How To Eat Sugercane With Style
Veröffentlicht am | 27. 01. 2009 | 1 Kommentar

Erst das Zuckerrohr schälen. Dann das holzige Innere mit den Zähnen abreisen, daraus die Süße saugen, den Rest ausspucken.
Xinnián Kuaile – fröhliches neues Jahr!
Veröffentlicht am | 26. 01. 2009 | Noch kein Kommentar
Die Chinesen feiern seit heute das Neujahrsfest. Das stimmt mich doch ein wenig traurig, war ich doch letztes Jahr selbst bei dem größten Fest in China mit dabei. Wehmütig, und ein kleines bisschen sentimental, habe ich in meinem china.blog nachgelesen, was ich vor einem Jahr im Städtchen Gengma in der Provinz Yunnan erlebte. Hier findet ihr ein paar Auszüge davon und Fotos vom Neujahrfest 2008.
Seit Wochen sind die Straßen mit roten Lampions geschmückt, im Supermarkt stapeln sich Geschenkkörbe und alle unsere Nachbarn putzten letzte Woche ihre Wohnung für das große Fest, so dass ihre Möbel einen Nachmittag vor der Türe verbrachten.


Chinaböller – so heißen die Feuerwerke nicht umsonst. Chinesen böllern oft und gern – bei Hochzeiten, Beerdigungen oder Einweihungen. Doch an Neujahr übertreffen sie sich selbst. Knaller stapelten sich schon seit Tagen vor Geschäften, zum Teil in furchterregender Größe.

Natürlich gehört auch ein Festessen zum Silvesterabend. Bevor jedoch wir Menschen uns die Mägen vollschlagen konnten, wurde den Ahnen ein Tisch voller Köstlichkeiten geopfert.

Später schauten wir zu zehnt die Silvestershow im Staatsfernsehen. Da wir kein Wort verstanden, war das für uns langweilig, weshalb wir uns über das Dauerlächeln chinesischer Moderatoren lustig machten. Entweder werden sie konsequent vor jeder Sendung auf Drogen gesetzt oder ein chirurgischer Eingriff verhindert einen normalen Gesichtsausdruck. Von 20 Uhr bis 1 Uhr gibt es Lieder, komoediantische Einlagen und Akrobatik zu sehen.
So erlebte ich die Silvestergala 2007. Mark Siemons, der offenbar mehr Chinesisch versteht, beschreibt die Show dieses Jahres: “Die Planung und Gestaltung der Show ist ganz oben angesiedelt, beteiligt sind die Kultur- und Kunst-Abteilung des Senders, die Leitung des Senders, das staatliche Amt für Fernsehen und Radio sowie die zentrale Propagandabehörde.” Auch 2008/2009 war es eine Schau an Sängern und Moderatoren, Sportlern und Schauspielern. Imposante Kostüme und Bühnenbilder umrahmten die Show mit viel Tanz und Musik. Wie gesagt, ich fand’s letztes Jahr langweilig, diesmal scheint es nicht viel anders gewesen zu sein. Doch ein paar Minuten Bombast-TV aus dem Reich der Mitte, können niemanden schaden, oder? Also, viel Vergnügen…
… und ein gutes neues Jahr des Ochsen!

Lesenswert: Die Vielen Leben des Frederic Bourdin
Veröffentlicht am | 17. 01. 2009 | Noch kein Kommentar
Das Chamäleon: Die vielen Leben des großen französischen Hochstaplers Frédéric Bourdin Die unglaubliche Geschichte eines Mannes, der immer wieder in verschiedene Rollen schlüpft und sich vor allem als Jugendlicher ausgibt. Unter anderem gab er sich mit 23 Jahren, französischem Akzent und falscher Haar- und Augenfarbe als 16-jährigen vermisst gemeldeten Texaner aus und lebte danach für fünf Monate bei seiner vermeintlichen Mutter.
Auch wenn er seine Begabung unterstrich, räumte er doch ein, was jeder Betrüger weiss, aber kaum einer zugibt – dass die meisten Menschen leicht zu täuschen sind. Sie haben bestimmte Erwartungen an andere und rechnen nicht damit, betrogen zu werden. Indem Leute wie Bourdin bestimmte Grundbedürfnisse bedienen – Eitelkeit, Habgier, Aufmerksamkeit –, machen sie ihr Opfer noch leichtgläubiger. Tatsächlich sind die meisten Betrügereien voller Ungereimtheiten, sogar Absurditäten, die sich im Nachhinein geradezu aufdrängen. Bourdin, der bei seinenOpfern Hilfsbereitschaft und Mitgefühl auslöste, sagt: «Niemand stellt sich vor, dass ein scheinbar schutzloses Kind lügt.»
Ursprünglich erschien der Text im "The New Yorker". "Das Magazin" aus der Schweiz hat ihn ins Deutsche übersetzt.
Rafik Schami und die Lust am Lesen
Veröffentlicht am | 14. 01. 2009 | 6 Kommentare
Rafik Schami ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Aber auch ein leidenschaftlicher Leser. In einem Video von lit.COLONY berichtet er davon, wie er als Junge allabendlich 23.30 Uhr am Radio die Geschichte von 1001 Nacht hörte – 1001 Nächte lang. Diese Liebe zum Wort ist bis heute geblieben, die er ansteckend und mit unbeschreiblichen Begeistert darstellt.
Wer nach diesem überzeugendem Plädoyer für das Lesen von Schami begeistert ist, dem kann ich seinen Roman "Die dunkle Seite der Liebe" empfehlen.
Rafik Schami – Die dunkle Seite der Liebe
Romeo und Julia im Syrien des 20. Jahrhunderts. Rana und Farid lieben sich, doch sie sind beide Christen: Einer katholisch, eine orthodox. Doch das ist fast noch schlimmer als christlich und muslimisch.
Schami erzählt von zwei Familien, ihren Ursprüngen, ihrer Feindschaft und das Leid, das sie übereinander brachten. Immer wieder beeinflussten die politisch unruhigen Zeiten in Syrien die Familienfehde. In diesem Chaos kämpfen Rana und Farid für ihre Liebe. Doch Rafik Schami schrieb auch eine Geschichte Damaskus. "Damaskus ist keine Stadt, kein Fleck auf einem Atlas, sondern ein Märchen, das sich in Häuser und Gassen, Geschichten und Gerüche kleidet", schwärmt Schami.
Der ganze Roman spinnt sich um Damaskus. In meinem Kopf ist ein Bild ist das Bild einer wunderschönen und lebendigen Stadt mit ihren Gerüchen und Farben entstanden. "Die dunkle Seite der Liebe" ist ein langes, aber wunderschönes Buch einer Liebe, die alle Hürden des Glaubens, des Todes und des Krieges überwindet.
(via)
Rosalie und Jakob
Veröffentlicht am | 10. 01. 2009 | 3 Kommentare
Neue erfrischende Popmusik: Die Band Rosalie und Jakob aus München verpackt Alltägliches in leichte Texte und Melodien. Allein die Tatsache, dass sie nicht – wie der Bandname vermuten lässt – aus zwei Musikern besteht, sondern aus drei, macht Rosalie und Jakob sehr sympathisch. Dazu kommt ihre Affinität zu Kostümen, wie sie auf fast allen ihren Fotos unter Beweis stellen.
"Die schreiben Lieder, die man sich an die Wand hängen könnte, um sie anzuschauen, wenn man deprimiert ist, oder um fröhlich zu sein oder einfach auch nur, wenn man keine Lust hat, die Katze zu füttern", schreiben die drei Musiker über sich selbst.
Im Sommer letzten Jahres veröffentlichten sie ihre erste EP, die vier Lieder umfasste. Der Song "Nein danke" hat echte Qualitäten ein Ohrwurm zu werden (bei mir jedenfalls hat es geklappt). Die Zeile "Nerv mich nicht mit deiner Postwurfsendung" ist einfach wunderbar und anachronistisch noch dazu: "Was ist denn eine Postwurfsendung?", fragte mich meine kleine Schwester, als ich singend durchs Haus lief.
Doch hier gibts nicht "Nein danke" zu hören (finde kein Video), sondern "Pferdi".
Wem Rosalie und Jakob gefällt, kann sich bei on3radio kostenlos "Nein danke" und "Wand" downloaden.
Frieren gegen Rechts
Veröffentlicht am | 05. 01. 2009 | 5 Kommentare
Rund 1000 Menschen gingen letzten Samstag in Passau auf die Straße um gegen einen Aufmarsch der NPD zu demonstrieren.
Auch ich war dabei. Das Motto: Frieren gegen Nazis.

Ein Ozean namens Internet
Veröffentlicht am | 02. 01. 2009 | 8 Kommentare
Politik 2.0: Im Laufe des Superwahljahres 2009 wird der Begriff mit Sicherheit immer öfter auftauchen. Doch wird diese Entwicklung außerhalb der Blogging- bzw. Internetszene überhaupt jemand wahr nehmen? Natürlich, Demokratie 2.0 nimmt einen immer wichtigeren Stellenwert an und hat mit Seiten wie abgeordnetenwatch.de Wegweiser für die Zukunft. Langsam aber sicher, greifen die etablierten Parteien die Entwicklung auf und wagen sich vorsichtig hinaus auf den Ozeans namens Internet.
Einer der Pioniere der bloggenden Politikerkaste ist Julia Seeliger. Bis Ende letzten Jahres im Beriner Landesvorstand der Grünen Jugend Bündnis 90/Die Grünen saß. Eine Nachwuchspolitikerin, in die die Grünen sicherlich große Hoffnungen setzen.
Mediale Aufmerksamkeit bekommt Seeliger immer dann, wenn sich die Diskussionen um Internet und Politik 2.0 drehen. (oder Monogamie). Aktiv ist sie auch bei Twitter. Unter anderem wegen Seeliger gilt die Partei als Vorreiter für die restliche politische Welt. Aber ist sind die Grünen das wirklich? Das fragt sich auch Henning (ebenfalls grüner Politiker).
Insbesondere der Kontrollverlust wird von den meisten in der Politik nach wie vor eher als Bedrohung angesehen. Auch innerhalb der Grünen ist es nicht immer so einfach, die Leute von mehr Web 2.0 in der Politik zu überzeugen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich davon erstmal ziemlich überrascht war.
Er führt aus, dass die Grünen Partizipation groß schrieben und deshalb auch der Schritte zu einer Politik 2.0 kleiner sei, als kleiner sei als bei anderen Parteien.
Genau da kommt Julia Seeliger wieder ins Spiel. Sie arbeitet seit diesem Jahr bei campact, einem wirklich interessanten Projekt für Politik im Internet. Campact organisiert Kampagnen über das Internet und wirbt auch mit Plakaten dafür, sich online für Umweltschutz einzusetzen.
Doch wie soll das funktionieren? Die taz erklärt:
Damit sich möglichst viele Menschen an dem Onlineprotest beteiligen, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein, bevor die Campact-Aktivisten per Mail zur Unterschrift gebeten werden: Nur wenn ein Entscheidungsprozess ansteht und es einen “signifikanten Widerspruch gibt zwischen dem, was die Regierung oder eine Partei vorhat, und dem, was die Mehrheit der Bevölkerung will”, kommt ein Aufruf infrage, erklärt Kolb. Außerdem müsse es eine “reale Chance” auf Erfolg geben. Kolb hat über soziale Bewegungen promoviert und weiß: “Nicht alle Zeitpunkte sind gleich gut für Veränderungen.”
Ich finde, das hört sich interessant und vielversprechend an. Denn eines ist klar: In Zukunft findet der Wahlkampf im Internet statt am Marktplatz statt. Den Newsletter habe ich abonniert, einen Versuch ist es wert. Das kommende Jahr wird zeigen, ob der positive Eindruck von campact auch den Praxistest bei den Wahlen bestehen wird.
Jason Mraz – We Sing, We Dance, We Steal Things
Veröffentlicht am | 02. 01. 2009 | Noch kein Kommentar
Jason Mraz hat es tatsächlich geschafft innerhalb zweier Tage in meinem neuen Lieblingsspielzeug für den einzelnen Song des Albums "" vier oder fünf Sterne abzubekommen. Respekt von meiner Seite!
Bekannt ist vor allem sein Sommerhit "I’m Yours". Doch für Sommerlieder ist es viel zu kalt. Doch nicht nur Gute-Laune-Lieder singt der Amerikaner, auch durchaus kritische "Only Human". Er prangert die Umweltzerstörung an ("But we keep paving over paradise"). Doch am Schluss des Songs kommt doch wieder seine lebensbejahende Einstellung zum Vorschein.
Das Video hab ich übrigens ganz bequem mit der tollen mashTape-Plugin des Songbirds gefunden.
