Medien

Bob Ross is Painting Bavaria

16.05.08 | Permalink | Noch kein Kommentar

Wer kennt das nicht? Es ist drei Uhr nachts oder später. Ich komme von einer Party oder einfach einem sinnlosen Besäufnis nach Hause, ich ist aufgedreht und (möglicherweise) berauscht. Ans sofortige Einschlafen ist nicht zu denken. Gott sei Dank gibt es dafür BR Alpha und Bob Ross. Der Maler macht aus ein paar Klecksen hier und ein paar Strichen da tolle Landschaftbilder. Ich werde ruhiger und zwischen einem "A little bit black" und "A little bit green" schlafe ich ein. 

Die Sendung des Malers mit der Afrofrisur genießt Kultstatus, zumindest in meinem Freundeskreis. Klar, dass da Parodien nahe liegen.

Also hier: Bob Ross is painting Bavaria, wo sogar unser Altministerpräsident einen kleinen Auftritt hat.

Wirklich klasse das Malen der politischen Situation:

The political situation in Bavaria is very easy to paint.First of all, you need a lot of black.

direkter Link

China

Bene und die Bullen: Einmal Birma und zurück

16.05.08 | Permalink | Noch kein Kommentar

"Mir wurden meine Rechte nie erläutert, weshalb ich mich anfangs daran hielt: Alles was sie sagen, kann und wird gegen sie verwendet werden."

Mein Freund Bene nach seinem ersten - und hoffentlich letzten - Konflikt mit der chinesischen Polizei, inklusive stundenlangem Verhör, Verbrecherfotos und die Abnahme von Fingerabdrücken. Die ganze Geschichte gibt es im china.blog.

Leseempfehlung, China

Ich verweise auf… (2)

16.05.08 | Permalink | Noch kein Kommentar

Als erster ausländischer Journalist bekam ein Reporter der Süddeutschen Zeitung das Epizentrum des Erdbebens in Sichuan zu Gesicht. Er berichtet von Zerstörung, Toten und dem Misstrauen gegenüber westlichen Journalisten.

Adrian Keye beschäftigt sich in "Die ewige Suche des Shangri-La" mit der vereinfachten Wahrnehmung, dass die Tibeter grundsätzlich die Guten und die Chinesen die Bösen seien. Um dies zu erklären, geht auf die Geschichte ein, die Tibet schon lange als das Zentrum der Spiritualtät sieht - von Ron Hubbard bis zu den Nazis:

"Im modernen Westen sind es vor allem die Schuldgefühle und der latente Selbsthass einer hochtechnisierten Konsumgesellschaft, die in der Ruhe der abgeschiedenen Bergklöster einen Urzustand spiritueller Unschuld und eine tiefere Weisheit vermutet. Da aber finden sich so ziemlich alle Elemente der Essentialisierung wieder, jenes prinzipiell herrenmenschlichen Blicks, mit dem ein Volk als monolithische Einheit betrachtet wird. Das funktioniert in beide Richtungen - in der Dämonisierung der Chinesen wie in der Verklärung der Tibeter."

China

Erdbeben in Sichuan - ich hab nichts gemerkt

12.05.08 | Permalink | Noch kein Kommentar

Ich bin im Bett gelegen und habe gedöst. Ich habe nichts gemerkt.

Das Erdbeben in Sichuan, wodurch nach neuesten Meldungen 900 Schüler verschüttet wurden, hat sich sogar in Peking und Taiwan ausgewirkt hat. Auch hier in Yunnan, der Nachbarprovinz, hat die Erde gewackelt, doch hier im Westen Yunnans habe ich nichts gespürt.

Sehr interessant: Casper twittert live aus Chengdu und berichtet über die Nachbeben und seine Beobachtungen.

Medien, Tagtäglich

Dorftrottel vom Dienst

29.04.08 | Permalink | Noch kein Kommentar

Oberkümmering! Ich surfe auf SpOn, lese dies und das und plötzlich: Eine Reportage aus Oberkümmering! Oberkümmering liegt bei der Stadt Hauzenberg, zu der ich von meinem Elternhaus nur einmal auf den Oberfrauenwald rauffahren muss, fast oben angelangt rechts abbiegen und die Kurven runterdüsen. Nach Passau eine halbe Stunde Fahrt, nach München zwei. Nach Tschechien 45 Minuten.

Da komme ich her. Irgendwo aus dem Nirgendwo, wo es aber zugegeben sehr hübsch ist. Wälder, Hügel, alles grün. 

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Tausende von Kilometern entfernt lese ich vom Alltag niederbayerischer Jugendlicher aus genau dieser Ecke. Alles ist so vertraut: Die Fussballspieler, die Jugendlichen die bei Busbahnhöfen oder Tankstellen abhängen (und sich dort auch gerne mal volllaufen lassen) und vor allem die Sprache beim angefügten Videocast (Zugegeben, die Qualität ist nicht besonders gut. Selbst ich hatte Probleme es zu verstehen). Ich spreche niederbayerischen Dialekt, und das ziemlich derb. So wie es halt jeder hier, im Woid, macht. Nicht umsonst bin ich bei studiVZ in der Gruppe "Ich spreche Bayrisch mit deutschem Akzent".

Das Leben dreht sich um Feiern und Freunde. Zusammengehörigkeit und Langeweile. Genauso wie auch in Berlin, Hamburg oder Köln.

Langsam, eineinhalb Monate vor der Heimkehr ist das Heimweh stärker als jemals zuvor. Ich freue mich auf Grill- und Volksfeste, selbst Blasmusik und "Oans, zwoa, gsuffa" vermisse ich. All das also, wovon ich mich immer abgrenzen wollte. Was ich immer primitiv fand und langweilig. Denn richtig Teil dieser Dorfjugend wie im Artikel war ich ja nie - oder doch?

Erst in der Ferne habe ich bemerkt, wie sehr das doch alles auch Teil meiner Identität ist - und nicht nur der anderen, den Dorftrotteln. Ich bin ja selber einer. Und das ist auch gut so.

Tagtäglich

Asiatische Sprachoptionen ohne Windows CD

27.04.08 | Permalink | Noch kein Kommentar

Mein Gott, was war das eine Frickelei. Stundenlanges suchen und downloaden von Dateien. Doch jetzt kann ich endlich asiatische Zeichen darstellen.

Ich habe keine Windows-CD hier in China dabei und auch die Internetverbindung ist nicht die schnellste, weshalb der Download des Service Pack 2 von Windows keine Option war. Ewig wühlte ich mich durch Foren, um herauszufinden, wo ich denn nun die fehlenden Dateien herbekomme.

Irgendwann fand ich die passenden drei Seiten:

http://microsystems.siue.edu/archives/software/cabs/WinXP/lang/

http://www.tngs.tn.edu.tw/departments/gene/share/dirlisting.asp?sortby=2

http://www.dlldump.com/

Tagtäglich

Und wodurch noch?

18.04.08 | Permalink | Noch kein Kommentar
Michaela Schaffrath hat eine eigene TV-Sendung. Auf COMEDY CENTRAL präsentiert sie die Show „Der Comedy
Sketch Mix“. Schaffrath ist auch durch ihre Teilnahme beim Dschungelcamp bekannt.

Ja genau. Dadurch ist sie auch bekannt.

(Aus der aktuellen Ausgabe des Medienmagazins visdp. Markierung von mir.)

Leseempfehlung

Ich verweise auf … (1)

17.04.08 | Permalink | Noch kein Kommentar

Auf Rügen baute das nationalsozialistische Regime eines ihrer größten Bauwerke: In einer 4,5 Kilometer langen Gebäudekette sollte das deutsche Volk Urlaub machen. Bosch war da.

Der Sozialpsychologe Harald Welzer prophezeit den Klimakrieg: Was geschieht nach dem Klimawandel? Was passiert mit der Menschheit nachdem das Wasser knapp geworden ist und die Temperaturen steigen?

Paparazziindustrie in Los Angeles: «Es ist wie mit achtzehn, als ich Autos klaute. Ich tat es des Geldes wegen und genoss den Nervenkitzel.»

China, Medien

Hey, hey Wiki

15.04.08 | Permalink | Noch kein Kommentar

Internet in China ist ja so eine Sache. Während es unglaublich viele, im wahrsten Sinne des Wortes an jeder Straßenecke, Internetcafes gibt, in denen Jugendliche mit sehr schnellen Verbindungen zocken, kann man sich als Privatperson nur einen Modemanschluss besorgen (Möglicherweise ist das nicht richtig. Allerdings ist das meine Erfahrung). Ganz zu schweigen von den tausenden professionellen Zensoren der Regierung.

Auf Flickr werden 80 Prozent der Fotos nicht angezeigt, YouTube funktionierte während der Ausschreitungen in Tibet nicht und Blogs die auf wordpress.com oder blogspot.com gehostet sind, können nicht aufgerufen werden. Wikipedia musste ich über anonymouse.org ansurfen - bisher. Denn, oh Wunder, aus irgendeinem Grund wird es nicht mehr geblockt. (Die wohl erste positive Erfahrung mit dem chinesischen Regime).

Bücher

Die Leidenschaft Lesen

14.04.08 | Permalink | Noch kein Kommentar

Von dem Gefühl in Büchern zu versinken

Meist passiert es am Anfang. Manchmal dagegen braucht es einen zweiten Anlauf. Es braucht einfach dieses wunderbare Gefühl, ein ganz besonderes Buch gefunden zu haben. So entsteht ein Zwiespalt: Einerseits will ich die Seiten verschlingen, so schnell wie möglich das Ende der Geschichte kennen und bis dahin das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Andererseits will ich jedes Wort ganz bewusst aufnehmen, lese Absätze immer und immer wieder und will so das unvermeidbare Ende so lange wie möglich hinauszögern. Habe ich eine solche Lektüre gefunden, ziehe ich sie allem anderen vor: arbeiten, essen, schlafen,

Wie findet man diese wunderbaren Bücher mit ihren Geschichten, die mich völlig in ihren Bann ziehen? Doch welche Bücher sind das? Sie sind wahrlich schwer zu finden. Das letzte Buch, das ich in die Kategorie eines tollen Buches, das mich völlig ergriffen hat, ist “Nachtzug nach Lissabon” von Pascal Mercier. Irgendwie wusste ich das bereits vorher. Welchen Schatz ich mit “Kafka am Strand” von Haruki Murakami im Bücherregal stehen hatte, war mir dagegen nicht von Anfang an klar. Beim ersten Anlauf vor zwei Jahren legte ich das Buch nach 35 Seiten weg. Als ich in China das zweite Mal begann, las ich es in einem Zug aus. (Ist es Zufall, dass genau diese zwei Bücher von der Leidenschaft zum Lesen handeln?).

Was braucht ein solches Buch? Meiner Erfahrung nach sind es keine Thriller oder Krimis, keine reine Unterhaltungsliteratur. Es sind Bücher, die oft vom Sinn des Lebens handeln, von Menschen, die ihr Leben komplett umkrempeln oder einfach Geschichten, die in mein Leben passen - oder eben doch ganz anders sind. Im Grunde kann ich nicht genau sagen, was genau sie ausmacht, wenngleich ich oft schon in der Buchhandlung bzw. Bücherei merke, wann eine Geschichte das Potenzial hat, mich ganz und gar zu vereinnahmen.

Warum suche ich also nicht konkret nur nach solchen Büchern? Das ist ganz einfach. Lesen ist stimmungsabhängig. Konnte ich in Deutschland mit “Kafka am Strand” nichts anfangen, legte ich es in China nicht mehr aus der Hand. Außerdem: Ein solches Buch ist etwas ganz besonderes. Etwas, das umso schöner ist, wenn man es nicht immer zur Verfügung hat. Denn Verzicht ist Genuss.

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