Archiv für die Kategorie ‘ Kulturelles ’

29. August 2011 3

Sowas Brutales aber auch

Von Katharina in Kulturelles

“Die Regeln der Hungerspiele sind einfach”, heißt es im ersten Band der Trilogie “Die Tribute von Panem”. 12 Jungen und 12 Mädchen werden jedes Jahr ausgelost für ein Spiel, das keine Regeln kennt: Wer überlebt, gewinnt, so einfach ist das. 24 Kinder im Alter zwischen 12 und 18 Jahren ermorden sich also gegenseitig vor den Augen aller, denn aufgezogen sind die Hungerspiele als Reality-TV-Sendung. Zur Unterhaltung dienen die Spiele für die herrschende Schicht, zur Abschreckung für die Unterschicht (aus die Kinder kommen). Katniss ist die Protagonistin der Geschichten und ernährt schon seit Jahren illegal ihre Familie als Jägerin ihre Familie. Freiwillig stellt sie sich ihren 23 Konkurrenten und erspart so ihrer Schwester die Teilnahme. Und dann beginnt das Spiel, zu dem die Medieninszenierung im Vorfeld genauso dazugehört wie die Toten. Auch die Liebe spielt eine Rolle. Es ist aber großartig, dass diese Liebesgeschichte nicht in die furchtbare “Twilight”-mäßige Richtung à la “kleines Mädchen wartet auf ihren Prinzen” – im Gegenteil.

Die krasse Story von “Die Tribute von Panem” zog mich schon nach wenigen Seiten in ihren Bann. Es ist spannend und brutal: Ich hab mich wirklich gefürchtet. Ein Jugendbuch ist es wohl nur deshalb, weil die Hauptpersonen jung sind. Es ist eine groteske Welt, in der die Autorin das Konzept “Dschungelcamp” weiterdenkt und es mit einem Unterdrückungsstaat verbindet. Im nächsten Jahr soll die Verfilmung ins Kino kommen. Das überrascht nicht, denn schließlich macht das Reality-TV-Format der Hungerspiele das Buch extrem gut verfilmbar. Teil 2 liegt schon aufgeschlagen neben mir.

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17. Februar 2011 0

Lest mal, wie Christoph Schlingensief Regensburg gerockt hat!

Von Katharina in Kulturelles

1999 kam Christoph Schlingensief (…) persönlich nach Regensburg. Er war auf "Deutschlandsuche", ließ sich im Rahmen der Suchaktion kurzzeitig am Neupfarrplatz festnehmen, weil er – wie schon Monate zuvor bei der Dokumenta in Kassel – lautstark die Tötung des gerade amtierenden Bundeskanzlers Helmut Kohl forderte.

Schlingensief hat offenbar Eindruck gemacht und die Stadtoberen engagierten den Theatermann, der Regensburg zum Titel der Kulturhauptstadt verhelfen sollte. Das Stück “Keine Chance, Regensburg“ forderte “Essen für alle”. Daraufhin wurde Essen zur Kulturhauptstadt und nicht Regensburg, wie der Politiker so gehofft hatten.

"Schlingensief als Werber für Regensburg zu engagieren erwies sich als eine Absurdität”, schrieb die Zeit.

Säm Wagner schreibt in der Regensburg-Kolumne des Zündfunks über die Verbindung zwischen Regensburg und Schlingensief. 

Schaut mal, was der alles gemacht hat in seinem Leben. Unglaublich, wieviele Ideen Schlingensief hatte!

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30. Januar 2011 7

“Confessions of a Child of the Age”: Pete Doherty kommt nach Regensburg

Von Katharina in Kulturelles

Während ich New York an allen Ecken aus dem Fernsehen und Kino wiedererkannte und ich nur wenig wirklich neu entdeckte, sondern nur bestätigte, was ich schon kannte ist Regensburg als Fernsehkulisse nicht wirklich präsent. (Nachtrag: Ich habe tatsächlich Regensburg mit New York verglichen?) Natürlich, die Familie Dr. Sommerfeldt gibt es und Kommisarin Lukas ermittelt hier. Wenn es andere Filme gibt, die in Regensburg spielen, so kenne ich sie nicht. Doch das ändert sich jetzt, denn in den nächsten Wochen wird Regensburg zum Drehort für einen Film mit drei bekannten Namen.

Pete Doherty, August Diehl und Charlotte Gainsbourg drehen in Regensburg einen Kinofilm. Sie arbeiten zusammen an der Verfilmung von “Bekenntnisse eines jungen Zeitgenossen”, in den Alfred de Musset autobiografisch von seiner Jugend in den 1830er Jahren in Paris erzählt. Doherty verkörpert den Dichter, der von seiner unglücklichen Liebe zu George Best Sand, die ebenfalls als Schriftstellerin arbeite, schreibt.

In Sünching, zwei Bahnstationen vor Regensburg, wenn man aus Süden von Passau kommt, werden die Außenszenen gedreht werden. Auch in der Altstadt von Regensburg soll gedreht werden.

Wenn du schauspielerst oder singst kannst du sich für eine Rolle als Komparse bewerben.

“Wir suchen interessante Gesichter im Raum Regensburg/München, Schauspielstudenten, Schauspieler, Tänzer (die den Waltzer tanzen), Musiker, Poeten, Models, Künstler und Laien die (…) als Kleindarsteller mitspielen möchten.”

Der Film spielt vor fast 200 Jahren also werden da eine Menge an Kostümen mit im Spiel sein. Willst du da mitmachen? Dann bewirb dich per E-Mail bei confessionsinregensburg@gmail.com oder confessionsinmunch@gmail.com mit Foto und Angaben zum Wohnort und Telefonnummer. Schreib außerdem deine Kleider- und Schuhgröße, den Zeitraum in dem du Zeit hast und wie gut du Englisch kannst dazu. Es ist geplant den Film von Mitte Februar bis Mitte März zu drehen.

Pete Doherty ist kein Unbekannter in Bayern. Bei einem Konzert bei On3Radio im vergangenen Jahr fing er plötzlich an die erste Strophe des Deutschlandliedes zu singen. Das ist die, die mit “Deutschland, Deutschland…” beginnt. Sonst ist Pete Doherty ein alter Bekannter aus dem Boulevard, der regelmäßig Schlagzeilen macht mit Drogen, Kate Moss und Drogen. Er lebt das Leben eines Junkie in der Öffentlichkeit, seine Sucht kein Geheimnis. Täusche ich mich oder ist es in den vergangenen Monaten ruhiger um ihn geworden?

August Diehl erspielt sich nun schon seit einiger Zeit einen Platz in meinem Herzen. Er war in einer Reihe Filme, seitdem ich ihn bei “Was spielt die Liebe in Gedanken” das erste Mal wahrnahm, als er als Hans ein Mitglied eines Selbstmörderclubs in den Goldenen Zwanziger Jahren darstellte. Vor zwei Jahren spielte er einen SS-Mann in Tarantino’s “Inglorious Basterds”.

Charlotte Gainsbourg arbeitet schon seit ihrer Kindheit in als Schauspielerin und ist auch als Musikerin bekannt. Sie arbeitete zusammen mit Lars von Trier bei “Antichrist” und war in “21 Gramm” zu sehen. Sie ist die Tochter des französischen Sängers Serge Gainsbourgh und der britischen Schauspielerin Jane Birkin.

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8. November 2010 0

Influencers

Von Katharina in Kulturelles

Wie sich Trends entwickeln, aus Ideen Mainstream wird und welche Persönlichkeiten sogenannte Beeinflusser sind, zeigt die Dokumentation “Influencers” mit toller Grafik: Der Film ist ein “Polaroid snapshot of New York’s influential creatives (advertising, design, fashion and entertainment) who are shaping today’s pop culture.”

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19. Oktober 2010 0

Shahada

Von Katharina in Kulturelles

Die New York Times widmete gestern eine halbe Seite in der Printausgabe einem deutschen Regisseur, von dem ich noch nie etwas gehört habe. Burhan Qurbanis Film “Shahada” hat letztes Wochenende beim Chicago International Film Festival letzte Woche den ersten Platz für Nachwuchsregisseure gewonnen und ist auch auf der Berlinale gelaufen.

“Shahada” (eine der fünf Säulen des Islams) erzählt die Schicksale dreier Muslime in Berlin, die während des islamischen Fastenmonats Ramadan miteinander verknüpft werden:  Ein türkischer Polizist verlässt seine Familie, der Jugendlicher kann seine Homosexualität und seinen Glauben nicht mehr vereinbaren, eine Frau beschließt abzutreiben.

Der Film sei aber nicht in erster Linie über Religion: “Die Konflikte, die Krisen und die Widersprüche, mit denen sie in der deutschen Gesellschaft zu kämpfen haben. Es sind vor allem diese Widersprüche, die mich interessieren,” schreibt Burhan Qurbani in der Pressemappe “Shahada.” 

Unter der Überschrift “With Film, Afghan-German Is a Foreigner at Home” griff die New York Times auch die Integrationsdebatte in Deutschland auf und Qurbanis Dilemma in Deutschland aufgewachsen zu sein, jedoch von Deutschen als Ausländer gesehen zu werden:

By his own account he has assimilated, accepting German culture and norms, which is what many Germans say they want of immigrants, and what many immigrants (…) resist to varying degrees as they struggle to hold on to their culture. (…) Even though he is Muslim, Mr. Qurbani and his family adopted the culture of Christmas. As a small child, he said, he was pleased to learn about Catholicism during religious classes in school because he wanted to understand his friends. And he professes to carry the guilt of Germany’s Nazi past.

Der Trailer zum Film:

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30. Mai 2010 3

Fast Food ist das Nicht – "Agreeable" von Jonathan Franzen

Von Katharina in Kulturelles

Ich lese ja kaum mehr Rezensionen. Es nervt mich ungemein, wenn darin schon alles verraten wird. Selbst Analysen und Hintergründe zu Filmen, Büchern oder Musik erzählen oft schon viel zu viel von der Handlung oder Atmosphäre. Das Dumme an der Sache ist, dass ich sie genau so etwas gerne schreibe. Und auch lese – aber halt erst nachdem ich die Geschichte gelesen habe oder im (auf) Kino (.to) war.

Konkret geht es um die Geschichte “Agreable” von Jonathan Franzen. Zu lesen ist sie im amerikanischen Original beim Magazin “New Yorker.” Nur soviel: Franzen gibt einen Einblick in das Leben von Peggy, einer Highschool-Schülerin aus New York (ich schätze in den 1970er Jahren).

Interessant ist, dass ich mir den Text ausdruckte, weil er für einen im Netz ja doch überdurchschnittlich lang ist. “Agreeable” hat ausgedruckt neun Seiten. Und solch lange Texte lese ich weiterhin am liebsten analog. Doch für den Romanschriftsteller Franzen ist es eine ausgesprochen kurze Form. Zum Vergleich: Sein Buch “Die Korrekturen” hatte fast 800 Seiten. Trotzdem schafft er es auf den wenigen Seiten eine komplexe Handlung aufzubauen. Eindringlich wird Patty und ihre Umwelt – ihre Eltern, das Sportteam – beschrieben.

Ich habe die Geschichte im Zug von Passau nach Regensburg gelesen.Wer meint zwischen Vorlesungen, Büro und Weggehen keine Zeit zu finden, oder schlicht die Muse nicht zu haben, einen ganzen Roman zu lesen, findet hier ein feines Stückchen Literatur.

“Agreeable” von Jonathan Franzen

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7. Mai 2010 0

Warum sehen Plakate nicht immer so aus?

Von Katharina in Kulturelles

Die Grafiker von Fubiz designen Plakate von Filmen und TV-Serien im Minimalstil. Sehr toll.

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25. März 2010 2

Dear Andy Warhol, Love Mick Jagger

Von katha in Kulturelles, Mukke

1969 schrieb Mick Jagger von den Rolling Stones einen Brief an Andy Warhol. Dieser soll das Cover der Platte “Sticky Fingers” gestalten. Jagger gibt ihm dabei völlig freie Hand: “I leave it in your capable hands to do what ever you want…”

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Verlangt hat Andy Warhol für die Arbeit später 15 000 Pfund. Und so sieht das Ergebnis aus: Ein Mann in engen Jeans, dessen Schwanz sich deutlich abzeichnet und einem richtigen Reissverschluss, der sich auf- und zuzippen lässt.

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Die bekanntesten Lieder von “Sticky Fingers” sind mit Sicherheit “Brown Sugar” und “Wild Horses”.

via naggen.de

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