Im Versailler Friedensvertrag sind Deutschland und seine Verbündeten die alleinigen Kriegsschuldigen. Dies ist so nicht richtig und war der größte diplomatische Fehler des 20. Jahrhunderts.
Natürlich aber war das deutsche Kaiserreich unter Wilhelm II., der für sich und seine Untertanen einen Platz an der Sonne suchte, tatkräftig dabei einen Krieg zu provozieren. Was waren also die Gründe dafür, dass Deutschland der Welt den Krieg aufgezwungen hat? Nachdem Deutschland uns Frankreich Zwistigkeiten in Kolonialfragen nicht klären konnten (Marokkokrise), fuhr Deutschland zur Machtdemonstration mit einem Teil der Kriegsflotte vor Agadir vor, dem Panthersprung von Agadir. Darüberhinaus gab Deutschland Österreich-Ungarn uneingeschränkte Rückendeckung nach dem Attentat von Sarajewo. Außerdem verletzte Deutschland durch den Einmarsch in Belgien dessen Neutralität und hatte grundsätzlich eine sehr offensive Kriegstaktik, die den Konflikt weiter anheizte.
Deutschlands Verbündeter im Dreibund Österreich-Ungarn löste den konkreten Konflikt am Balkan aus, indem die Habsburger versuchten dort zu expandieren und nach dem Tod des Thronfolgers ein unerfüllbares Ultimatum an die serbische Regierung stellten. Genauere Informationen findet ihr in meinem Bericht über das Attentat von Sarajewo.
Die Schuldfrage der im Friedensvertrag Angeklagten ist nun geklärt. Warum sind aber auch Serbien und Russland schuld am 1. Weltkrieg? Serbien betrieb eine aggressive großserbische Politik, wodurch die Situation immer wieder verschärft wurde. Russland dagegen wollte politischen Einfluss auf dem Balkan gewinnen, weshalb das Zarenreich den Panslawismus unterstützte und immer wieder intervenierte.
Zusammenfassend ist zu erkennen, dass die Schuld Deutschlands durchaus beträchtlich ist, jedoch von einer Mitschuld aller gesprochen werden muss, da alle beteiligten Nationen nach territorialer Expansion strebten und nach imperialistischen Maßstab Politik betrieben.
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