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Eine kleine Charakterisierung der bayerischen Parteien vor der Wahl

Veröffentlicht am | 27. 09. 2008 | 11 Kommentare

CSU

Stammtischbrüder, die seit Jahrzehnten den besten und größten Tisch für sich beanspruchen. Eine eingeschworene Truppe, wo der, der am lautesten schreit, am meisten trinkt und der Kellnerin am häufigsten auf den Arsch haut, der Chef ist – ein richtiger Hund halt. Jetzt ist die Maß aber voll: Die Wirtin hat wegen ihres schlechten Verhaltens schon angedroht, sie rauszuschmeissen. Ihre Verteidigung: Die anderen sand ja noch schlimmer.

SPD

Die ewigen Außenseiter. Schon in der Schule waren sie die, die beim Fussball im Tor stehen mussten. Sie spielen zusammen Schafkopf. Eigentlich würden sie gerne einen Stammtisch gründen, aber weil niemand mitmachen mag, bleibt’s bei der Vierer-Runde. Sie scheinen manisch-depressiv: viereinhalb Jahre schicksalsergeben, ein halbes Jahr voller Optimismus.

Freie Wähler

Beheimatet in den Wirtschaften des Freistaates, wo sie sich aber einmal mit den Stammtischbrüdern (-> CSU) über die Zeche uneinig waren. Gründeten deshalb ihr die Runde "Zur freien Wählerschaft". Sie verfahren nach dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund", hoffen aber eigentlich darauf von dem heimlichen Vorbild (->CSU) aufgenommen zu werden.

FDP

Der Zahnarzt, der eigentlich im Golfclub verkehrt. Nach einer Reifenpanne und strömenden Regen schaut er kurz in die Wirtschaft hinein. Nach abfälligen Blicken und Naserümpfen der anderen, dazu Schweißgeruch (kalter Zigarettenrauch wär ihm da lieber gewesen, aber, weißt schon, das Rauchverbot), entscheidet er sich dafür, lieber im Vorraum auf den ADAC zu warten.

Die Grünen

Die zugezogene Sozialpädagogin, die keinen Dialekt spricht. Im Wirtshaus wird sie nicht bedient als sie ein "Cola-Mix-Getränk" bestellt. Mit Kursen wie "Schönes Basteln mit Kürbissen zur Herbstzeit" gliedert sie sich in die Dorfgemeinschaft ein (meint sie). Nach zehn Jahren gehört sie dazu, weil sie immer den tollen Kirschkuchen nur aus Bioprodukten für das Dorffest backt. Für voll nimmt man sie trotzdem nicht.

Die Linke

Bei denen weiß eigentlich niemand wo sie herkommen und niemand kennt jemanden, der da dabei ist. Ein Rätsel.

NPD

Minderheit, die aber nur eine solche ist, weil die Stammtischbrüder (-> CSU) sowieso jeden mitmachen lassen.

Bayernpartei

Gstandene Mannsbilder, die jeder mag. Aber keiner versteht, was die wollen. Wer braucht einen Ludwig in Neuschwanstein, wenn man einen Ede in Wolfratshausen haben kann?

ödp

Die, die eigentlich gerne mit den Stammtischbrüdern (-> CSU) eine Halbe trinken, aber irgendwie auch gerne am Bastelkurs teilnehmen würden (Weil’s den Kindern so gut gefällt).

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Kommentare

11 Kommentare zu “Eine kleine Charakterisierung der bayerischen Parteien vor der Wahl”

  1. Holger Ehrlich
    schrieb am 27. .09. 2008 um 17:55

    In Bayern ist es halt doch schöner! Hier in Niedersachsen sind sie alle gleich langweilig. Wer einen Politiker nicht kennt, der kann an dessen Reden jedenfalls nicht feststellen zu welcher Partei er gehört …

  2. Robert
    schrieb am 27. .09. 2008 um 18:47

    Aus den Reden kann man höchstens ableiten, wer wo her kommt. Wie es jetzt in Bayern steht kann ich nicht genau sagen, wie die Politik bei mir angkommt, wurde aber in diesem Artikel schon sehr gut charakterisiert. Jedenfalls für Bayern, hier in NRW ist die politische Gewichtsverteilung ein wenig anders, auch wenn die Protagonisten vom Wesen die selben sind ;)

  3. Matthias
    schrieb am 04. .10. 2008 um 15:31

    Mitten in der Oberpfalz ist Bayern anders … bei uns sitzen die Christsozialen im Golfclubhaus, die Wirtin ist dort eine ehemalige Landtagsabgeordnete der Grünen. FDP ist gefühlte C-Minus-Ware und nicht so begehrt beim Establishment. FW sind die Honoratioren, der Oberbürgermeister und der Landrat ist ein Roter. Sogar mein Blog wird von der lokalen Politiker-Kaste gelsen, das weiss ich, weil ich ab und zu Mails bekomme. Da fühlt sich der Bürger noch ernst genommen …

  4. Matthias
    schrieb am 04. .10. 2008 um 15:33

    Ganz vergessen: Ein paar Kilometer weiter kann man als ÖDPler sogar Bürgermeister werden.

  5. Katha
    schrieb am 04. .10. 2008 um 16:13

    die oberpfalz, das gallien bayerns?

  6. Matthias
    schrieb am 04. .10. 2008 um 16:22

    Bei uns ist eben noch echtes Bayern: Leben und Leben lassen. Obwohl … die Oberpfälzer ja gar keine Bayern sind, geschichtlich betrachtet, sondern wie die Franken zum Stamm der Beute-Bayern gehören ;)

  7. katha
    schrieb am 04. .10. 2008 um 17:57

    zu den Beute-Bayern gehört mein Eck hier in Niederbayern auch…aber das hat sich ziemlich schnell assimiliert :-)


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