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Si tacuisses, philosopha mansisses

In meinem kleinen Land

Veröffentlicht am | 07. 02. 2010 | Noch kein Kommentar

Jan Weiler ist der Autor von "Maria ihm schmeckt’s nicht". Nach der Veröffentlichung des Buches ging er auf Lesereise durch Deutschland und schrieb darüber: über Hotelzimmer, Züge und Buchhandlungen, Dome (stimmt der Plural?) und Fussgängerzonen. Ein neutrales Urteil über Städte nach nur einem Tag zu fällen, ist natürlich nicht wirklich möglich, aber das macht nichts. Weiler schreibt seine Erlebnisse und Beobachtungen auf und dabei kommt die eine Stadt halt besser weg, als die andere. 

In seinem Vorwort trifft Jan Weiler den Nagel auf den Kopf:

"Man traut es sich beinahe nicht zu formulieren, aber im Großen und Ganzen haben wir es nicht schlecht getroffen.

Dass dieser Befund so schwerfällt, hat mir meiner Generation zu tun. Wir sind kritisch aufgewachsen: konsumkritisch, religionskritisch, politkritisch, kulturkritisch. Unser Land zu mögen finden wir nationalistisch, unsere Sprache peinlich, den Deutschen an sich unerträglich, besonders im Urlaub. Das ist auch sehr ehrenwert, führt aber zu keiner sonderlich tiefen Identifikation mit unserem Land. Ging mir auch so. Aber es hat sich geändert.

Ob ich nach dieser Reise ein Patriot bin? Nein. Aber es gefällt mir hier. Ich bin ganz und gar nicht stolz darauf Deutscher zu sein, aber ich bin es gerne, weil mein Land friedlich ist und schön und weil ich die Deutschen mag, nachdem ich ziemlich viele von ihnen getroffen habe. "

Das Buch habe ich bei meinen Eltern vergessen. Das machte aber nichts, denn immer wenn ich zu Besuch war, habe ich ein paar Kapitel gelesen. Dafür ist genau das richtige: drei oder vier Seiten über jede Stadt. Seitdem weiß ich auch, wo Hildesheim liegt, und Krefeld und dass der "Kleine Feigling" aus Eckernförde kommt.

"In meinem kleinen Land" ist ideal für zwischendurch. Heute ein paar Kapitel, die nächsten erst in Tagen oder Wochen lesen – kein Problem, denn es ist kurzweilig und verdammt witzig. Zum Beispiel der Text über Tübingen:

Tübingen gilt als evangelisch, der Ort der abendlichen Lesung hingegen ist eine katholische Hochburg: Rottenburg. Das merkt man schon daran, dass hier für Fastnacht geschmückt wurde, wovon in Tübingen nicht zu sehen war. Tübinger Evangelen knacken an Karneval Walnüsse und trinken mehr Holundersaft, in den sie, damit es mehr kickt, Sprudel mischen.

 

Jan Weiler, In meinem kleinen Land, Rowohlt Taschenbuch Verlag 

die wahre Neda

Veröffentlicht am | 05. 02. 2010 | Noch kein Kommentar

Das Schicksal von Neda Soltani hat etwas von einer schlechten Verwechslungskomödie, nur dass ihre Geschichte ganz und gar nicht zum Lachen ist.

Teheran, im Sommer 2009: Tausende demonstrieren gegen das Wahlergebnis, das den Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Amt bestätigt. Mit Tweets und Videos auf Youtube berichteten Iraner der Welt von den Geschehnissen. Vor allem das Video der sterbenden Neda geht um die Welt – und kurz danach auch ein Bild von ihr. Aber es war das Falsche: anstatt Neda Soltan zeigte es Neda Soltani. Twitter und Blogs, Zeitungen und Fernsehen verbreiteten ein aus Facebook kopierte Foto. Die wahre Neda versucht das Missverständis auszuklären, aber dadurch wird alles nur noch schlimmer. Schlussendlich flieht die bis dato unpolitische 32-Jährige Uni-Dozentin, lässt ihr ganzes Leben zurück und lebt heute als Ayslsuchende in Deutschland.

"Die Nachricht von ihrem Tod beruhte auf einer Verwechslung, sagt sie in fließendem Englisch, ein ursprünglich kleiner Irrtum der Medien, mit fatalen Konsequenzen für die Frau auf dem Foto."

Die ganze Geschichte gibt es im Süddeutsche Magazin: Das zweite Leben der Neda Soltani

1000 Tage schafott.net

Veröffentlicht am | 31. 01. 2010 | Noch kein Kommentar

Im Mai 2007 machte ich mein Abitur. Als Ablenkung vom Lernen begann ich mit dem bloggen. Tagebuch habe ich schon immer geschrieben, mal mehr mal weniger regelmäßig. Anstatt in ein Büchlein schrieb ich von nun vieles ins Internet. Zugegeben, besonders fleißig war nicht. Immer wieder habe ich mehrere Monate lang gar nichts gebloggt. Aber bloggen ist ja schließlich mein Hobby und keine Verpflichtung.

Eigentlich wollte ich eine kleine Zusammenfassung meines Blogger-Daseins machen, doch ich sollte eigentlich für meine Klausuren lernen und nicht ins Internet schreiben. Deshalb verlinke ich hier nur drei Artikel auf schafott.net, die ich besonders gerne mag:

Pfingst-open-air 2010 kann stattfinden

Veröffentlicht am | 24. 01. 2010 | Noch kein Kommentar

So gehts! Das bayerische Umweltministerium hat nach öffentlichem Druck die Entscheidung über das Pfingst-Open-Air in die Hände der Stadt Hauzenberg gegeben, die das Festival unbedingt haben will. Dieses “Überdenken” der Entscheidungswege des Ministeriums kommt einer Erlaubnis gleich. Mit großer Wahrscheinlichkeit kann das Pfingst-Open-Air 2010 also stattfinden!

poa Die Grundlage des Erfolgs in Bayern ist eine Petition im Landtag, über die der Umweltausschuss am 28. Januar entscheiden sollte. Die Eingabe der Kommune PRO-Pfingst-Open-Air unterstützt eine Unterschriftenaktion aus Hauzenberg, bei der 3000 Bürger mitgemacht haben. Die Veranstalter haben außerdem eine Kampagne gestartet und dazu aufgerufen, Protestbriefe an Umweltminister Markus Söder zu schreiben.

Wichtig war aber auch die mediale Aufmerksamkeit. Zeitungsartikel und Radiobeiträge erschienen, und bei Facebook wuchs die Gruppe “FÜR ein Pfingst-Open-Air 2010! Warum wollt ihr es verbieten?!” innerhalb von wenigen Tagen auf über 1700 Personen an. Für mich war das die wichtigste Informationsquelle und ein kleines Zentrum des Protests.

Also: Das Wochenende zwischen dem 21. und 23. Mai 2010 für das 29. Pfingst-Open-Air freihalten!

Jamie Cullum – Music Is Through

Veröffentlicht am | 24. 01. 2010 | Noch kein Kommentar

Rettet das Pfingst-Open-Air 2010!

Veröffentlicht am | 18. 01. 2010 | 2 Kommentare

Seit 30 Jahren gibt es ein paar Tage im Jahr, an dem in und bei Passau einmal etwas los ist. Am Pfingstwochenende findet seitdem ein Festival statt. In den letzten Jahren Jahren sind Deichkind, Blumentopf, die Kilians oder The Whitest Boy Alive aufgetreten. Vor zwei Jahren habe ich Moneybrother verpasst, aber das habe ich erst vor kurzem gemerkt und deshalb ist mein Ärger nicht allzu groß. Und das ganze findet nur fünf Kilometer von meinen Zuhause entfernt statt: eine kurvige Strecke durch den Wald einen Berg rauf und auf der anderen Seite wieder runter (im Winter ist das eine grausame Strecke). Drei Tage lang feiern dort 7000 Besucher. Die meisten Besucher sind jung und kommen aus Bayern, Österreich und Tschechien.

poa

Lange Jahre fand das Pfingt-Open-Air in Passau am Thingplatz statt. Die Stadt Passau ging vor dem ersten Mal 1980 sogar bis vor das Bayerische Verwaltungsgericht um das Musikfestival zu verhindern. 2001 zogen die Veranstalter notgedrungen nach Hauzenberg um, da die Stadtverwaltung Passau eine Ausstellung auf der Veste Oberhaus gestört sah. Das Gelände in Hauzenberg ist im Stadtpark und angrenzenden Wiesen – und leider auch mitten im Ort.

Jedesmal in den letzen vier Jahren gab es Gerüchte, dass es nächstes Jahr nicht mehr statt finde könne und das Open-Air müsste nach Passau oder sonstwo hinziehen. Anwohner hätten sich beschwert, angeblich ein Zuagroaster. Wos sicheres weiß ma ned. Aber jedes Jahr blieb doch alles beim Alten: Zelte um einen Teich rum und hinter der Bühne die Hügel des Bayerischen Wald. Richtig idyllisch, und dazwischen ein tolles Fest mit Musik, vielen Leuten, guter Laune und jeder Menge Ausgelassenheit.

Doch jetzt ist Schluss mit lustig. Jetzt ist es wirklich ernst: Das bayerische Umweltministerium will das Pfingst-Open-Air 2010 verbieten! Am 28. Januar tagt der Petitionsausschuss des Landtags und entscheidet darüber, ob im nächsten Früsommer Bands und junge Leute in ein verschlafenes Nest im Bayerischen Wald kommen können um dort mal richtig Leben reinzubringen. Die Petition brachte die Stadt Hauzenberg ein, und zwar eine für das Festival. So ändern sich die Zeiten: Vor 30 Jahren wollte Passau das Open-Air verbieten, Hauzenberg kämpft heute dafür. Denn das Pfingst-Open-Air hat sich als feste kulturelle Veranstaltung etabliert, die den Bekanntheitsgrad vegrößert, den Ruf der Stadt verbessert und sich sicherlich auch finanziell rentiert.

Mit 21:2 Stimme beschloss der Stadtrat, dass das Festival auch 2010 stattfinden darf, und stufte es als seltenes Ereignis ein, bei dem auch nach 22 Uhr Lautstärke über 70 dba (Schalldrucktzpegel) gemessen werden darf. Das Umweltministerium sieht das anders und will diese Ausnahme beim Pfingt-Open-Air nicht gelten lassen.

Am 28. Januar entscheidet Ausschuss. Es bleibt also nicht mehr viel Zeit um gegen das drohende Verbot durch Umweltministerum zu verhindern. Die Hauzenberger haben in einer Unterschriftenaktion schon 3000 Stimmen gesammelt. Doch das können noch viel mehr werden, angesichts der 7000 Leute, die gerne zum Festival kommen.

Die Argumente des Ministeriums unter Markus Söder sind nicht besonders stichfest, denn es wurden nur Kurzzeitmessungen von bis zu fünf Minuten durchgeführt, doch eigentlich müsste es mindestens über eine Stunde gehen. Würden die harten Maßstäbe immer angewendet, dürfte kein Volksfest mit Blaskapelle mehr stattfinden.

Umwelttechnisch ist das Festival vorbildlich. Sogar der Bund Naturschutz zeichnete das Pfingst-Open-AIr als besonders nachhaltig aus und ist vom Recyclingkonzept überzeugt.

Wenn bis Ende Januar keine eindeutig positive Entscheidung gefallen ist, gibt es 2010 kein Pfingst-Open-Air, weil die Organisatoren nicht planen können.

Also: Nehmt euch die Zeit und schickt eine Protestmail oder einen Brief in den nächsten Tagen an das Umweltministerium oder die Mitglieder des Umweltausschusses. Dazu könnt ihr entweder die Vorlage der Veranstalter nehmen oder selbst einen Text schreiben.

The longest Way

Veröffentlicht am | 14. 01. 2010 | 1 Kommentar

Gestern habe ich das Video von zwei Typen gepostet, die in Toronto eine Straße lang liefen und sich ständig selbst fotografiert haben. Das erinnerte mich an etwas und ich überlegte heute immer wieder, was es war (zumindest bis ich bemerkte, dass ich meine Schlüssel verloren habe und ich nur noch überlegte, wo sie sein könnten und dann sämtliche Hörsäle abgesucht habe, in denen ich heute war, in Fundämtern nachfragte und schließlich doch zu meiner Vermieterin musste, weil sie nirgends zu finden waren). Jedenfalls, ich weiß jetzt, woran mich das Video erinnerte: An “The longest way“. Ein junger Deutscher lief fast 5000 Kilometer durch China und fotografierte sich dabei selbst. Ein Jahr lief er von West nach Ost, von Urumqui nach Beijing.

At the End of Yonge Street

Veröffentlicht am | 13. 01. 2010 | 1 Kommentar

In Toronto soll es die längste Straße der Welt geben. 40 km ist die Yonge Street lang. Warum die nicht einfach mal an einem Tag ablaufen und sich die ganze Zeit ununterbrochen gegenseitig fotografieren? Das haben sich zwei junge Typen gedacht und genau das gemacht. Hier das Ergebnis:  

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