Monatsarchiv für ‘ August 2010 ’

30. August 2010 4

Die nächste Milliarde: Die Konsumenten des 21. Jahrhunderts

Von Katharina in Politisches

Brasilien ist die neue Figur auf dem Spielfeld der großen Wirtschaftsmächte oder sitzt zumindest auf der Bank und wartet auf seinen großen Auftritt. Spätestens 2014 wird es soweit sein, wenn Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft austragen wird und zwei Jahre später die Olympischen Spiele in Rio stattfinden werden.

Fast 200 Millionen Menschen leben in Brasilien, und langsam steigt der Wohlstand. Der Schweizer Konzern Nestlé war einer der ersten, der diesen riesigen Markt erkannte, ihn untersuchte und mit speziell auf ihn ausgerichteten Produkten bedient. Doch nicht nur was verkauft wird, hat der Konzern verändert, sondern auch das wie. Denn in den Favelas gibt es keine Supermärkte, weshalb selbstständige Verkäuferinnen von Tür zu Tür gehen und Kondensmilch oder Fertigprodukte verkaufen. So verdient nicht nur Nestlé daran, sondern auch ein Heer an Verkäuferinnen. “Hausfrauen-Ökonomie” nennt der Brasilien-Chef von Nestlé dieses Mikro-Verteilsystem, das die Armen als Nachfrager ernst nimmt. In der Reportage Boom, Boom, Brasilien zeigt das Schweizer Das Magazin, wie dieses System funktioniert:  

Die Weltwirtschaft braucht neue Kunden, und sie findet sie ganz unten, am Fuss der Bevölkerungspyramide. Im Westen ist Krise, doch in den Boom-Staaten der zweiten Welt gibt es potenzielle Konsumenten in Massen, in Brasilien, in China, in Indien, auch in Russland, Südafrika, Indonesien, Thailand. “The Next Billion” heissen sie in der Sprache der Ökonomen, die nächste Milliarde Menschen, die den Aufstieg in die Mittelschicht schafft. Man hofft auf sie, man rechnet mit ihnen. Historisch bilden sie die dritte grosse Welle, die sich Richtung Wohlstand aufmacht, nach dem Industrie-Proletariat im Europa des 19. Jahrhunderts und den Baby-Boomern in der westlichen Welt zwischen 1950 und 1980. Sie sind nicht reich, aber zahlreich. Sie ziehen weg vom Land, wo die Armut ist, an die Ränder der Städte, wo es Möglichkeiten gibt, nach Mumbai, Peking, São Paulo. Sie verdienen plötzlich mehr als 2 Dollar pro Tag, internationale Armutsgrenze für Entwicklungsländer, sondern vielleicht 10 oder 20. Noch immer kämpfen sie ums Überleben, aber nicht mehr an jedem Tag, und in guten Wochen können sie sich etwas leisten. Sie kaufen oder leasen Fernseher, Mobiltelefone, Kleider, Möbel, Waschmaschinen, Stereoanlagen, Computerspiele, Gebrauchtwagen. Sie haben nicht immer alle genug zu essen, aber alle zusammen essen sie sehr viel. Und manchmal gönnen sie sich eine Dose gesüsste Kondensmilch von Nestlé.

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20. August 2010 0

Sankt Nimmerlein

Von Katharina in Tagtäglich

Christliche Heiligenbilder finden sich heute höchstens noch in Gebetsbüchern alter Leute. Der Künstler Gould konzipierte im Stile solcher Bilder neue Heilige: “Die Ausgangsfrage ist folgende: Für welche aktuell drängenden Probleme könnte es (im übertragenen Sinne) neue Heilige brauchen?”

St_Spekulatius

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

via Spreeblick

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19. August 2010 2

Outgesourcte Gewalt

Von Katharina in Medien

Das Internet ist ja sowieso an allem Schuld, denn im Web gibt’s ja nichts außer Porno, Grausamkeit und Gewalt, so die Meinung derer, die es nicht nutzen und sich E-Mails ausdrucken. Und überhaupt, früher war ja alles besser. Dazu beim “Deus Ex Machina”-Blog der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:  

Unsere Großeltern und wahrscheinlich jede Generation vor ihnen haben Grauen dieser Art auch gesehen. Bloß lag neben ihnen dabei keine Tüte Chips. Es gibt mit Sicherheit eine ganze Reihe von Theorien, die ich alle nicht kenne, zu der Frage, ob wir in einer keimfreien Welt, in der das Grauen in die Altenheime, Krebsstationen oder nach Afghanistan outgesourcet worden ist, einen Ersatz brauchen in abgemilderter, wegklickbarer Form. Ich bräuchte ihn nicht, von mir aus könnte das ganze Netz aussehen wie ein Rosamunde-Pilcher-Film im ZDF. Aber die meisten Menschen lieben den Grusel, schließlich sind wir auch alle mit Märchen, in denen es selten mal ohne Kannibalismus oder Kindermord ging, aufgewachsen.

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5. August 2010 0

Yunnan und das Heroin

Von Katharina in China

Drogen sind in China streng verboten, Süchtige werden in Arbeitslager gesteckt und auf Drogenbesitz folgen hohe Haftstrafen. Doch natürlich gibt es auch in China Drogen. Die Provinz Yunnan liegt an der Grenze zu Burma und Laos, die zusammen mit Thailand das Goldene Dreieck bilden, dem Zentrum für Heroinproduktion und -handel in Südostasien. Yunnan, das an zwei dieser drei Länder angrenzt, wurde so zum Transitland von Heroin ins chinesische Landesinnere. “Das Problem mit dieser Droge hat in Yunnan die Ausmaße einer Epidemie. Und Heroin spielt eine fürchterliche Rolle in der Ausbreitung von Aids”, sagt der amerikanische Fotograf Rian Dundon, der in China lebt in einem Interview mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung. Und weiter:

Ich wusste, dass Heroinsucht und HIV in Yunnan verbreitete Probleme sind, aber es gab keine journalistischen Arbeiten über die betroffenen Menschen. Als ich aber in Kunming ankam, habe ich relativ schnell festgestellt: Die meisten Heroinsüchtigen gehören nicht zu Chinas Jugend. Sie sind um die 30 bis 40 Jahre alt, während die jungen Menschen eher in Richtung Partydrogen wie Ecstasy und Speed gehen. Die Beliebtheit von Heroin scheint in den Neunziger Jahren ihren Höhepunkt erreicht zu haben.

Heroin and HIV Harm Reduction in South-West China

Das folgende Foto hat es mit besonders angetan:  Am Welt-Aids-Tag in der Innenstadt Kunmings.

Heroin and HIV Harm Reduction in South-West China

Die gesamte Fotostrecke gibt es auf der Website von Rian Dundon. Auch die Serie “Chinese Youth” ist sehr interessant und gibt einen Einblick in das Leben von Jugendlichen abseits der Metropolen Beijing und Shanghai.

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2. August 2010 0

The Empathic Civilisation

Von Katharina in Tagtäglich

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