L.A. Confidental!
Veröffentlicht am | 10. 01. 2010 | Noch kein Kommentar
Was passiert, wenn die Grenzen zwischen Gesetzeshüter und Gesetzesbrecher verschwimmen? Wer ist der Gute und wer der Schlechte?
Ein Blutbad in einem Restaurant, die Schuldigen sind schnell gefunden: Drei schwarze Jugendliche. Doch drei Polizisten bemerken Ungereimtheiten. Edmund Exley ist ein junger ehrgeiziger Polizist mit klaren Werten (und dem gleichen Styling wie Karl-Theodor zu Guttenberg). Für ihn ist es Ehrensache gegen seine Kollegen auszusagen, die grundlos Verdächtige zusammengeschlagen haben. “Viele verwechseln Stillschweigen mit Integrität”, sagt er. Sein Kollege Bud White gehört zu den Schlägern und ist da anderer Ansicht: Der Zweck heiligt die Mittel, vor allem bei Gewalt gegen Frauen geht er rigoros vor. Sgt. Jack Vincennes dagegen scheint sich mental schon aus dem Polizistenberuf verabschiedet zu haben. Er arbeitet nebenbei als Berater für eine TV-Serie und scheint sich in Hollywood wohler zu fühlen als in seinem Büro. Nebenbei schiebt er dem Chef eines Magazin immer wieder Infos zu, und er landet auf der Titelseite. Alle drei Agenten konfrontiert der Sumpf aus Korruption, Mord und Drogen mit ihrer Auffassung ihres Berufs.
L.A. Confidental ist ein spannender und komplexer Film, der zu Recht eine ganze Reihe an Preisen gewonnen hat (ellenlange Liste an Auszeichnungen bei Wikipedia) und als Klassiker gilt.
Anschauen!
Ist schon länger her, seitdem du den Film gesehen hast? Dann sei der Trailer empfohlen, der aber eigentlich die ganze Story erzählt.
Wenn du den Film noch nicht gesehen, DEN TRAILER NICHT ansehen! Sonst verliehrt er nämlich die Spannung.
UND JETZT AUFHÖREN ZU LESEN!
Ich hab selten einen dämlicheren Trailer gesehen, der bei einem tollen Film viele der entscheidenden Wendungen in zweieinhalb Minuten zu verrät. Aber alle, die sich noch einmal in die Welt der Verbrechens der Polizei von Los Angeles im Jahr 1953 ziehen lassen wollen, die kaum mehr von der kriminellen Seite zu unterscheiden ist:
Der Trailer.
Als Mädchenmannschaft, mädchenblog und Missy Magazin geschult, erkenne ich natürlich: Es ist eine reine Männergeschichte, in der alle Frauen als Opfer dargestellt werden. Sie sind harmlos wirkende Hollywoodmädchen, Huren oder werden ermordet, eine verstörte Mutter oder eine brutal vergewaltige Frau. Auch Lynn Bracken, die Kim Basinger spielt, ist im Grunde ein Opfer der Machenschaften, nur dass sie sich nicht unters Messer legen musste. Und dass sie liebt. Und war Bud White (und er sie), der gegen alle Männer, die Frauen beschimpfen, verachten und schlagen, hart vorgeht: Er schlägt und mordet.
Männersache
Veröffentlicht am | 18. 02. 2008 | 1 Kommentar
Mütter haften für ihre Kinder. Sie machen das. Sie können das. Sie haben die Kinder neun Monate lang im Bauch getragen, sind also für Pflege und Fürsorge prädestiniert – eine Haltung, die 1968 und an den antiautoritären Aufbruch zwar nicht ganz unbeschädigt überstanden hat, aber dennoch in einigen Köpfen weiterlebt, die manchmal einen Bart tragen, manchmal aber auch Eva heißen. (Die ZEIT vom 3. Januar 2008)
Diese Einstellung herrscht meiner Meinung nach in mehr Köpfen vor, als es der Autorin lieb ist. Frauen. das ist Haushalt. Frauen, das sind Friseurinnen und Krankenschwestern. Am besten halbtags, damit nachmittags die Kinder versorgt sind. Wozu also höhere Bildung? Verschwendete Zeit.
Ist es wirklich so wie der SPIEGEL im Dezember schreibt: Eltern schicken ihre Mädchen nicht aufs Gymnasium, weil doch der Realsculabschluss sowieso reicht?
Im schönen Niederbayern geht halt alles etwas langsamer. Frauen in der Politik gibt es kaum. Eine Frau sitzt im Parlament meiner Heimatstadt, im Umkreis von 150 km gibt es eine Bürgermeisterin (zumindest, soweit ich weiß.) Diese ist in der CSU, der Männerpartei, ohne die gar nichts geht. Sie ist meiner Meinung nach notwendig, um in einer konservativen Gegend wie meiner Heimat überhaupt einen Fuss auf den politischen Boden zu bekommen. Eine Frau und dann möglicherweise auch noch bei der SPD oder den Grünen – Gott bewahre. Eine Teufelsanbeterin, eine Abgefallene.
Bei der Union, beziehungsweise ihren Derivaten, die in Ostbayern tatsächlich nicht zu unterschätzende Stimmenanteile bekommen, wie die Bayernpartei oder die ödp, weiß Mann was man hat: Eine Frau mittleren Alters, die die Langeweile quält, seitdem die Kinder aus dem Haus sind.
Doch, denkt ihr Leser bestimmt, was soll die Schwarzmalerei? Wir leben im 21. Jahrhundert, auch in Niederbayern laufen der katholischen Kirche die Gläubigen davon. Natürlich, antworte ich da, doch an der politischen Mitbestimmung der Frauen hat sich trotzdem nichts geändert.
Beispiel: Die Kommunalwahlen im März. Auf der Seite bsmparty.de, dem sozialen Netzwerk für die Jugend in Ostbayern, bei der gefühlte 100 Prozent der Jugendlichen Mitglied sind, hat ein Wahlportal erstellt: Alle jungen Kandidaten können sich anmelden und sich vorstellen. Insgesamt gibt es fünf Landkreise. Inzwischen haben sich viele Kandidaten angemeldet, auch die, die nicht mehr ganz so jung sind. Doch in den fünf Landkreisen kandidiert offenbar nicht eine Frau!
Keine junge Frau will in einen Gemeinderat – das kann ich mir wirklich nicht vorstellen. Wobei wir beim nächsten Punkt sind. Auf Kommunalebene wohl noch mehr als auf Landes- oder Bundesebene spielt sich oft in Klüngeln ab. Der Huber und der Meier sind halt schon seit 20 Jahren im selben Stammtisch, natürlich, wählt der Huber den Meier. Und wenn der Meier dann auch noch im Sportverein oder der Feuerwehr ist, dann hat er sein Mandant sicher. Das Problem für Frauen: Sportverein und Feuerwehr sind meistens noch immer von Männer dominiert.
Ich fordere keine Quotenregelung, weiß Gott nicht. Aber es kann doch nicht sein, dass maximal eine Frau im Stadtrat sitzt. Ich kenne genug selbstbewusste, intelligente Frauen, denen ich die Aufgabe zutrauen würde. Doch das größte Problem sind wahrscheinlich leider die Frauen selbst: “Politik – das ist doch was für Männer. Geh’ ma lieber in den Frauenbund.”

