schafott.blog

Si tacuisses, philosopha mansisses

Babyshambles Konzert abgesagt

Veröffentlicht am | 29. 11. 2008 | 3 Kommentare

Genauso sollte es nicht laufen!

Das Babyshambleskonzert in München fällt aus. Im Grunde ist das keine besonders spektakuläre Nachricht. Schließlich verschiebt die Band mit Pete Doherty als Sänger ihre Auftritte wohl öfter, als dass sie ihr Publikum mit ihrer Musik erfreuen. Und wer hat eine Karte? Ich natürlich.

Erst gestern Abend haben wir die Anfahrt geplant und uns gefreut auf das Konzert am 5. Dezember. Natürlich war damit zu rechnen, dass es abgesagt wird. Trotzdem ärgert es mich immens. Alle Auftritte in Deutschland finden nun erst im neuen Jahr statt. 

Offiziell hat Doherty keine Zeit, weil er mit seinem Soloalbum beschäftigt ist. Ich frage mich da: Für was hat der gute Mann Manager, die das irgendwie planen? Außerdem glaube ich ja, dass er mal wieder irgendwo zugedröhnt rumliegt.

Miles Benjamin Anthony Robinson

Veröffentlicht am | 20. 11. 2008 | 2 Kommentare

Miles Benjamin Anthony Robinson ist mein neuer Held. Schöne Gitarrenmusik mit tollen Texten. Genau das richtige für tristes Herbstwetter. Das nach ihm selbst benannte Album ist ein heißer Tipp für alle Liebhaber von Singer/Songwritermusik. 

Als erster Vorgeschmack der Song “Buriedfed”.

Oh Schreck! Wetten, dass…?

Veröffentlicht am | 09. 11. 2008 | 4 Kommentare

Gestern abend zappte ich aus Versehen auf das ZDF. "Wetten, dass…?" lief und ich erschrak. Vor 10 Jahren war die Sendung das Größte für mich. Jeder Samstag, bei dem mir mein Papa erlaubte, die Sendung ganz – mit allen Überlängen – zu sehen, war ein guter Tag. Denn oft musste ich bereits nach den Wetten ins Bett: Wer zum Wettkönig gewählt wurde, wusste ich erst am nächsten Morgen. Beim Frühstück unterrichteten meine Eltern mich und meinen Bruder über den restlichen Verlauf: Wer gewann die Saalwette? Wer trat noch auf? Wie lange hat Gottschalk mal wieder überzogen?

Menschen die Wärmflaschen aufgeblasen haben oder weltbekannte Stars, die es sich auf dem Sofa bei Thomas bequem gemacht haben. Danach Simultanübersetzung, die immer eine kurze Verzögerung bei den Antworten von Madonna oder Elton John mit sich zog – auch das ist typisch "Wetten, dass…?".

Doch gestern war alles anders. Es war erscheckend. Es hätte auch eine zehn Jahre alte Sendung laufen können. "Wetten, dass…?" hat keine Entwicklung durchlaufen. Sie wirkte auf mich wie eine Sendung aus den 70er Jahren, die man in den letzten Jahren in diversen Rückblicksformaten zu sehen bekam.

Nur kurz sah ich "Wetten dass…?". Gottschalk stellte in dieser Viertelstunde komische Fragen, wies Jamie Oliver mindestens zweimal auf die widerliche Küche in England hin, nannte ihn später "Jeremy". Pink, wahrlich ein internationaler Superstar, ließ er links liegen. Die Unterhaltung war alles als locker. Alicia Keys durfte davor noch kurz die Flirtversuche von Gottschalk an sich abprallen lassen. In englischer Sprache machte er seine sogenannten Altherrenwitzchen.

Und wieso spricht Gottschalk so schlecht Englisch? Ich dachte, er lebt seit Jahren in den Vereinigten Staaten? Oder ist es Ironie? Will er uns Deutschen mit unserem akzentgefärbten Englisch den Spiegel vorhalten? Hat er diese Taktik mit Marcel Reich-Ranicki ausgeheckt?

USA: Zwei Jahre Wahlkampf

Veröffentlicht am | 04. 11. 2008 | Noch kein Kommentar

Die New York Times bietet eine wunderbare Einstimmung auf die heutige Wahlnacht: Ein Überblick über den Wahlkampf. Ein wirklich sehenswertes Stück Onlinejournalimus.

Was ist das? Eine Audioslideshow mit wirklich exzellenten Fotos aus dem Wahlkampf. Dazu gibt es Videoeinspielungen mit Statements sowohl von den Kandidaten als auch von Wählern.

So sieht die Zukunft des Journalismus aus! Qualitativ hochwertige Beiträge, anstatt endlosen Bilderstrecken und lieblos gemachten Videos, wie wir es Deutschland noch immer gewohnt sind. So machen auch Printmedien im Internet Spaß.

Brander Kasper und das ewige Leben

Veröffentlicht am | 01. 11. 2008 | 1 Kommentar

Heute ist Allerheiligen. Dazu gehören in meiner Familie seit Jahrzehnten zwei Dinge: Der Gräbergang am Nachmittag und abends "Der Brandner Kasper". Seit 30 Jahren strahlt das Bayerische Fernsehen jedes Jahr das Volkstheatherstück aus dem Jahr 1975 aus. Jedes Jahr wieder erfreue ich mich an der Geschichte vom Kasper, der den Boandlkramer aka Tod beim Kartenspiel und unter dem Einfluss von einer erheblichen Menge an Kerschgeist um das ewige Leben bescheisst.

Der Brander Kasper ist ein bayerische Haudegen, anarchistisch, stur und ständig mit der Obrigkeit im Clinch. Er ist Wilderer, der so sich und seine Enkelin Nannerl über die Runden bringt. Doch er ist nicht mehr der Jüngste, der Tod naht. Eines Tages ist es dann soweit. Der Brandner hört die Totenglocken und plötzlich steht der Boandlkramer in seiner Hütte. Mit List und Schnaps kann er sich weitere Jahre Leben erschwindeln. Das Wissen um seine Unsterblichkeit lässt ihn aufleben: Nichts ist ihm zu gefährlich, für nichts ist er zu alt, auch die Liebe kommt wieder.

Doch natürlich kann es nicht so weitergehen, das Schicksal schlägt zu. Bei der Verfolgung von Wilderern wird seine Enkelin Nannerl erschossen. Das Leben ist nun für KaspDer Brandner Kasper mit Freitz Strasserer nur mehr eine große Qual. Wie recht es ihm nun kommt, dass im Himmel der Betrug offenbar wird. Denn die Buchhaltung ist falsch, dem Boandlkramer aufgetragen, den Brandner sofort zu holen, um seine Verfehlung gut zu machen. Das Ende vom Lied: Der Brandner Kasper und seine Familie lebt glücklich und zufrieden im Himmel der Bayern das ewige Leben.

Meine Lieblingsszenen sind im Himmel, dem bayerischen Himmel wohlgemerkt. Dort wird mit Klischees nur so um sich geworfen: Weißbier und -würste, Blasmusik und Schafkopfen und die Ablehnung gegen die Preussen (Denn es ist doch klar, dass das Paradies kein solches ist, wenn dort auch Preussen ihr ewiges Leben verbringen würden). Alles was richtige Bayern ausmacht wird dort praktiziert. Dazu kommt das barocke Interieur, Engel mit Pausbäckchen und blonden Locken: genauso wie ich mir als Kind den Himmel vorgestellt habe.

Die Geschichte finde ich brilliant. Natürlich habe ich, als eingefleischter Brandner-Fan, die Neuverfilmung von Joseph Vilsmaier gesehen. Doch kann Vilsmaier sie im Film richtig umsetzen? Die eineinhalb Stunden im Kino waren kurzweilig, unterhaltsam und lustig. Doch es fehlt ihm an Charme, den der Film aus dem Jahr 1975 hat: gemalte Landschaften und in Zeiten von special effects die wunderbar obsolete Szene, bei der Brandner und der Boandlkramer auf eine Kutsche in den Himmel fahren (und man die Seile, an denen sie hängen, sehen kann). Das alles im wunderbaren Stil des bayerischen Volkstheaters.

90CE8F5E59444B1ABF60D9AFFE6EAD8C_fn062391_pla_02Im Film von Vilsmaier nimmt der Kitsch zuweilen Überhand und es gibt unnötige Längen, denn die ursprünglich recht kurze Erzählung von Franz von Kobell musste auf 100 Minuten Kinolänge getrimmt werden (die Originalfassung bei Projekt Gutenberg). Dazu kommt Bully Herbig als Boandlkramer. Die Figur des Todes ist durchaus komisch und nicht wirklich ernst zu nehmen, doch mit Bully als Schauspieler wird er lächerlich. Ich jedenfalls konnte ihn nicht von seinen albernen Figuren aus diversen Filmen trennen und sah ständig Abahachi aus "Der Schuh des Manitu" vor mir.

Der Brandner Kasper ist all seinen Versionen ein Stück bayerische Gemütlichkeit. Lustige Unterhaltung mit ernsten Zwischentönen. In naher Zukunft will ich mir deshalb im Münchner Volkstheater die Version von Christian Stückl ansehen.

Twitter
    • Helmut Kohl ist ein gesundheitliches Wrack;aber der einzige seiner Generation, der Weltgeschichte geschrieben hat http://tinyurl.com/yjad3w5 1 day ago
    • Bei moralischen Fragen, wende ich mich einfach an meinen Hausphilosophen. Da brauch ich nicht mal vor die Tür. Toll. 1 day ago
    • "Einfach nur gut zu sein, das scheint da längst nicht mehr gut genug": Generation Lebenslauf http://tinyurl.com/yjeezf2 #studium 1 day ago
    • So, die ersten Bia sind getrunken. Super Start in die Semesterferien. 3 days ago
    • schaue aus Prokrastinationszwecken Marienhof. Da spielt ja eine ganze Reige abgelegter Soapdarsteller mit. Man sieht sich ja immer zweimal 4 days ago
    • More updates...
RSS
Abonniere den RSS-Feed Abonniere die Kommentare
Suche
Archiv
Blogroll