Outgesourcte Gewalt
Veröffentlicht am | 19. 08. 2010 | 1 Kommentar
Das Internet ist ja sowieso an allem Schuld, denn im Web gibt’s ja nichts außer Porno, Grausamkeit und Gewalt, so die Meinung derer, die es nicht nutzen und sich E-Mails ausdrucken. Und überhaupt, früher war ja alles besser. Dazu beim “Deus Ex Machina”-Blog der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:
Unsere Großeltern und wahrscheinlich jede Generation vor ihnen haben Grauen dieser Art auch gesehen. Bloß lag neben ihnen dabei keine Tüte Chips. Es gibt mit Sicherheit eine ganze Reihe von Theorien, die ich alle nicht kenne, zu der Frage, ob wir in einer keimfreien Welt, in der das Grauen in die Altenheime, Krebsstationen oder nach Afghanistan outgesourcet worden ist, einen Ersatz brauchen in abgemilderter, wegklickbarer Form. Ich bräuchte ihn nicht, von mir aus könnte das ganze Netz aussehen wie ein Rosamunde-Pilcher-Film im ZDF. Aber die meisten Menschen lieben den Grusel, schließlich sind wir auch alle mit Märchen, in denen es selten mal ohne Kannibalismus oder Kindermord ging, aufgewachsen.
Multitasking fails
Veröffentlicht am | 03. 05. 2010 | Noch kein Kommentar
Wie beeinflusst das Internet unser Gehirn? Die Stirnlappen, quasi die Kommandozentrale der Hirns verwahrlost, schreibt die FAZ.
Ein Teil der Fähigkeit des Arbeitsgedächtnisses, das eng mit dem Stirnlappen kooperiert, betrifft die selektive Aufmerksamkeit. Sie erlaubt es einem, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und alles andere, was an Sinnesinformationen oder ablenkenden Gedanken einläuft, zu blocken. Wenn wir nur zwei oder gar drei Aufgaben parallel erledigen, nimmt die Leistungsfähigkeit der primären Aufgabe parallel zur kognitiven Last der anderen ab – und zwar unausweichlich. Wer also an etwas arbeitet und ständig durch eintreffende Nachrichten abgelenkt wird oder auch nur auf so etwas Banales wie eine E-Mail wartet – schon der Gedanke an mögliche Eingänge in den digitalen Briefkasten genügt – der arbeitet deutlich weniger effektiv als jemand, der seine Tätigkeiten nacheinander ohne Störung abarbeitet.
Die größte kognitive Bremse besteht für viele von uns heute darin, dass wir auch bei einer Tätigkeit, die wir gerade ausüben, ständig den Gedanken an andere – vor allem digital inszenierte – Tätigkeiten verdrängen müssen. Diese Informationsabwehr frisst große Teile unseres Arbeitsspeichers. Wer sich also auf Multitasking konditioniert, zahlt einen hohen Preis: Die Fehleranfälligkeit seines Denkens und Handels wird sehr groß (schnell ist noch lange nicht korrekt), die Konzentrationsspannen werden verkürzt. Gleichzeitig nimmt der Wunsch nach schneller „Belohnung“ – nach Erfolgserlebnissen – im Gehirn zu, was zur Folge hat, dass wir immer weniger bereit sind, unsere exzessiven Aktivitäten aufzugeben. Die Suchtgefahr steigt. Sollte dieser Befund, der bisher nur an ausgewählten und vergleichsweise kleinen Probandenzahlen ermittelt wurde, sich zu einem flächendeckenden Befund bei der heranwachsenden Generation ausweiten, wird es einem unwohl bei dem Gedanken, wie es um die Fehleranalyse und Präzision künftiger Maschinenbauingenieure und Brückenbauer bestellt ist.
Chatroulette: Absurd, lustig, verstörend
Veröffentlicht am | 21. 03. 2010 | 8 Kommentare
Chatroulette ist absurd, lustig, verstörend, manchmal richtig krank, süchtigmachend und gerade deshalb so toll. Es ist nichts anderes als ein Videochat mit zufällig ausgewählten Menschen.
Ich habe mich mit einem jungen Soldaten der US-Army unterhalten, der schon in Kuweit und im Irak gedient hat. Mit einem Holländer habe ich den Sinn des Lebens diskutiert, einer hat mit ein Lied gespielt. Ein Koreaner wollte mir weiß machen, er würde in Harvard studieren, dabei konnte er kaum Englisch (wenn doch, dann kann ich mich ab jetzt getrost als Professorin für Anglistik bezeichnen). Mit einem Typen aus New York hab ich mich über Curling lustig gemacht. Mit einem Mädchen aus Vermont habe ich geraucht und uns dumme Witze erzählt.
Und dazwischen immer wieder Schwänze oder Typen, die nur darauf warten ihre zu zeigen, aber das lernt man schnell zu ignorieren. Chatroulette katapultiert einen in das Leben eines wildfremden Menschen irgendwo auf dem Globus.
Erfunden hat das ganze ein russischer Teenager. Der Server der Seite steht zu Hause bei Muttern unterm Küchentisch. Russische und internationale Kaufinteressenten, die ihm die Seite, die in den letzten Wochen und Monaten immer bekannter wurde, stehen bei ihm Schlange.
Was Chatroulette ist und wie es funktioniert, zeigt auch folgender charmanter Film:
chat roulette from Casey Neistat on Vimeo.
Und es gibt Leute, die einfach mal so Lieder improvisieren und sie fremden Leuten vorspielen:
Don’t Forget Zensursula
Veröffentlicht am | 23. 09. 2009 | Noch kein Kommentar
Überwachung, Vorratsdatenspeicherung und Zensur im Internet? War da was? Im Wahlkampf spielen diese Themen ein paar Tage vor der Entscheidung keine Rolle (zumindest bei den beiden großen Parteien). Kein Wunder, haben die beiden Kontrahenten doch gemeinsam in der großen Koalition die Gesetze von Ursula von der Leyen und Wolfgang Schäuble durchgebracht – gegen Widerstände der Opposition (who cares) und 130 000 Bürgern, die eine E-Petition unterschrieben haben. Erst im September demonstrierten 25 000 Menschen in Berlin gegen eine Internetgesetzgebung, die Bürgerrechte verwässert.
Wie und warum Frau von der Leyen zu ihrem Spitznamen gekommen ist, zeigt das Video von Karpfenschleuder.
(via)
Ein Ozean namens Internet
Veröffentlicht am | 02. 01. 2009 | 8 Kommentare
Politik 2.0: Im Laufe des Superwahljahres 2009 wird der Begriff mit Sicherheit immer öfter auftauchen. Doch wird diese Entwicklung außerhalb der Blogging- bzw. Internetszene überhaupt jemand wahr nehmen? Natürlich, Demokratie 2.0 nimmt einen immer wichtigeren Stellenwert an und hat mit Seiten wie abgeordnetenwatch.de Wegweiser für die Zukunft. Langsam aber sicher, greifen die etablierten Parteien die Entwicklung auf und wagen sich vorsichtig hinaus auf den Ozeans namens Internet.
Einer der Pioniere der bloggenden Politikerkaste ist Julia Seeliger. Bis Ende letzten Jahres im Beriner Landesvorstand der Grünen Jugend Bündnis 90/Die Grünen saß. Eine Nachwuchspolitikerin, in die die Grünen sicherlich große Hoffnungen setzen.
Mediale Aufmerksamkeit bekommt Seeliger immer dann, wenn sich die Diskussionen um Internet und Politik 2.0 drehen. (oder Monogamie). Aktiv ist sie auch bei Twitter. Unter anderem wegen Seeliger gilt die Partei als Vorreiter für die restliche politische Welt. Aber ist sind die Grünen das wirklich? Das fragt sich auch Henning (ebenfalls grüner Politiker).
Insbesondere der Kontrollverlust wird von den meisten in der Politik nach wie vor eher als Bedrohung angesehen. Auch innerhalb der Grünen ist es nicht immer so einfach, die Leute von mehr Web 2.0 in der Politik zu überzeugen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich davon erstmal ziemlich überrascht war.
Er führt aus, dass die Grünen Partizipation groß schrieben und deshalb auch der Schritte zu einer Politik 2.0 kleiner sei, als kleiner sei als bei anderen Parteien.
Genau da kommt Julia Seeliger wieder ins Spiel. Sie arbeitet seit diesem Jahr bei campact, einem wirklich interessanten Projekt für Politik im Internet. Campact organisiert Kampagnen über das Internet und wirbt auch mit Plakaten dafür, sich online für Umweltschutz einzusetzen.
Doch wie soll das funktionieren? Die taz erklärt:
Damit sich möglichst viele Menschen an dem Onlineprotest beteiligen, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein, bevor die Campact-Aktivisten per Mail zur Unterschrift gebeten werden: Nur wenn ein Entscheidungsprozess ansteht und es einen “signifikanten Widerspruch gibt zwischen dem, was die Regierung oder eine Partei vorhat, und dem, was die Mehrheit der Bevölkerung will”, kommt ein Aufruf infrage, erklärt Kolb. Außerdem müsse es eine “reale Chance” auf Erfolg geben. Kolb hat über soziale Bewegungen promoviert und weiß: “Nicht alle Zeitpunkte sind gleich gut für Veränderungen.”
Ich finde, das hört sich interessant und vielversprechend an. Denn eines ist klar: In Zukunft findet der Wahlkampf im Internet statt am Marktplatz statt. Den Newsletter habe ich abonniert, einen Versuch ist es wert. Das kommende Jahr wird zeigen, ob der positive Eindruck von campact auch den Praxistest bei den Wahlen bestehen wird.
Ein Bayer in Brooklyn
Veröffentlicht am | 07. 12. 2008 | Noch kein Kommentar
Brooklyn, das kreative Zentrum New Yorks. Brooklyn, wo die kreativsten Köpfe, trendigsten Designer und mutigsten Musiker wohnen. Von dort berichtet "Ein Bayer in Brooklyn" für den Jugendsender des bayerischen Rundfunk on3radio.

Mal tifft er sich mit den Organisatoren sogenannter DIY-Parties ("Do it yourself"-Parties). Ohne Altersbegrenzung können dort alle feiern – allerdings illegal. Er besucht den Sänger Miles Benjamin Anthony Robinson zu Hause in seiner WG und filmt ihn beim musizieren in Bett. Oder er besucht das Denkmal Brooklyns, den Vergnügnspark Coney Island mit seinem ganz eigenem Charme ein Jahr vor seiner Schließung. Immer wieder tauchen Deutsche in den Filmen auf, Musiker oder Kreative, die in Brooklyn erfolgreich in ihrem Metier arbeiten. Kurz: Begegnungen mit Kunst und Künstlern.
Der Bayer in Brooklyn ist Matthias Röckl (15+1 Fragen bei Stylespion). Der ehermalige Moderator des legendären BR-Senders Zündfunk lebt jetzt in New York und berichtet von dort alle zwei Wochen per Video aus dem Big Apple.
Der Videoblog ist empfehlenswert. Interessante Menschen mit interessanten Tätigkeiten an interessanten Plätzen – "Ein Bayer in Brooklyn" ist einfach – prima.
Viel Spaß mit der Folge:
Ein Neu-New-Yorker gegen den Web 2.0-Kommerz
(Bild: br-online.de)
Bravo, Kabel Deutschland!
Veröffentlicht am | 10. 10. 2008 | 3 Kommentare
Servicewüste Deutschland! Dass der Kunde in Deutschland sicherlich nicht Kunde ist, ist allgemein anerkannt. Jetzt musste ich mich das erste Mal mit dreister Kundenverarsche beschäftigen.
Ich wohne nun in Regensburg, habe eine Wohnung, doch Internet fehlt noch immer. Telefonanschluss brauche ich nicht, nur Internet. Kabel Deutschland ist dafür ein guter Anbieter. Vor einem Monat hab ich den Anschluss beantragt, inzwischen war die Firma, die die Anchlüsse legt, schon zweimal bei mir – doch Internet hab ich noch immer nicht. Wieso das? Nun, das erste Mal kam ein Auszubildender ganze drei Stunden zu spät, der das ganze irgendwie nicht gecheckt hat. Ist blöde, aber kann man nichts machen. Irgendwie ist das eine komplizierte Sache, die lange dauert und zwei Arbeiter benötigt. Schade, den nächsten Termin vereinbart.
Jetzt der Hammer. Die Männer kommen (pünktlich) gehen in den Keller, probieren ein bisschen rum, dann sagen sie: "Das geht nicht." Grund: Derselbe wie beim ersten Mal! Bitte? Deswegen sind sie ja da, weil das das erste Mal nicht funktioniert hat. Sie gehen. Und wohin? Sie setzen sich in ihr Auto unter unserem Fenster und schlagen die Zeit tot, der nächste Termin ist ja erst in drei Stunden. Mein Freund ruft die Hotline von Kabel Deutschland an, stellt sich neben das Auto und beschwert sich. Das Firmenauto war dann aber relativ schnell weg.
Bis wir Internet haben, hat es dann knapp zwei Monate gedauert. Bravo, Kabel Deutschland!
Entschuldigt meinen Ton, bin noch immer ziemlich angepisst.
Internet statt Marktplatz: Demokratie 2.0
Veröffentlicht am | 25. 09. 2008 | 15 Kommentare
Beim US-Präsidentschaftswahlkampf nimmt das Internet eine wichtige Rolle ein. Wie sehr nutzen Parteien ein Jahr vor der Bundestagswahl die Möglichkeiten des WorldWideWeb? Gibt es auch in Deutschland Demokratie 2.0?
„Waren noch mit einigen delegierten und ein paar journalisten ein bier trinken. Waren alle von der michelle obama rede begeistert.“ Diese Worte schrieb Hubertus Heil, Generalsekretär der SPD, vom Nominierungsparteitag der US-Demokraten in Denver. Heil nützte den Internetdienst Twitter, der Nachrichten von einer Länge bis zu 140 Zeichen erlaubt. Über 1000 Nutzer haben seine Nachrichten abonniert.
Als erster Spitzenpolitiker in Deutschland nutzt er damit die Möglichkeiten, die das so genannte Web 2.0 mit ihren sozialen Netzwerken bietet, ganz nach amerikanischem Vorbild. In den Vereinigten Staaten sind Politiker, die Blogs schreiben oder mit ihren Anhängern über soziale Netzwerke kommunizieren, normal. Vor allem der Präsidentschaftswahlkampf 2008 zeigt ganz klar, dass eine ausgefeilte Strategie im Internet wichtig für den Gewinn der Wahl ist. Deshalb nutzen John McCain und sein Kontrahent Barack Obama strategisch alle zur Verfügung stehenden Wege: Die Demokraten und Republikaner haben ihre eigenen Netzwerke; sie stellen Videos auf die Plattform YouTube; Fotos gibt es beim Fotodienst flickr; die Wähler werden mit persönlichen eMails oder Twitter auf dem laufenden gehalten. Beide Anwärter wissen, dass sie so Millionen von Bürger einbinden und aktiv am Wahlkampf teilhaben lassen können. Diese neue Form der Politik heißt Demokratie 2.0, in Anlehnung an den Begriff Web 2.0.
Internet nur als verlängertes Presseorgan
Wie sieht die Situation in Deutschland aus? Natürlich haben alle Parteien ihre eigenen Webauftritte, wo sie sich vorstellen und die Bürger sich informieren können. Doch sie binden die Nutzer nicht wie in den USA ein. „Viele nutzen das Internet nur als verlängertes Presseorgan“, sagt Markus Beckedahl, Blogger bei netzpolitik.org. Eine Interaktion zwischen Politikern und Bürgern finde kaum statt. Zwar veröffentlicht Bundeskanzlerin Angela Merkel seit 2006 regelmäßig Videopodcasts, wo sie über ihre aktuelle Politik spricht. Doch ein direkter Kontakt, beispielsweise durch Fragen oder Kommentare der Zuschauer, komme nicht zustande.
Diese Zurückhaltung überrascht besonders, da in einem Jahr Bundestagswahlen anstehen und der Wahlkampf beginnt. Doch im Internet ist keine Spur davon. „Eine Inflation spontan in der heißen Wahlkampfphase aus dem Hut gezauberter Onlineaktivitäten ist erwartbar, aber weder nachhaltig noch mit den Auftritten der US-Wahlkämpfe vergleichbar.“, heißt es in der Studie „Zwischen Strategie und Experiment – Politik im Web 2.0“ vom Juni 2008. Weiter heißt es: „Die Parteien und Spitzenpolitiker sind zum Zeitpunkt der Erhebung im klassischen Wahlkampf verhaftet, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Und auch die Jugendorganisationen und ihre Spitzenvertreter bilden hier keine Ausnahme.“
Julia Seeliger, Mitglied im Parteirat der Grünen, ist die einzige Politikerin, die regelmäßig bloggt. Die Landesfraktion der bayerischen Grünen macht im Wahlkampf erste Versuche mit dem Dienst Twitter. Doch geplant und durchdacht nutzen die Parteien das Web 2.0 nicht.
Auch Schäuble antwortet
Doch die Parteien sind nur eine Seite der Politik im Netz. Denn das Internet bietet Menschen, die sich für Politik interessieren sehr leicht die Möglichkeit, selbst Texte zu veröffentlichen oder sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Abseits der Parteipolitik ist die Entwicklung des Internets hin zur Kommunikationsplattform weiter fortgeschritten. „Im Netz haben vor allem kleinere Organisationen viel besser eine Möglichkeit ihr Zielpublikum zu erreichen. Früher kam man nicht ins Fernsehen, wenn die Organisation nicht groß genug war“, weiß Beckedahl. Jetzt sei es einfacher, Menschen mit denselben Interessen zu finden und als Organisation bekannt zu werden.
Ein Beispiel für Demokratie 2.0 ist die Seite abgeordnetenwatch.de. Jeder kann dort online seinen Abgeordneten befragen. Die Fragen und Antworten sind online einsehbar. „So entsteht nach und nach ein Wählergedächtnis“, sagt Gregor Hackmack, einer der Gründer der Seite, denn gespeichert wird auch das Abstimmungsverhalten. Es könne ein direkter Kontakt zwischen Bürgern und Politikern hergestellt werden. 93 Prozent aller Bundestagsabgeordneten haben auf der Plattform mindestens eine Frage vernünftig beantwortet. „Es gibt Abgeordnete, die geben nur Standartantworten“, erzählt Hackmack, „aber auch keine Antwort ist eine Antwort.“ Innenminister Schäuble habe beispielsweise 112 Standartantworten geschrieben, gebe aber seit der 113. Frage mustergültige Antworten. „Die Abgeordneten nehmen das wirklich ernst mittlerweile, weil die Antworten durch die Medien transportiert und für die Nachwelt erhalten werden.“
Politiker nutzen Chancen nicht
Es überrascht, wie wenig die Parteien bei ihren Wahlkämpfen auf das Medium Internet setzen, denn es hat das Potenzial mit wenigen Mitteln Millionen von Deutschen zu erreichen. Internetplattformen bieten sowohl Politikern als auch politisch Interessierten Chancen sich zu vernetzen, auszutauschen und zusammenzuarbeiten. Viele Politiker sind sich offensichtlich nicht bewusst, welche Chance sie verspielen, wenn sie das Internet ignorieren. Die Demokratie 2.0 steht in Deutschland noch ganz am Anfang.
Für die Bundestagswahlen 2009 ist nicht mit großen Veränderungen zu rechnen. Die ersten richtigen Konzepte für Wahlkamp im Internet sind wohl erst im Jahr 2013 zu erwarten. Nichtregierungsorganisationen sind da grundsätzlich schon weiter, doch sowohl Parteien als auch alle anderen politischen Organisationen müssen sich in den kommenden Jahren mit dem Gedanken anfreunden, dass die Wahlen immer weniger auf Marktplätzen, sondern im WorldWideWeb entschieden werden.
