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Fly away

Veröffentlicht am | 26. 02. 2009 | 1 Kommentar

“Happy Thoughts” von Yannik Markworth

Bevor es Lob hagelt von allen Seiten hagelt: Das Foto ist nicht von mir. Sondern von Yannik Markworth, der damit den Fotowettbewerb “Musik ab” von Jugendfotos.de gewann. Inspiration für Yannik war Lenny Kravitz’ “Fly away”.

Für mich bedeutet das Bild: “Juhu, Semesterferien!”

Deutschland auf der Couch

Veröffentlicht am | 18. 02. 2009 | Noch kein Kommentar

“Wenn einer 60 wird, den 20. Hochzeitstag feiert und trotzdem das brüchige Selbstbewusstsein eines Teenagers hat – er wäre ein klarer Fall für die Psychocouch. Was aber, wenn die Beschreibung nicht auf einen Einzelnen zutrifft, sondern auf ein ganzes Volk?”

Der Schweizer Journalist Sascha Buchbinder legt die Deutschen auf die Couch und untersucht sie und ihre Minderwertigkeitskomplexe. Denn diese Komplexe sind es, die Patriotismus unmöglich machen. Natürlich spielt das dritte Reich in diesem Zusammenhang eine große Rolle, doch Buchbinder hat noch mehr Beispiele aus 2000 Jahren deutscher Geschichte parat.

Das größte Problem der Deutsche ist aus Sicht des Autors, dass es nur eines gibt, worauf die Deutschen wirklich stolz sind: Die Wirtschaft, der ungeheure Aufstieg nach dem 2. Weltkrieg, die D-Mark – im Kern: die soziale Marktwirtschaft. So schreibt der Buchbinder:

“Die Hungrigen, die Fensterkitt frassen, gelangten zu Wohlstand, zum Toast Hawaii, fanden zur Überflussgesellschaft der weiss gedeckten Tische mit Schälchen voll Himalaja-Salz. Erhards Programm kurbelte die Wirtschaft an, war die Initialzündung für das sogenannte Wirtschaftswunder. Zugleich wurde der Sozialstaat immer üppiger ausgebaut. «Wohlstand für alle!» lautet das Versprechen, das sich vor den Kriegsruinen leuchtend abhob. Deutschland machte Schluss mit der Droge Nationalismus, dem die Gesellschaft so fatal verfallen war und begnügte sich mit dem Stolz auf seine wirtschaftliche Tüchtigkeit.”

Ob und wieviel von Buchbinders Theorien wirklich stimmt, ist wohl Ansichtssache. Im jeden Falle, ist die seine Analyse unterhaltsam und ironisch geschrieben und hat zumindest einen wahren Kern.

Veröffentlicht wurde der Text im “Das Magazin”, der wöchentlichen Beilage des «Tages-Anzeigers», der «Basler Zeitung», der «Berner Zeitung» und des «Solothurner Tagblatts». Ich kenne weder die drei Städte, noch ihre Zeitungen, dennoch habe ich “Das Magazin” zu schätzen gelernt. Zum einen ist es sehr Internet-affin: Die Website hat die Optik eines Blogs und das Internet als Diskussionsthema findet oft ins Heft. Zum anderen habe ich schon oft wirklich tolle Reportagen (hier oder hier) gelesen. Ich muss zugeben, dass bisher mich vor allem übersetzte Geschichten aus ausländischen Zeitschriften überzeugt haben, wie die des Hochstaplers Frédéric Bourdin.

By the way: “Das Magazin” ist echt ein bescheuerter Name. Ok, Süddeutsche Magazin, ZEIT Magazin etc. sind auch nicht unbedingt viel besser. Doch immerhin haben sie noch ein Alleinstellungsmerkmal und ich muss den Namen nicht ständig in Anführungszeichen schreiben.

Ein Star in China: Maximilian Hecker

Veröffentlicht am | 16. 02. 2009 | Noch kein Kommentar

In Asien ist der Sänger Maximilian Hecker ein Star, in Deutschland dagegen ist er eher ein unbekannter Independent-Künstler. “Infinite Love Song” hörte ich vor ein paar Jahren bei Liebeskummer. Ich fand das Lied auf einem Sampler von Visions oder Musikexpress. Ich glaube, dass ich mir damals sein Album kaufen wollte, aber nicht genug Geld hatte. Irgendwann war der Liebeskummer verschwunden und Maximilian Hecker vergessen. Bis er mich vor etwa einem Jahr aus einer chinesischen Musikzeitschrift anlächelte.

In einem Interview bei jetzt.de erzählt er von seinem Erfolg am anderen Ende der Welt. “(…) ich [habe] es in Asien leichter, weil man mich akzeptiert, wie ich bin und weil man nicht gleich alles in popkulturelle Schubladen schiebt. Meine asiatischen Fans gehen zum Glück kaum intellektuell mit Popmusik um, sie nehmen sie einfach intuitiv, eins zu eins, auf. In Asien machen romantische Liebesballaden bestimmt 70 bis 80 Prozent aller Popmusik aus.”, erklärt Hecker seine Popularität.

Hecker hat recht. Seine Musik passt zu China: Sie ist ruhig, melodisch und manchmal auch kitschig ist. Traurige Liebeskummermusik eben.

Maximilian Hecker – Infinite Lovesong

Arte rockt die City

Veröffentlicht am | 04. 02. 2009 | Noch kein Kommentar

rock-and-the-city-arte

Arte hat mal wieder Tolles fabriziert: Ein fünfteilige Serie über Musikmetropolen. Los ging es in New York, dem Schmelztiegel, wo so viele musikalische Strömungen ihren Anfang nahmen. Verschiedenste Musiker nehmen uns Zuschauer mit in das CBGB’s, der Geburtsstätte des Punk, Harlem als die Wiege des HipHop oder die Carnegie Hall, die legendäre Konzerthalle. Natürlich darf auch ein Abstecher nach Williamsburg/Brooklyn nicht fehlen, wo die Hypeband des letzten Jahres, MGMT, entstand.

Alle Musik und/oder New York-Liebhaber können sich die Folge bei Arte+7 noch bis zum nächsten Montag ansehen. Danach geht es nach Berlin, Paris, Liverpool und Kingston.

Update: Teil 2 aus Berlin ist online.

Rafik Schami erzählt “Das Geheimnis des Kalligraphen”

Veröffentlicht am | 01. 02. 2009 | 1 Kommentar

Erst vor kurzem schwärmte ich über den Schriftsteller Rafik Schami und seiner Erzählweise. Denn er versteht sich weniger als Schreiber, denn als Geschichtenerzähler in der Tradition von 1001 Nacht.

Unter Beweis stellt er das auf zehnseiten.de. Dort lesen verschiedene Schriftsteller zehn Seiten aus einem ihrer Bücher vor. Die Videos sind einfach gehalten: schwarz-weiß und Nahaufnahme, denn der Fokus liegt klar auf den Worten. “Ich bin ein mündlicher Erzähler und habe diese Traditon nach Europa gebracht”, sagt Rafik Schami in einem anderen Video. Was er damit meint, zeigt er auf zehnseiten.de. Er liest nicht, wie alle anderen Autoren aus einem Buch oder von einem Zettel. Stattdessen trägt er frei vor, gestikuliert und sieht direkt in die Kamera hinein und damit den Zuschauer an. Und der wichtigste Punkt: Er liest nicht, er erzählt!

Wie spricht er eigentlich die Hörbücher nicht selbst?

Zum Video auf zehnseiten.de

Ende des Krieges

Veröffentlicht am | 01. 02. 2009 | 1 Kommentar

Das chinesische Neujahrfest in China ist zu Ende gegangen. Die Feuerwerkskörper und Böller haben ihren Dienst getan und endlich knallt es nicht mehr überall. War es schon in der Kleinstadt Gengma unheimlich laut und nervtötend, wie mag es da wohl erst in der 15-Millionen Metropole Beijing sein? Bei LivingInChina weiß man es: “In Kombination mit den an Mörser aus dem zweiten Weltkrieg erinnernden Leuchtraketen ergibt sich ein furchteinflössendes Staccato, das die Beijinger Bürgersteige von 7 Uhr morgens bis Mitternacht in Kriegsschauplätze verwandelt.”

Lu Hai Rui dagegen verbrachte in Neujahr in der ländlichen Provinz Yunnan. Von dort brachte der schweizer Journalist wunderschöne Fotos aus dem Westen Chinas mit ( Teil I, Teil II, Teil III). Aber Vorsicht: Fernweh!