7. Dezember 1941: Der Angriff auf Pearl Harbor
Veröffentlicht am | 07. 12. 2008 | Noch kein Kommentar
Heute vor 67 Jahren - Wie aus dem europäischen ein weltweiter Krieg wurde
In den frühen Morgenstunden am 7. Oktober 1941 griff die japanische Armee in zwei Wellen die Pazifikflotte der USA an. 2500 Tote hatten die Amerikaner zu beklagen, dazu über 1000 Verwundete. Der Angriff auf Pearl Harbor ohne Kriegserklärung war ein Angelpunkt im 2. Weltkrieg: Aus einem Krieg, der sich auf Europa beschränkte, wurde ein sich über den ganzen Globus erstreckender Weltkrieg.
Vor dem Day of Infamy (Tag der Ehrlosigkeit), wie die Amerikaner den Tag im Herbst 1941 nennen, verfolgte die Regierung eine isolationistische Politik. Präsident Franklin D. Roosevelt griff militärisch nicht in den Krieg in Europa ein und propagierte eine friedliche Politik. Tatsächlich aber erlaubte die „Cash-und Carryklausel“ England Rüstung zu verkaufen. Ab dem Frühling 1941 beteiligte sich die USA noch stärker für die Alliierten: In unbegrenzter Höhe und ohne Gegenleistung konnten sich Briten, Franzosen und auch Sowjets bei den Amerikanern mit Kriegsmaterialen eindecken. So gingen die amerikanischen Politiker ihren Interessen in Europa nach, ohne sich selbst militärisch zu engagieren.
Verhandlungen oder Angriff?
Auch die Japaner waren indirekt am Krieg in Europa beteiligt. Mit der Sowjetunion verband das Reich ein Nichtangriffspakt, während es mit China im Krieg stand. Das Massaker in der chinesischen Stadt Nanking und die drohende Besetzung von Französisch-Indochina durch japanische Truppen, ließen die USA ihre Neutralität aufgeben. Die Regierung in Washington erließ Sanktionen: Durch ein Öl- und Handelsembargo, dem sich Großbritannien und die Niederlande anschlossen, verlor Japan 90 Prozent seiner Ölimporte und es fiel drei Viertel des Außenhandels weg. Um den drohenden wirtschaftlichen Zusammenbruch zu verhindern, sah sich Japan vor die Wahl gestellt: Verhandlungen mit den USA oder die Besetzung von ressourcenreichen Gebieten in Südostasien?
Der verheerende Angriff aus der Luft am Morgen des 7. Dezember brachte den Krieg in den Pazifik. Neben der Offensive gegen die Amerikaner griffen die Japaner in Südostasien auch Großbritannien und die Niederlande an.
Von Pazifismus zum Kriegseintritt
Doch mit dem Angriff aus dem Hinterhalt auf die Flotte in Pearl Harbor war die friedliche Politik in Amerika nicht mehr durchsetzbar. Die Strategie des Isolationismus und Pazifismus wurde über den Haufen geworfen. Einen Tag nach dem Angriff unterschrieb Präsident Roosevelt die Kriegerklärung an die Japaner. Vier Tage später, am 11. Dezember 1941, erklärten Deutschland und Italien den USA den Krieg. Amerika war nun militärisch auf der ganzen Welt involviert.
Die gesellschaftliche Stimmung in den USA wandte sich schnell: Die öffentliche Meinung sinnte auf Rache auf den hinterhältigen Angriff, änderte seine Meinung von Neutralität in Angriffshaltung. In Scharen meldeten sich junge Männer freiwillig für den Militärdienst. Hart ging man auch mit japanischstämmigen Amerikanern um: Sie wurden verfolgt und in Internierungslager gesteckt. Unklar ist bis heute, ob die US-Regierung rechtzeitig Informationen über den drohenden Angriff auf Pearl Harbor hatte. Kritiker meinen, die Regierung habe den Angriff genutzt, um die neutrale gesinnte Bevölkerung für den Krieg gegen die Achsenmächte zu gewinnen.
Die USA übernahm schnell die entscheidende Rolle im 2. Weltkrieg. Die Industrie war die aller anderen Kriegsparteien überlegen. Dazu kamen frische Truppen. Zusammen mit den Alliierten Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion zwangen die Amerikaner Deutschland und Japan 1945 zur Kapitulation.
erschienen bei: backview.eu
Historisch-politische Aufladung
Veröffentlicht am | 03. 02. 2008 | Noch kein Kommentar
Allenthalben ein neuer Naziskandal. Der sagt dieser, ein anderer jenes. Und am Ende hat die BILD einen Aufhänger und in Blogs ein neues Diskussionsthema.
CoffeandTV hat in einer sicherlich Heidenarbeit Skandale und Skandälchen rund um Nazivergleiche, nationalsozialistische Äußerungen usw. ab 1979 aufgelistet.
Sehr interessant ist der Nokia-Werbeslogan “Jedem das seine” im Jahr 1998. Denn die drei Woerter sind an das Lagertor in Buchenwald geschmiedet.
Jedem das Seine hat also seinen Beiklang, der in rechtsextremistischen Kreisen mit eindeutiger Absicht Verwendung findet. Allerdings finden wir neben der eindeutig rechtsextremistischen, apologetischen und provokativen Verwendung auch weiterhin einen Gebrauch des Wortes, der sich der historisch-politischen Aufladung vielleicht nicht einmal bewusst ist. (Kurzdokumentation zur Formel Jedem das Seine, Forschungs- und Arbeitsstelle Erziehung nach/über Auschwitz)
Ja genau. Ich zum Beispiel. Bis vor einer halben Stunde.
via Citronengras
Stolze Länder, schwaches Europa?
Veröffentlicht am | 27. 08. 2007 | Noch kein Kommentar
Die Geschichte soll uns lehren, dass wir Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen. Die Geschichte soll uns aber auch die Möglichkeiten von Staatsformen vor Augen halten, damit wir sie weiterentwickeln können. Oder ist es nicht am Besten, die Vorteile verschiedener politischer Systeme zu kombinieren?
Im 19. Jahrhundert gab es im deutschsprachigen Raum zwei Kaiserreiche. Auf der einen Seite das Deutsche Reich, das sich vor allem unter Wilhelm II. mit chauvinistischen Gebärden hervortat und das nationale Glück in der Expansion in Übersee sah. Schließlich sollte am deutschen Wesen die Welt genesen.
Im Osten führten die Habsburger ihr Reich, ein Vorläufer der europäischen Einigung. Deutsche, Italiener, Tschechen, Polen, Bosnier, Ungarn, Rumänen – halb Europa war unter österreichischer Herrschaft. Doch das Selbstbestimmungsrecht der Völker wurde unterdrückt, innere Unruhen und gewaltsame Auseinandersetzungen waren die Folgen.
Die Ambivalenz Stauffenbergs: Hitlerattentat und Ständestaat
Veröffentlicht am | 20. 07. 2007 | Noch kein Kommentar
20. Juli 2007: Das Attentat auf Adolf Hitler der Gruppe um Claus von Stauffenberg jährt sich zum 63. Mal. Doch das ist nicht der Grund, warum Stauffenberg die Boulevardmedien dominiert. Stattdessen geht es darum, ob der Schauspieler Tom Cruise, ein Anhänger der Scientologysekte, Claus von Stauffenberg im Film “Valkyrie” darstellen darf. Die Ziele und Motive Stauffenbergs sind keiner Erwähnung wert.
Claus Schenk Graf von Stauffenberg war der Kopf einer Gruppe von Führungspersonen aus Militär und Verwaltung. Sie planten eine Verschwörung gegen Hitler, bei der dieser durch ein Bombenattenat getötet und im Anschluss eine neue Regierung unter Kanzler Carl Goerdeler eingesetzt werden soll.
Aussichtlose Kriegslage
Was waren die Gründe für die elitäre Gruppe das Hitler-Regime zu stürzen? Sie fürchteten, dass Deutschland unter Hitler seine Großmachststellung verlieren könnte. Zum Zeitpunkt des Attentats, im Sommer 1944, war die Niederlage Deutschlands bereits besiegelt. Die Front verlagerte sich von allen Seiten in das Reich hinein: Im Jahr kapitulierte sowohl die 10. Armee im Kessel von Stalingrad als auch der Afrika-Korps unter Rommel und am 6. Juni 1944 landeten die Allierten in der Normandie. Die Kriegslage war aussichtslos.
Stauffenberg und seine etwa 200 Anhänger wollten auch gegen Hitlers militärische Fehlentscheidungen vorgehen. Hitler war es, der General Paulus in Stalingrad verbot, aufzugeben. Das führte zur größten Einzelniederlage der Deutschen im zweiten Weltkrieg. Die Militärs hatten akzeptierten Hitlers militärische Autorität nicht und zweifelten an seinen strategischen Entscheidungen.
Es hätte keine Demokratie gegeben
Dies führte zum Bombenattentat des 20. Juli 1944. Angenommen, es wäre erfolgreich verlaufen: Wie hätte Deutschland unter Kanzler Carl Goerdeler, dem designierten Kanzler im Schattenkabinett, ausgesehen? Ganz klar: Es hätte keine Demokratie gegeben.
Stauffenberg und seine Mitstreiter erfuhren ihre Sozialisation im Kaiserreich, einer konservativen Militärmonarchie. Die Widerständler versuchten durch das Attentat das autoritäre System zu retten, indem Hitler entfernt werden sollte. Systembeseitigung oder gar Demokratisierung war somit ganz klar nicht das Ziel. Stattdessen soll die Großmachtstellung Deutschlands gewahrt werden und die Schmach von Versailles gerächt.
Ambivalenz Stauffenbergs
Das Attentat vom 20. Juli kann nicht einseitig betrachtet werden. Einerseits wollte Stauffenberg keine Demokratie, sondern weiterhin einen Obrigkeitsstaat ähnlich dem Kaiserreich. Doch andererseits war das Ziel, Hitler als Kopf des nationalsozialistische und totalitären Systems zu beseitigen.
Die Schuldfrage nach dem 1. Weltkrieg
Veröffentlicht am | 30. 06. 2007 | 2 Kommentare
Im Versailler Friedensvertrag sind Deutschland und seine Verbündeten die alleinigen Kriegsschuldigen. Dies ist so nicht richtig und war der größte diplomatische Fehler des 20. Jahrhunderts.
Natürlich aber war das deutsche Kaiserreich unter Wilhelm II., der für sich und seine Untertanen einen Platz an der Sonne suchte, tatkräftig dabei einen Krieg zu provozieren. Was waren also die Gründe dafür, dass Deutschland der Welt den Krieg aufgezwungen hat? Nachdem Deutschland uns Frankreich Zwistigkeiten in Kolonialfragen nicht klären konnten (Marokkokrise), fuhr Deutschland zur Machtdemonstration mit einem Teil der Kriegsflotte vor Agadir vor, dem Panthersprung von Agadir. Darüberhinaus gab Deutschland Österreich-Ungarn uneingeschränkte Rückendeckung nach dem Attentat von Sarajewo. Außerdem verletzte Deutschland durch den Einmarsch in Belgien dessen Neutralität und hatte grundsätzlich eine sehr offensive Kriegstaktik, die den Konflikt weiter anheizte.
Deutschlands Verbündeter im Dreibund Österreich-Ungarn löste den konkreten Konflikt am Balkan aus, indem die Habsburger versuchten dort zu expandieren und nach dem Tod des Thronfolgers ein unerfüllbares Ultimatum an die serbische Regierung stellten. Genauere Informationen findet ihr in meinem Bericht über das Attentat von Sarajewo.
Die Schuldfrage der im Friedensvertrag Angeklagten ist nun geklärt. Warum sind aber auch Serbien und Russland schuld am 1. Weltkrieg? Serbien betrieb eine aggressive großserbische Politik, wodurch die Situation immer wieder verschärft wurde. Russland dagegen wollte politischen Einfluss auf dem Balkan gewinnen, weshalb das Zarenreich den Panslawismus unterstützte und immer wieder intervenierte.
Zusammenfassend ist zu erkennen, dass die Schuld Deutschlands durchaus beträchtlich ist, jedoch von einer Mitschuld aller gesprochen werden muss, da alle beteiligten Nationen nach territorialer Expansion strebten und nach imperialistischen Maßstab Politik betrieben.
28.6.1914 - Attentat von Sarajewo
Veröffentlicht am | 20. 06. 2007 | Noch kein Kommentar
Vor einem Monat kündigte ich an, dass ich in unregelmäßigen Abständen über Ereignisse in der Zeitgeschichte berichten will. Leider dauerte es mit dem ersten Artikel länger als gedacht, da das Abitur und das Feiern dazwischen kam.
Der Artikel zum Attentat von Sarajewo sollte eigentlich zum 28. Juni erscheinen, doch zu diesem Zeitpunkt weile ich in Ungarn. Deshalb ist die Veröffentlichung vorgezogen.
Frühsommer 1914. In Europa brodelt es. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sich die Konflikte und Streitereien zwischen den Staaten in einem Krieg entladen.
Am 28. Juni 1914 ist es soweit, als ein Mitglied der serbischen Geheimorganisation “Mlada Bosna” (dt: schwarze Hand) den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand samt Gattin ermordet. Für Österreich bot sich nun die Gelegenheit endlich gegen die großserbische Bewegung vorzugehen, die seit Jahren politische Instabilität und vermehrte Unabhängigkeitsbestrebungen im großen habsburgischen Reich mit sich brachten. Als geeignetes Mittel schien dabei ein unerfüllbares Ultimatum an die serbische Regierung zu sein. Zusammen mit dem “Blankoscheck”, einer Erklärung der bedingungslosen Loyalität des deutschen Kaiserreichs, waren dies ideale Voraussetzungen dafür, Serbien den Krieg zu erklären.
Doch wie wurde die regionale militärische Auseinandersetzung zum ersten Krieg, in dem der ganze Globus verwickelt war? Russland unterstützte die panslawistische Bewegung um politischen Einfluss auf dem Balkan zu erlangen. Nun traten die die Bündnisverpflichtungen in Kraft: Dem Dreibund zwischen Deutschland, Österreich, Italien und Rumänien stand die Triple Entente zwischen England, Frankreich und Russland gegenüber. Außerdem kündigte sich die militärische Auseinandersetzung seit Jahren an. Die Marokkokrisen 1906 und 1911 mit dem “Panthersprung von Agadir”, bei dem sich deutsche und französische Kriegsschiffe feindlich gegenüberstanden, und die Balkankrise 1912/13 waren eindeutige Vorzeichen für einen europäischen Krieg. So folgte Generalmobilmachung auf Generalmobilmachung, Kriegserklärung auf Kriegserklärung bis ganz Europa im Krieg verstrickt war und es zu den Szenen kam, die man beim Gedanken an den 1. Weltkrieg im Kopf hat: Stellungskrieg in den Gräben in Verdun und uneingeschränkter U-Boot Krieg.
Ein politischer Mord an einem Thronfolger ist natürlich nicht der Auslöser eines Krieges. Die Grund ist der Imperialismus, dem Streben nach einer Weltmachtstellung verbunden mit territorialer Expansion, der seit Ende des 19. Jahrhunderts die Welt prägte. Trotz der offiziellen Alleinschuld Deutschlands und seiner Verbündeten im Versailler Vertrag kann doch von einer gemeinsamen Schuld fast aller europäischen Mächte gesprochen werden.
Geschichte fasziniert
Veröffentlicht am | 16. 05. 2007 | Noch kein Kommentar
Wie entstanden Konflikte zwischen und innerhalb von Staaten? Gibt es bestimmte Regelmäßigkeiten? Kann man gar aus der Geschichte lernen oder werden Fehler immer wieder gemacht, weil die Mächtigen ja eben auch nur Menschen sind?
Diese Fragen können - meistens jedenfalls - beantwortet werden. Aus diesem Grund will ich in unregelmäßigen Zeiträumen über Ereignisse der Zeitgeschichte berichten und informieren.
Dies wird sich vor allem auf den Zeitraum von 1815 bis 1990 beziehen, diese Zeitspanne im Leistungskurs Geschichte behandelt wurde und ich dementsprechend Wissen darüber habe (vor allem jetzt gerade: vor zwei Tagen schrieb ich Abitur).
2. Abiprüfung: Geschichte
Veröffentlicht am | 14. 05. 2007 | Noch kein Kommentar
Gott sei Dank, jetzt ist auch die zweite Abiprüfung vorbei. Jetzt hab ich nur noch Englisch und Mathe als Colloqium vor mir. Das ist ja beides nicht mehr so viel zu lernen.
Die Aufgaben waren total in Ordnung. Keine Kleinigkeiten, an denen sich festgehalten wurde, mit NS-Regime und Weimarer Republik auch nette Themen.
Wenn es keine tolle Note wird, kann es nur an mir liegen. Den Damen und Herren im Ministerium ist kein Vorwurf zu machen.