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Die Ambivalenz Stauffenbergs: Hitlerattentat und Ständestaat

Veröffentlicht am | 20. 07. 2007 | Noch kein Kommentar

20. Juli 2007: Das Attentat auf Adolf Hitler der Gruppe um Claus von Stauffenberg jährt sich zum 63. Mal. Doch das ist nicht der Grund, warum Stauffenberg die Boulevardmedien dominiert. Stattdessen geht es darum, ob der Schauspieler Tom Cruise, ein Anhänger der Scientologysekte, Claus von Stauffenberg im Film “Valkyrie” darstellen darf. Die Ziele und Motive Stauffenbergs sind keiner Erwähnung wert.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg war der Kopf einer Gruppe von Führungspersonen aus Militär und Verwaltung. Sie planten eine Verschwörung gegen Hitler, bei der dieser durch ein Bombenattenat getötet und im Anschluss eine neue Regierung unter Kanzler Carl Goerdeler eingesetzt werden soll.

Aussichtlose Kriegslage

Was waren die Gründe für die elitäre Gruppe das Hitler-Regime zu stürzen? Sie fürchteten, dass Deutschland unter Hitler seine Großmachststellung verlieren könnte. Zum Zeitpunkt des Attentats, im Sommer 1944, war die Niederlage Deutschlands bereits besiegelt. Die Front verlagerte sich von allen Seiten in das Reich hinein: Im Jahr kapitulierte sowohl die 10. Armee im Kessel von Stalingrad als auch der Afrika-Korps unter Rommel und am 6. Juni 1944 landeten die Allierten in der Normandie. Die Kriegslage war aussichtslos.

Stauffenberg und seine etwa 200 Anhänger wollten auch gegen Hitlers militärische Fehlentscheidungen vorgehen. Hitler war es, der General Paulus in Stalingrad verbot, aufzugeben. Das führte zur größten Einzelniederlage der Deutschen im zweiten Weltkrieg. Die Militärs hatten akzeptierten Hitlers militärische Autorität nicht und zweifelten an seinen strategischen Entscheidungen.

Es hätte keine Demokratie gegeben

Dies führte zum Bombenattentat des 20. Juli 1944. Angenommen, es wäre erfolgreich verlaufen: Wie hätte Deutschland unter Kanzler Carl Goerdeler, dem designierten Kanzler im Schattenkabinett, ausgesehen? Ganz klar: Es hätte keine Demokratie gegeben.

Stauffenberg und seine Mitstreiter erfuhren ihre Sozialisation im Kaiserreich, einer konservativen Militärmonarchie. Die Widerständler versuchten durch das Attentat das autoritäre System zu retten, indem Hitler entfernt werden sollte. Systembeseitigung oder gar Demokratisierung war somit ganz klar nicht das Ziel. Stattdessen soll die Großmachtstellung Deutschlands gewahrt werden und die Schmach von Versailles gerächt.

Ambivalenz Stauffenbergs

Das Attentat vom 20. Juli kann nicht einseitig betrachtet werden. Einerseits wollte Stauffenberg keine Demokratie, sondern weiterhin einen Obrigkeitsstaat ähnlich dem Kaiserreich. Doch andererseits war das Ziel, Hitler als Kopf des nationalsozialistische und totalitären Systems zu beseitigen.

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