Post-Tag-Archiv für ‘ Fussball ’

30. Juni 2011 0

Sorry Sechzger, das ist ab jetzt mein Lieblingsfussballteam:

Von Katharina in Tagtäglich

Via Herm

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18. Juni 2011 0

Lesenswertes: Zweimal aus der Zeit

Von Katharina in Lesenswertes

"In Windeseile Geld machen" – Als ich am Ende meines Chinaaufenthalts ein paar Tage in Guangzhou verbrachte, der Millionstadt am Perlflussdelta, die in Deutschland vor allem unter ihrem alten Kolonialnamen Kanton bekannt ist, überraschte mich vor allem eines: Die vielen Afrikaner, die genauso wie wir in billigen Hotels rund um den Bahnhof wohnten. Immer wieder wollte ich darüber schreiben, auf irgendeiner Festplatte liegt sogar ein angefangener Blogpost rum. Jetzt ist ein Artikel in der Zeit über Afrikaner, die oft auf eigene Faust nach China reisen und zu Händlern werden. In dem Text wird auch Diskriminierung durch Chinesen angesprochen. Ich hatte den Eindruck, dass Rassismus weit verbreitet ist, gerade auch gegenüber Schwarzen.

Elf Frauen sollt ihr sein – Pünktlich zur Frauen-WM läuft die PR-Maschinerie an. Das ist klasse, schließlich wurde den kickenden Frauen in Deutschland noch nie so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Aber damit kommt auch die latente Angst vor dem Unbekannten, dem Unweiblichen. Der DFB wirkt deshalb sehr bemüht Stereotypen keinen Raum zu lassen und feminine Spielerinnen zu präsentieren. Aber was ist, wenn das einfach nicht der Wahrheit entspricht? “Kann es sein, dass das neue Image vom Frauenfußball als Girlie-Sport nur ein Sommermärchen ist?”, fragt sich Heike Faller in der Zeit. 

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12. Dezember 2010 2

Einmal Löwe, Immer Löwe

Von Katharina in Tagtäglich

Seit 15 Jahren bin ich Fan des TSV 1860 München. Das heißt, während sich die meisten Fussballfans in meiner Umgebung über Meisterschaften und Erfolge in der Championsleague des FC Bayern München gefreut haben, war das Highlight der Löwen in der Zeit ein paar Erfolge im UI-Cup Ende der 1990er Jahre und der Erhalt des Klasse Jahr für Jahr. Einmal wurden sie Hallenmeister und das Mannschaftsbild mit dem Pokal hing ein paar Monate lang in meinem Zimmer. Meine Zeit mit den Löwen war geprägt von einem cholerischen Duo Werner: Lorant als Trainer und Karl-Heinz Wildmoser als Präsident.

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Aber seit ein paar Jahren spielen sie jetzt schon in der zweiten Liga und immer wenn ich kurz nachsehe, wie es ihnen geht, haben sie entweder verloren, stehen vor dem finanziellen Aus oder haben jemanden aus der Geschäftsleitung hinausgeschmissen – Löwen-Fan ist man nicht aus Spaß!

Meine Dasein als Fan:

  • Die große Zeit des Münchner Arbeitervereins war in den 1960er Jahren (und in der NS-Zeit als sie mehr braun als blau waren). 1966 wurden sie das erste und einzige mal Meister der deutschen Bundesliga, weshalb ich mir gut merken konnte in welchem Jahr meine Mutter geboren wurde.
  • Zwei Spiele habe ich im Olympiastadion gesehen und ein Training an der Grünwalder Straße. Das erste war gegen Stuttgart, doch wir – mein Vater (Bayernfan), sein Onkel (Sechzgerfan) und ich – kamen erst zur zweiten Hälfte ins Stadion, weil unser Auto auf der Autobahn liegen geblieben ist. Das zweite Spiel war gegen Rostock, das Ergebnis 0:0 und ein schlechtes Spiel. Das beste daran war, dass es ein Foto meines Bruders (Bayernfan) mit Löwenkappe und –fahne gibt. (Und einmal spielten sie in Passau, wohin ich mit meinem Papa fuhr und mit einem T-Shirt voller Autogramme wieder zurückkam).
  • Ich bin Besitzerin dreier Bücher über die Geschichte der 60er.
  • Meine allererste Website bei Beepworld war eine Fanpage.
  • Ich habe ein Löwentrikot von 1994, das ich zu Ostern zwei Jahre darauf bekommen habe. Die Brustreklame ist von den Hakka-Werken und ich konnte es nur ein Jahr lang tragen, denn dann wurde es mir zu klein.
  • Alexander Kutschera, Abwehr, war mein Lieblingsspieler.

Wem es genauso geht und trotz allen Tiefen (und kurzen Höhen) zu den Löwen hält, der muss die Geschichte “Löwen weinen nicht” von Bastian Obermayer im Süddeutsche Magazin lesen:

“Wenn ich Bayern-Fan geworden wäre, mein Verein wäre seit damals 15-mal Deutscher Meister, neunmal Pokalsieger und einmal Champions-League-Sieger geworden.

Ich wurde aber Fan des TSV München von 1860, der »Löwen«, der »Sechziger«, und wir wurden, seit ich »wir« sage, nicht ein einziges Mal irgendwas. Alle Titel, die mein Verein nach dem Krieg errungen hat, passen bequem auf das 1860-Bierglas in meiner Küche: »Deutscher Pokalsieger 1964«, »Deutscher Meister 1966«. Auf dem Glas steht auch »Europapokalfinalist 1965«, das ist streng genommen zwar kein Titel, weil wir das Endspiel verloren haben, aber das Glas ist ein 0,5-Liter-Glas, da ist eine Menge Platz.”

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27. Juni 2010 0

Der Unterschied zwischen Soccer und Football

Von Katharina in Tagtäglich

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28. Februar 2008 0

Einmal Löwe – immer Löwe

Von katha in Tagtäglich

Ich war sieben Jahre alt, als der Fußball in mein Leben trat. Ich bin der F-Jugend des örtlichen Sportvereins beigetreten und habe mich als Mädchen versucht gegen die Buben in meinem Alter durchzusetzen (Sind 7-jährige Jungs eigentlich die größten Machos?) Ich ging fleißig ins Training, doch spielen durfte ich nicht. Zugegeben ein besonders großes Talent war ich nicht.

Anerkannt war ich in meiner Mannschaft nie so richtig. Ich hatte schließlich zwei gravierende Merkmale, die mich myteriös machten. Zum einen bin ich ein Mädchen. Zum anderen Fan des TSV 1860 München.

Wie jeder in Bayern, der sich halbwegs für Fussball interessiert, hatte ich im frühesten Alter eine Entscheidung zu treffen, die das Leben, prägt. Bayern oder 60er? Edelclub oder Vorstadtverein? Champagner oder a Halbe? Sieg oder Niederlage?

Natürlich war ich mir in diesen jungen Jahren der Reichweite meiner Wahl nicht bewusst. Mein Entscheidungsfindungsprozess, am Boden in der Küche, auf meinen Knieen das Paninisammelalbum, lief folgendermaßen ab:

1. Ich war schon mal in München. Das scheint auch einigermaßen in der Nähe zu sein. Denn niemand in meinem Umfeld hatte je gesagt: “Am Wochenende bsuacha ma die Verwandtschaft in Uerdingen.”

2. Blau war meine Lieblingsfarbe (und sie sie natüerlich immer noch, einmal Löwe – immer Löwe).

3. Klare Entscheidung für die Sechziger.

Jahre voller Schmähungen und Häme sollten folgen, die von mir, einem kleinen Mädchen, natürlich auch nicht halt machen. Denn geschätzte 98 Prozent aller mir damals bekannten Personen feuerten die Roten an. Sechzgerfan und dann auch noch ein Mädchen: “Die hat ja keine Ahnung.” (Dass ich die 60er wegen der Farbe ausgewählt habe, verschwieg ich lieber, denn ich wollte ja nicht noch Vorurteile bestärken.)

An Ostern bekam ich ein veraltetes Trikot der Saison 1993/94 mit Hakkawerke-Werbung, mein ganzer Stolz. An meinem zweiten Schultag lachte mich eine Zweitklässlerin so gemein aus, dass ich kurz zweifelt (Das zweite mal zweifelte ich, als ich das Emblem malen wollte und ich sah, dass das der Bayern um so viel einfacher gewesen wäre – aber Bayernfan sein ist ja schließlich immer leicht).

In den folgenden vier Jahren konnte ich sämtliche Spieler der Sechziger (aber auch der meisten anderen Bundesligavereine) mit Geburtsdatum, vorherrigen Vereinen und den aktuellen Statistiken herunterbeten (hilfreich war am Saisonanfang immer die Sonderausgabe von Sport-Bild).

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Doch ich konnte wissen, was ich wollte, die Blauen verloren trotzdem. Das wäre im Grunde nicht schlimm gewesen, der 1. FC Köln oder Bochum verloren noch viel öfter. Das schlimme war, dass je öfter die Blauen verloren, desto öfter gewannen die Bayern. Die Sechziger krebsten um Platz 12 rum und die Bayern spielen in der Champions League. Wie es natürlich die arrogante Art aller Bayernfans ist, ließen sie uns, die verstreuten Blauen, dies bei jedem Sieg ihrerseits eindeutig spüren.

Dreimal war ich im Olympiastadium in München, nie gwannen die Sechziger. Beim ersten Mal kam ich mit meinem Vater und dessen Onkel (der in München wohnte und natürlich zu den Blauen hielt) erst zu Minute 35 an, denn wir hatten eine Autopanne. Beim zweiten und dritten Mal spielten die Sechzger so schlecht, dass ich mir eine Autopanne gewünscht hätte.

Ist die Entscheidung zwischen den Roten und den Blauen einmal gefallen, determiniert sie das ganze Leben, ja man hat keine Chance neu zu wählen. Mein Opa ist ein alter Sozi und Gewerkschaftler und ständig zetert er über Hoeneß und die ganzen Geldhungrigen Sportlern, schimpft über die Allianzarena (“rausgeschmissenes Geld”), verteufelt den FC Bayern im Allgemeinen. Und lobt den TSV 1860. Doch kaum läuft ein Spiel feuert er die Bayern, “den kapitalistischten aller Vereine” an und freut sich wie ein kleines Kind, wenn sie drei Punkte einfahren – am besten beim Derby gegen die Löwen.

Gestern war es mal wieder soweit. Ein Derby. Wie meistens verloren meine Löwen, aber an das habe ich mich inzwischen gewöhnt. Trotzdem fieberte ich hier in China mit, dachte vorm Schlafen nocheinmal an sie und wünschte ihnen viel Erfolg. Aber nichts, natürlich wie bei allen Spielen gegen die Bayern spielen sie gut, aber stehen am Ende mit leeren Händen da. Scheiß Bayern einfach.

So sehr man sich als Löwenfan definiert, so sehr muss man mindestens auch die Bayern hassen. Das ist ein Naturgesetz.

Einmal Löwe – immer Löwe!

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