allem durch Blogs und mit Gesprächen mit anderen eines gemerkt: Gewisse Dinge gibt es überall: Von Urumqui ganz im Westen bis an die Ostküste in Beijing – einer Strecke über 5000 Kilometer.

Sollte ich etwas schreiben, was nicht der Wahrheit entspricht und/oder einfach totaler Mist ist: Sofort Bescheid sagen, sonst kehrt sich mein Anliegen, euch China und eine Einwohner näher zu bringen, ins Gegenteil.

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3. August 2008 0

Internetzensur in China

Von katha in China, Medien

Wieder mal ist die Internetzensur in China in aller Munde. Während meiner neun Monate in China hatte auch immer wieder damit zu kämpfen:

  • Deutsche Seiten waren grundsätzlich nicht so sehr von der Great Firewall, wie die chinesische Zensur im Netz auch genannt wird, betroffen. Auf alle Seiten von Tageszeitungen und Magazinen, wie sueddeutsche.de, faz.net oder spiegel.de, konnte ich zugreifen. Auch tagesschau.de war jederzeit erreichbar.
  • Bis April 2008 war Wikipedia in allen Sprachen nicht erreichbar. Abhilfe schaffte ich mit anonymouse.org, das persönliche Daten verschlüssselt. Im April hoben die Verantwortlichen im Zuge der Öffnung für die olympischen Spiele die Sperre teilweise auf.
  • Überraschenderweise konnte ich auf amnesty.de zugreifen. Jedoch surfte ich nicht darauf, da sowohl das Internet in meiner Wohnung als auch meine Karte für Internetcafes über chinesische Freunde angemeldet war. Ihnen wollte ich keinen Ärger machen.

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